Grenze
Grenze dicht
Zentimeterweise
Zentimeterweise Geld
Landschaft
Landschaft
Sturzsensor
Sturzsensor die 2.
Klönschnack
Klönschnack

Usbekistan

Usbekistan  Christian ist gestern schon aufgebrochen und wir können mit dem ab heute gültigen Visum endlich Richtung Usbekistan weiterreisen. So früh wie möglich los, lautet die Devise, damit heute auch noch etwas Strecke geschafft wird, aber leider hat die Grenze mit unserem frühen Andrang nicht gerechnet und noch zu. Fast 2 Stunden gammeln wir hier zwischen Autos und Fussgängern am geschlossenen Grenztor rum - es wird langweilig. Das erste Auto wird reingelassen, gleichzeitig geht das schmale Fussgängertor auf. Die Menschen drängeln, steigen auf die kniehohe Mauer, die den Zufluss zum Tor etwas kanalisieren soll, Gepäckstücke werden über die Köpfe anderer gereicht, es wird geschriehen und gleich kloppen sie sich bestimmt. Zum Glück stehen wir hier in der KFZ-Schlange, aber das dauert und dauert. Immer nur ein Auto wird eingelassen und von weiten kann man sehen, dass wirklich alles durchgesehen wird. Auch das hier ist eine der Hauptdrogenrouten. Uns lässt man aber dann relativ zügig weiter und jetzt gehts wieder in Richtung Seidenstrasse.

Bewaffnete Soldaten stehen hier an jeder Brücke, an jedem Tunnel, an jeder stretegisch wichtigen Stelle und die Strassenkontrollen werden durchs Militär durchgeführt. Diese zentralasiatischen Länder sind sich allesamt nicht grün untereinander. Usbekistan braucht für die Baumwollfelder zuviel Wasser aus dem Aralsee, deswegen gibt es Ärger mit Kasachstan. Tadschikistan will einen Stausee ins Pamir bauen, womit Usbekistan weniger Wasser aus der Richtung bekommen würde und zwischen Kirgisien und Usbekistan gibts u.a. Probleme wegen der Usbeken in Kirgisien und umgekehrt. Deswegen ist es bei Reisen nach Zentralasien auch immer wieder spannend welche Grenze nun wo passierbar ist. Ist schon ein Kreuz mit den Politikern dieser Welt.

Der letzte höhere Pass auf unserer Reise hält noch einmal Regen für uns bereit und dann sind wir auch schon in Tashkent in dem uns bekannten "Luxushotel" Dedemann. Am Abend versuchen wir noch so etwas wie einen Biergarten oder ähnliches zu finden, aber ausser einer überlauten Outdoordisco neben dem Hotel findet sich diesbezüglich nichts und die Hoffnung zumindest etwas Bier in diesem wirklich sauberen und grossen Supermarkt zu kaufen, erfüllt sich leider auch nicht. Der Supermarkt ist wohl, da es keinen Alkohol und keine Zigaretten zu kaufen gibt, ein rein muslimischer Laden. So bleibt nur noch das hoteleigene Restaurant für das Feierabendbier und ein 1cm Stapel Geldscheine dieser seltsamen Währung wechselt den Besitzer. Sum heisst das Zeugs und der grösste Schein ist ein 1000er, aber nur knapp 41 Eurocent wert. Da wir beim Wechseln auch 200er und 500er Scheine bekommen haben, ist das Portemonaie wie üblich in Usbekistan ausrangiert, Gummibänder halten wieder das Geld zusammen und diese Zählerei bei den abgegriffenen Scheinen ist mehr als nervig.

Richtung Bukhara

Der Himmel ist dunkel, grau und nur eine Richtung sieht es etwas heller aus. Ich frage den Portier ob sich Bukhara da hinten befindet, aber das weiss er nicht, auch die Richtung in der Samarkand liegt, ist ihm unbekannt. Naja - lassen wir uns überaschen und als mein Computer rennt, weiss ich, dass wir Glück haben werden... Die Strassen sind ganz OK, aber bergab geht mal wieder nach einem Schlaglochkontakt der Motor der Tiger aus. Mit meinem frisch erworbenen Schrauberwissen, ist das eigentlich schnell behoben, wenn ich Werkzeug hätte, aber das habe ich ja dem Techniker in Almaty geschenkt und so komme ich nicht an den Sturzsensor, der sicherlich wieder daneben liegt. Thomas hat mein Stehenbleiben mitbekommen und dreht um, aber da vorne ist auch eine Polizeikontrolle und so muss er auf der gegenüberliegenden Fahrbahn, die von dieser durch eine Betonabsperrung getrennt ist, einige Kilometer zurückfahren, dann wieder hierher und jetzt kann ich endlich um sein Werkzeug bitten.

Wie erwartet ist es der Sturzensor, der jetzt aber mit einem Handtuch und einigen Kabelbindern an seiner Position fixiert ist. Ich habe den in Almaty richtig montiert, aber der wird mit 2 nicht ganz geschlossenen Haltelöchern, in die Gummitüllen eingeschoben werden, am Kunststoff unter der Gepäckbrücke befestigt. Es wird wohl so sein, dass seitliche Schläge - Schlaglöcher gibts ja auch in Kurven - dazu führen, dass sich eine Seite in das Gummi verkeilt und mit der Zeit rausarbeitet (versteht keiner - ich weiss... aber die, die das Teil kennen, wissen was ich meine). Beste Lösung wird wohl sein, da einfach um das Gummi noch ein paar Windungen Sehne oder ähnliches mit reinzuwickeln, bevor man verschraubt, denn die Kabelbinder halten auch nicht so richtig.

Hoffentlich werden wir jetzt nicht an der Polizeikontrolle zu lange aufgehalten, denn Thomas ist ja kurz vorher abgedreht... das könnte schon ein paar Fragen aufwerfen. Aber die scheinen unser Basteln gesehen zu haben und unbeheligt werden wir durchgewunken.   

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Text&Bilder ©2o12 - Andreas Just      Letzte Änderung: 23.o9.2o12