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Bukhara
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Nachwuchsusbeken
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Arztbesuch
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Tristigkeit
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Sightseeing

Usbekistan  Am Nachmittag gehe ich dann auch mal zum kulturellen Teil über und nutze Thomas als Fremdenführer, der mich zu den Sehenswürdigkeiten bringt. Es sieht schon alles alt - oder sollte ich sagen auf alt getrimmt - aus, auch die vielgepriesenen Handwerker sind allenthalben zu sehen, aber in erste Linie doch eher um ihre teuren Waren an den Touristen zu bringen. An jeder Ecke wird man angequatscht und schaut man sich ein Teil etwas genauer an, ist man schon als potentieller Geldgeber in Gesprächen verwickelt. Solche Touristenzentren sind wirklich nicht meine Welt. Zwei Motorradfahrer gurken hier rum - deutsche Nummernschilder sind zu sehen und so quatschen wir sie an. Sie kennen uns, aber wir sie nicht. Olaf hat sie wohl unterwegs getroffen und von uns erzählt und auch mein Blog ist bekannt. Die Welt ist klein und Motorradreisende kennen sich irgendwie allesamt untereinander, wenn sie in die gleichen Gebiete fahren. Wir verabreden uns für den Abend zu einem Bier und Essen, da sie ein anderes Hotel als Empfehlung haben.

Das Essen ist hier am künstlichen See um Ecken besser, als der Kram von gestern. Es ist auch erheblich voller und nach ein paar Bier und viel Geklöne verabschieden wir uns in unser Hotel, denn morgen gehts weiter. Allerdings war es eine 'beschissene' Nacht. Sowohl Thomas und ich klagen über massiven Durchfall - wir haben das miese Schaschlick im Verdacht, denn das würde zeitlich einigermassen passen. Ich schlucke einige Kohletabletten, Thomas lässt sich einen Arzt kommen, der ihn kurz durchchecked, eine Spritze verpasst und mit einem Rezept zur Apotheke schickt. Bei mir misst er Blutdruck, aber eine Spritze möchte ich nicht haben. Da wird schon wieder vorbeigehen und ich kenne es ja schon von unserem letzten Besuch in diesem Land.

Jetzt sitzen wir aber endlich wieder auf den Motorrädern und nach ein bischen Suchen gibt es auch 91 Oktan Benzin. Üblich ist hier 80er und alles darüber eher Mangelware. Die Hitze ist wirklich nervig. Man soll ja viel trinken und wir haben uns auch gut eingedeckt, aber wenn das Wasser so langsam die Aussentemperaturen annimmt, ist das eher für die Kaffeezubereitung geeignet, als zum Trinken. Ich habe zwar ein altes Handtuch, das immer nass um die Flaschen gewickelt wird, aber das funktioniert nur eine halbe Stunde lang, dann ist es knochentrocken und der Verdunstungskühlschrank ganz einfach verdampft. Ich werde wohl doch mal irgendwas mit Peltierelementen bauen, um zumindest ab und zu Mal etwas Kühles unterwegs zu bekommen. In den Läden gibt es meist kalte Getränke, sogar Eisklumpen in Flaschen haben wir bekommen, aber bei diesen Temperaturen hält das auch nicht lange vor.

Ich habe sooo einen Hals...

"Wenn ich den usbekischen Verkehrsminister in die Finger bekomme, dann ....!", denke ich mir und lasse mich weiter durchrütteln. Wir sind ja schon viele mistige Strecken gefahren, aber das hier in Richtung Nukus ist wirklich unter aller Sau. Kariöse Asphaltpiste mit vor Jahren angefangenen Baumassnahmen würde ich das mal kurz und knapp bezeichnen. Es gibt wirklich kein Tempo, bei dem man zumindest etwas Rücksicht aufs Material oder sich selbst nehmen könnte. Harte Schläge in Schlaglöchern, die nicht sichtbar sind, weil sie mit Schotter oder Sand gefüllt sind, harte Schläge an Asphaltresten, die plötzlich aus der Schotterschicht auftauchen, harte Schläge auf Wellblech, das aber keinerlei Regelmässigkeit aufweist und somit auch keine angepasste Geschwindigkeit erlaubt. Wir sind mehr als genervt, dazu die Hitze, der Staub, das... ehrlich: "Der Verantwortliche bekommt echt Stress mit mir, wenn ich den in die Finger kriege", aber vorher muss er eine Woche lang diese 100km Piste hin und herfahren. Immerhin wird aber abschnittsweise daran gebaut und evtl ist diese nicht genau zu bezeichnende Strecke irgendwann mal fertig. An anderen Stellen im Land zeigen sie ja, dass sie es können.

Durchgeschwitzt, fix und fertig wirds schon wieder ein Hotel, diesmal in Turktul. Die Klimaanlage verhält sich zwar eher wie ein Lüfter, aber gegenüber ist ein Supermarkt mit massenhaft Kühltruhen. Bier, Cola, Saft, Wasser, nach dem Einkauf haben wir mehr als genug, um den Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufrischen und die Dusche funktioniert zumindest auch ein bischen. Was war das für ein Dreck heute...

In der Nacht werden wir von hektischen Klopfen an die Tür geweckt. Thomas KTM verliert massiv Benzin und nachdem er unten war, meint er zu mir, dass der Benzinhahn der einen Tankhälfte aufgedreht war und ausserdem fehlt ihm die Flasche Cola, die hinten am Koffer befestigt ist. Da hat wohl einer an den Motorrädern rumgefummelt, die allerdings verschlossen im Hof des Hotels stehen.

Eine einzige Zapfsäule und die hat wirklich 91 Oktan? Dann glauben wir es mal, aber ich schätze da wird nur 80er drinnen sein. Die Tiger hat ja einen Klopfsensor und reagiert bei weiten nicht so sensibel auf diesen Sprit wie der alte Tiger, der unter heftigen Klopfen und Qualmen noch fährt, sich aber sehr, sehr krank anfühlt. Der neuen Tiger fehlt zwar Leistung, aber lässt sich problemlos fahren. Die Strassen sind jetzt wieder besser, teilweise sogar wieder wie 4 spurige Autobahnen, deren Fahrspuren mit der hier üblichen Betonmauer getrennt sind. Geisterfahrer gibt es auch wieder genug, oder sind wir auf der linken Seite falsch...   

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Text&Bilder ©2o12 - Andreas Just      Letzte Änderung: 23.o9.2o12