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Touristen und Urlauber...
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am Wasser
Arschgeweihstempel
Arschgeweihstempel
Waschwasser
Waschwasser
Sascha
Sascha schweisst

Auf der Krim

Ukraine  Das Hotel, in dem wir auf der Krimtour schon einmal vor 6 Jahren waren, wollen wir wieder anfahren. Quer über die Halbinsel geht es - eigentlich hätte ich auch Lust auf den Süden, aber im Krimgebirge warten einige Schotterpisten und meine geschweisste Halterung will ich nicht unnötig beanspruchen. Und ausserdem ist es heiss und mein Standgas nervt und... ich brauche 'ne Auszeit. Es hat sich in den 6 Jahren aber einiges geändert. Wo damals noch heruntergekommene, fast menschenleere Urlaubsgebiete zu sehen waren, tanzt jetzt der Bär. Einge Bauruinen amerikanischer Investoren, die während der orangenen Revolution alles stehen und liegen gelassen haben, gibt es noch, aber überwiegend ist alles aufgehübscht und von Urlaubern durchflutet. Entsprechend ist auch das bekannte Hotel in Saky ausgebucht, aber wir haben Glück, denn nur wenige Meter weiter findet sich eine neugebaute Unterkunft in die wir uns 2 Tage einquartieren wollen. Aber 2 Tage sind zu wenig - sie wollen, dass wir 3 Tage buchen. OK - der Preis ist akzeptabel für Internet, Klimaanlage und unsichtbar parkenden Motorrädern. Wenn es uns nicht gefällt, fahren wir halt nach 2 Tagen.

Gegenüber befindet sich das 'Vergnügungsviertel' welches vor 6 Jahren eher einen deprimierenden Eindruck hinterliess, aber jetzt ist auch hier alles voller Leben. Diverse Magazine, Eisbuden, Restaurants und unzählige Stände, die allen möglichen Souvenir-Schnick-Schnack feilbieten. Dazwischen werben Fotografen mit exotischen Tieren, Arschgeweihe werden aufgemalt und, und, und...

Im Zimmer bekommt man davon kaum etwas mit, denn das Hotel ist komplett von einer hohen Mauer umgeben und nur leise dringt der Vergnügungslärm ans Ohr. Hier habe ich auch endlich die Musse den Bordrechner zu untersuchen. Der hat das Abenteuer leider nicht überlebt, denn so wie es aussieht ist im Bereich der Stromversorgung ein Platinenbruch zu beklagen - der Boden des Rechners wurde durch das Hinterrad vollkommen verbeult und eingedrückt. Wenn ich mal genug Zeit habe, verpasse ich dem Rechner zu Hause ein neues Netzteil - jetzt wandert er tief in die Packtasche. Ein paar weitere Schäden habe ich noch am Motorrad gefunden, aber nichts was die Sicherheit beeinträchtigen würde.

Eine Analyse des Drecks in meinen Klamotten schenke ich mir mal, aber das Wasser in der Duschwanne ist schon arg undurchsichtig und würde auf unbewohnten Planeten wohl für eine explodierende Evolution sorgen. "Bäh!" Das ist ja eher was zum schämen, aber ein Foto muss sein. So richtig sauber werden die Klamotten trotzdem nicht mehr, da wird die Maschine zu Hause einiges zu tun haben. Thomas und ich testen uns in den Tagen durch die Restaurants und Eisdielen und gammeln rum. Als grossartige Besonderheit ist eigentlich nur das Unwetter zu erwähnen, dass in der Nacht über die Krim durchzog. Heftiger Regen, Blitze, lautstarker Donner - wir sind jedenfalls froh ein festes Dach über dem Kopf zu haben, auch wenn der Strom für längere Zeit ausfiel. Dieses Unwetter hat aber in Russland, dort wo wir hergekommen sind, für so heftige Überschwemungen gesorgt, dass Menschenleben zu beklagen waren.

Odessa again

Das ist jetzt schon unser vierter Besuch in Odessa und inzwischen routiniert finden wir die Adresse mitten in der Stadt. Valeria und Sascha kommen uns auf dem Hof schon entgegen und schliessen die Garage auf; das Notwendigste wird abgepackt und wieder Orest Zimmer bezogen. Der - inzwischen schon Tradition - Wodkaabend, ist diesmal gar nicht so schlimm, den Valeria hat wieder einen neuen Lieblingswodka, der aus unreifen Ähren hergestellt wird und wirklich sanft ist. In der Nacht haben wir allerdings massiv mit Mücken zu kämpfen, Thomas und ich killen einige, aber wir kommen kaum dagegen an. Da es hier keinen See in der Nähe gibt, scheinen die sich in Blumenschalen und Gieskannen zu vermehren. Ist schon extrem und dieses Sirren und die Stiche... ich leuchte mit der LED Taschenlampe immer mal wieder die Wände ab und hinterlasse Flecke (sorry Orest) und erst spät in der Nacht herscht Stille.

Valeria und seine Frau müssen fast die ganze Zeit unseres Besuches arbeiten und haben keinen zusätzlichen Wohnungsschlüssel. So entscheiden Thoams und ich einfach mal ins Internetcafe zu gehen und danach die Gegend nach einem Biergarten oder ähnlichen zu erkunden. Das Internetcafe hat sich überhaupt nicht verändert, dunkel, schummrig und überall sind sie am daddeln. Wir finden auch danach auch ein Restaurant mit Tischen draussen und in der schwülen Abendluft ist das Bier besonders lecker, wenn es uns auch etwas wundert, als der Ober anfängt die Blumenkästen abzumontieren und ins Haus zu schleppen. "Die werden ansonsten geklaut!" meint er sinngemäss und als Hinweis, dass sie Feierabend machen wollen, gilt das natürlich auch.

Sascha hat meine Querstange des Kofferträgers geschweisst, an den Rahmen lasse ich ihn jedoch nicht, da das ein Thema für Triumph ist und der Rahmen in dieser Form eh nicht mehr durch den TÜV kommt. Wir könnten da zwar einiges kaschieren, aber darum soll sich wirklich Triumph kümmern. Den einen Überlaufschlauch, der beim Schweissen in Kasachstan rausgerissen wurde, habe ich aber wieder montiert. Wie der Tank abgeht, weiss ich ja inzwischen zur Genüge - sogar ohne alles Plastikgeraffel abzubauen.   

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Text&Bilder ©2o12 - Andreas Just      Letzte Änderung: 23.o9.2o12