Fassade
Fassade
mieses
mieses Schaschlick
Hitzeschrauberei
Hitzeschrauberei
Bukhara
Bukhara
Bukhara
Bukhara

Hitze und frischer Fisch

Usbekistan  Heiss ist es, so richtig schön heiss und ein paar Bäume am Strassenrand versprechen zumindest etwas Schatten. Wir lassen uns hier nieder, kochen Wasser und trinken unseren Kaffee - da kommt ein Polizei- oder ist es ein Militärauto und ein Uniformierter steigt aus. Was wir hier machen und wohin wir wollen. Er sei für die Gegend zuständig und fährt Kontrolle. Unsere Frage ob er Polizist oder Soldat ist, beantwortet er voller Stolz, dass er zur Miliz gehört. Na Danke! ...aber zumindest ist er ganz nett und gibt uns noch einen Tip, dass wir auch den Feldweg weiter fahren können, um auf die von uns gewünschte Strasse zu kommen, aber der Weg sei schlecht.

Was schlecht halt so heisst - ein paar Löcher im Feldweg, ansonsten nicht zu vergleichen mit den offiziellen Strassen, über die wir uns schon gequält haben. OK - wir kommen auf der falschen Seite der Autobahn rauf, aber hier in Usbekistan fährt man dann halt als Geisterfahrer, bis es eine Möglichkeit gibt, auf die richtige Seite zu kommen, wo einem allerdings auch Fahrzeuge entgegen kommen können. Das sieht man hier alles nicht so eng. Manchmal wird man sogar bewusst auf die andere Seite geführt, weil eine Baustelle im Weg liegt, aber eine offizielle Zurückführung gab es nie. Muss man sich wohl selbst denken, wann man den Geisterfahrestatus aufgeben darf.

Zum Essen gibt es diesmal frisch zubereiteten Fisch am Strassenrand. Ein Wok auf einem Feuer und daneben ein ca 2x2m grosses, wassergefülltes Betonbecken mit Fischen. Thomas sucht einen aus, der dann gefangen, getötet, ausgenommen und im Wok gebraten wird. Das ist wirklich lecker und frischer geht es kaum. In Bukhara wollten wir eigentlich in das uns bekannte Hotel von der letzten Pamirtour, aber wir haben es nicht gefunden. Ein Taxifahrer sieht unser zielloses Rumgurken und meint, dass wir ihm folgen sollen. Er bringt uns zu einem Hotel mitten in der Altstadt. Klimanlage, WiFi und die Motorräder stehen im Hof des angrenzenden Gebetshauses. Wirklich nicht schlecht, wenn es auch nichts zu Essen gibt und der Wirt uns das Restaurant auf der Strasse empfiehlt. Wir können es aber jetzt nicht mehr empfehlen. Die Schaschlickspiesse sind kurz, das Fleisch ist mit Knochen, Knorpel und Fett durchzogen aber zumindest zeugt der Preis von einem guten Essen - sprich überteuert ist es auch noch. Einmal und nie wieder - es gibt ja auch noch Supermärkte und andere Restaurants.

Wieder Schrauben...

Da mich das schlechte Starten des Tigers inzwischen massiv stört - zur Erinnerung: beim Starten muss man das Gas bei höherer Drehzahl halten und dann verfällt einen Moment später das Steuergerät in einen Notfallmodus - und auch diese Standgasproblematik langsam an den Nerven zehrt, ist für mich heute Schrauben angesagt. Ich hatte die Hoffnung, dass ich das im schattigen Hof des Gebetshauses machen darf, muss aber leider doch vor das Tor in die pralle Sonne. Zum Glück spendet ein Mauer etwas Schatten, in den ich mich öfter mal zurückziehe, denn bei über 40C macht das hier wirklich keinen Spass. Thomas ist derweil in der Stadt unterwegs - ich habe es ja nicht so mit Kultur ;-)

Der Tank ist schon runter, jetzt noch die Airbox raus, kurze Pause im Schatten und dann ran die Box... UND... Da ist ein nicht angeschlossener Schlauch! Der gehört auf den MAP-Sensor, der am Luftfilterkasten sitzt. Den hat wohl jemand in Almaty übersehen - da haben ja viele dran gebastelt - und das könnte die Lösung aller Probleme sein. Die Hitze habe ich inzwischen vergessen und baue den ganzen Kram zügig wieder zusammen, den Tank drauf, Schlüssel rein und ab die Luzi...
Die Maschine startet sofort, Standgas ist sofort da, nichts geht aus. Ich bin jetzt wirklich so richtig zufrieden mit diesem Erfolgserlebnis und möchte schon fast von Euphorie reden. Die Hitze ist vergessen und nachdem die Tiger wieder im Gebetshaus steht, gehts unter die Dusche, denn Schweiss, Öl und Staub geben eine richtig schöne Mischung ab. Solche Fehler unterwegs haben ja den Riesenvorteil, dass man seine Maschine richtig kennenlernt und so nach und nach das Neue seine Schrecken verliert.

Aber eine Sache ärgert mich immer noch - ich kann nicht entdecken, was die Ursache für das extreme Geradestehen auf dem Seitenständer ist. Das Federbein ist knochentrocken und Dämpfung ist ja auch da, also kann es nicht an fehlenden Öl liegen. Das ist wohl wirklich die Feder, die sich massiv setzt. Viel Luft habe ich mit der Federvorspannung auch nicht mehr, um das auszugleichen. OK - die Strassen hier sind wahrlich kein Kindergeburtstag und die 20000km auf der Uhr zeugen schon von etwas Einsatz. Da brauche ich wohl definitiv ein neues Federbein nach der Tour. Ohne Gepäck steht sie übrigens klasse - ich schätze mal, dass ich das dann gar nicht bemerkt hätte. Naja - muss ich es halt bei Stops jetzt so wie Thomas mit seiner KTM halten - passende Stopposition suchen oder mit dem Fuss Löcher für den Seitenständer buddeln - es gibt Schlimmeres, Hauptsache ich habe wieder Standgas!   

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Text&Bilder ©2o12 - Andreas Just      Letzte Änderung: 23.o9.2o12