im Käfig...
Hospital
B&B Foxbank
B&B Foxbank
Loch Riddon
Loch Riddon
R.I.P.
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Fähre
Fähre

Toilet like water - Durchfall

Thomas hat Durchfall und Bauchschmerzen und in Gourock (da kann man mit einer Fähre gut um den Großraum Glasgow kommen) will er schließlich ins Krankenhaus (welches übrigens außerordentlich hässlich ist), um irgendwelche Medikamente zu bekommen. Da er kein Englisch kann, darf ich bei der Untersuchung dabei sein und so gut wie möglich übersetzen. Hab aber keine Ahung was Durchfall auf Englisch heisst und so umschreibe ich es mit "Toilet like water", was dann sogar der Arzt versteht und ihm ein paar Tabletten aufschreibt.

Camping fällt also heute aus und wir finden in Hunters Quay - auf der andere Seite des Loch Long (keine Ahnung ob das Wasser da auch noch so heißt) das Bed&Breakfast Foxbank mit einer überaus netten Eigentümerin, kleiner Motorradgarage und toller Aussicht aufs Wasser.

Thomas verordnet sich am nächsten Tag Bettruhe und ich erkunde somit alleine die Gegend. Tolle Singletracks direkt am Wasser, spektakuläre Aussichten, Passstraßen über Plateaus, verlassene Friedhöfe, kleine Fähren und abwechselnd Nieselregen, Sonne und Starkregen. Wettermäßig also eher mäßig, aber streckenmäßig klasse. Alleine in der Ecke könnte man ein paar Tage die Gegend erkunden.

Wir fahren jetzt noch ein paar ausgesuchte Strecken in die andere Richtung ab, die ich gestern schon unter den Rädern hatte und dann geht es hoch nach Oban, um zur Isle Of Mull überzusetzen. Nahe am Fährhafen auf der Insel ist ein großer Campingplatz mit wunderbarer Aussicht - hier werden wir 2 Tage bleiben und morgen die Insel umrunden. Auf der ganzen Strecke finden wir fast nur Single Tracks und ein paar tolle Abstecher an die Küste mit teils heftigen Spitzkehren, durch Regenwälder, einige Pässe und wie üblich Stark-, Niesel- und Drecksregen lassen den Umrundungstag schnell vergehen. In der Rezeption des Campingplatzes erzählt mir der Mann am Abend, dass die Fährleute streiken wollen, deswegen planen wir für den nächsten Tag ganz früh die Fähre nach Lochaline, um nicht hier zu stranden.

Jetzt grummelt es auch bei mir im Darm und nach einer mehr als miesen Nacht, die sich zwischen Zelt und Klo abspielt, sowie zig Kohletabletten (ich halte mich dann lieber doch an Altbewährtes statt Chemiekeulen), geht es jetzt so eingermassen. Ich weiss nicht woher es kommt - Thomas hat das Buffet auf der Fähre im Verdacht, wäre zumindest denkbar, aber bevor ich hier was Falsches in die Welt setze... ganz sicher sind wir uns nicht.

"Mist! Meine Sturmhaube liegt noch auf der Bank!" ... und diese Bank ist unereichbar hinter der Klappe der Fähre, auf der wir schon 10min rumtuckern. Sprich: viel Metall und viel Wasser zwischen Haube und mir. Ich könnte ja mit der nächsten Fähre zurückfahren, aber zum Hals warm halten tut es zukünftig auch ein Socken.

Unser nächstes Ziel ist die Isle of Skye, die wurde uns von vielen empfohlen und sie ist sogar per Brücke zu erreichen.
Nachdem wir wieder ungezählte Kilometer Singletracks abgespult haben. Das ganze sogar teilweise im Sonnenschein an diversen Löchern (Loch heißt hier jedes Gewässer - egal ob See, ob Fjord oder langgezogene Bucht) vorbei, über Passtrassen und kleine Ortschaften, finden wir auch ein Bed&Breakfast in der Nähe der Brücke. Leider nur für eine Nacht (war allerdings auch nicht billig dort) und somit müssen wir sehen, wo wir am nächsten Tag landen werden. Die Isle of Skye ist touristisch erschlossen, wenig Singletracks, viele Touristen, aber auch schöne Küstenstrecken. Die Isle of Mull hat mir aber doch erheblich besser gefallen.

Da die normalen Straßen ein zügiges Vorankommen erlauben, besonders wenn es nieselt (sigh! - kein Bock auf Fotostops), schaffen wir heute auch noch Applecross wovon alle Welt schwärmt. Gut - es ist der höchste Pass in Großbritannien, hat auch spektakuläre Aussichten, aber im Endeffekt war's ein Pass wie viele andere auch. Erinnert alles stark an Norwegen und im Gegensatz zur Aussage manch anderer Reiseberichte: Das ist mit Motorrad und Auto alles wirklich problemlos zu fahren - mit einem Wohnmobil sind evtl. 2 Spitzkehren etwas eng, aber mein Schrauber würde das wohl auch mit seinem LKW meistern ;-)   

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Text&Bilder ©2o15 - Andreas Just      Letzte Änderung: 28.o7.2o15