ruhige See
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Blechschild
Blechschild
sieht besser aus
sieht besser aus
so mag ich das..
so mag ich das..

Es geht los

Die Tour ist eigentlich zu kurz für einen ausführlichen Bericht, aber wie das so ist, wenn man mal anfängt zu tippen...

16 Tage sind angesetzt, um Schottland zu erkunden. Thomas hat im März die Fähre gebucht, die uns über Nacht von Amsterdam nach Newcastle bringt. Die Preise auf der Fähre sind allerdings jenseits von Gut und Böse, denn ein großer Kaffee im Pappbecher kostet 5EUR, Bier ähnlich und im bordeigenen Shop ist alles gefühlt doppelt so teuer, wie bei uns im Supermarkt.
Das Schlimmste aber: Es gibt scheinbar keinen Kaffeeautomaten an Bord und so habe ich als Frühaufsteher um 4:30Uhr etwas Frust, weil die erste Möglichkeit zur Kaffeedruckbetankung erst ab 7:00 Uhr möglich ist. Aber irgendwie kann das nicht sein und ich frage kurzerhand eine uniformierte Frau, die in einem Büro mit offener Tür sitzt.

Und tatsächlich: es gibt keinen Automaten, aber sie fragt: "Do you want a coffee?" und bittet mich, vorne auf einem der Sessel zu warten. 5min später kommt sie mit einem großen Becher, etwas Milch und ein paar Keksen zurück und stellt den Kram auf den Tisch. Geld will sie nicht "Thats service" meint sie und ich bedanke mich höflich. "Soo muss das ein!"

Direkt am Fährhafen in Newcastle findet sich ein größeres Einkaufszentrum mit einer Touristeninformation (ich brauche noch Schottlandkarten) und auch ein Handyshop in dem wir uns Prepaid SIM-Karten für 12Pfund/40 Tage inkl. 2GB Internet pro Tag besorgen. Leider gehen damit keine Auslandtelefonate, aber Internet funktioniert zumindest, wenn auch später auf Tour öfter mal zig Balken eine gute Verbindung anzeigen, aber Timeouts dem Interneterlebnis etwas Frustrierendes verleihen.

Kreisverkehr in England - das ist doch etwas, vor dem ich im Vorfeld etwas Muffe hatte und gleich am Fährhafen kommen auch schon genug Kreisel zum üben. Ist aber auch nicht schlimm, wenn man begriffen hat, dass man sich umso weiter rechts einordnet, je länger man im Kreisverkehr fahren will oder muss. Das Linksfahren selbst ist aber einfach und ich habe es schnell verinnerlicht... außer in Ausnahmesituationen auf schmalen Straßen, wenn einer einem entgegenkommt und man instinktiv nach rechts ausweicht - Einheimische weichen nach links aus und schon kann man das Weiße in den Augen des Gegenübers erkennen. Das mulmige Gefühl in Rechtskurven mit Gegenverkehr kann ich aber bis zum Ende der Tour nicht ablegen. Irgendwie kommt immer der Eindruck auf, dass ich viel, viel zu weit in der Mitte bin.

Eine Tour Planung gibt es nicht und wir schauen einfach mal was auf uns zukommt. Die einzige Vorgabe ist, dass wir im Uhrzeigersinn durch Schottland wollen, also sofort Richtung Atlantik. Die meisten fahren entgegengesetzt und somit von der Fähre aus an der Nordsee entlang Richtung Norden. Unser erstes Ziel ist daher der Kielder Nationalpark, wo wir eine erste Benzinkocher Kaffeepause einlegen. Das Wetter ist jetzt nicht unbedingt so toll, aber zumindest regnet es dezeit nicht.

Kurz hinter dem Stausee queren wir die Grenze von England nach Schottland. Wobei ich ehrlich anmerken muss, dass der englische Grenzstein doch erheblich hübscher ist, als dieses Scotland Blechschild. Weiter im Osten hinter Lockerbie und Dumfries wird dann der erste Campingplatz angefahren, die ersten Nudeln gekocht und morgen wollen wir versuchen irgendwie elegant an Glasgow vorbeizukommen. Wie im Osten, so auch im Westen: Städte brauchen wir nicht.   

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Text&Bilder ©2o15 - Andreas Just      Letzte Änderung: 28.o7.2o15