muslimischer
muslimischer Friedhof
die
die Hitze...
Bastelei
Bastelei am...
...Strassenrand
...Strassenrand
Die
Die Tür hält

Abzocke die Zweite

Kasachstan  Eigentlich sollte die Strasse ja hinter Aralsk besser werden, aber dieser Wechsel zwischen Top und Flop, zieht sich auch hier über Kilometer hinweg - es nervt wirklich. Richtung Norden sieht man die Basisstation von Beykanor, dem Raumflughafen der Russen. Die Startrampen sind aber unsichtbar noch weiter nördlich. Ich würde mir sowas ja gerne mal ansehen, aber Besichtigungen kann man nur über Moskau buchen und die sind auch nicht ganz billig. Wenn man es zeitlich passend einrichtet und sich einen Zeltplatz in der Gegend sucht, kann man evtl ja einen Raktenstart mitbekommen, aber die sind meist zum Monatsende und bis dahin ist es noch etwas Zeit.

"1000EUR pro Person??? Ha!Ha!Ha!" lache ich gekünstelt übertrieben laut auf, nachdem mir der Polizist diese Zahl auf einen Zettel schrieb und mir hier im Polizeiauto gezeigt hat. "Willst du mich verarschen?" Nein natürlich nicht, denn alternativ würde er auch meine Kamera haben wollen - Thomas, der draussen von dem anderen korrupten Polizisten festgesetzt ist, hat ja auch eine, dann bräuchte ich doch keine. Nach nicht endend wollender Diskussion in diesem stickigen Polizeiauto, soll ich vorschlagen was mir unsere Papiere wert sind. Für euch Arschlöcher garnix, denke ich mir, nenne dann aber doch so 10$ und die Feilscherei beginnt. Das Vergehen ist jetzt plötzlich nur noch 50 wert. Wie wäre es mit 20? Fünfundzwanzig sind dann OK - ich gebe ihm das Geld, habe aber nicht mit seiner Intelligenz gerechnet - natürlich 25 pro Polizist und pro Vergehen, wir sind ja beide viel zu schnell gefahren, also 100. Ich drück ihm nochmal 25 in die Hand, fordere nachdrücklich unsere Papiere und will nur noch weg. Scheisse, eigentlich diskutieren wir sowas bis zum Ende aus und kommen meist ungeschoren davon, aber die waren wirklich penetrant und die uns vorgeworfene Geschwindigkeitsüberschreitung von 63km/h statt erlaubter 60km/h ist ja nun auch absolut intolerabel... Mist! unsere erste Strafe in Kasachstan.. .

Weiter gehts mit Wut im Bauch Richtung Shymkent, aber auf den Schotterabschnitten kann man sich ja so richtig ablenken, während es auf dem langweiligen Asphalt genug Zeit gibt, über diese korrupten Ars... nachzudenken. Die Sonne steht schon wieder recht tief und es wird Zeit für einen Zeltplatz. Sehr viel Auswahl, um unsichtbar die Nacht zu verbringen, gibt es hier allerdings nicht. Ein angefahrener Funkmast, der hinter ein paar Büschen liegt, entpuppt sich mit seinem matschig-trockenen-aufgewühlten Boden als eher ungeeignet. Thomas findet dann auf der anderen Seite des Strassendamms eine Abstellfläche für Baumaschinen und da wäre auch Platz für Zelte. Kurzerhand fahren wir runter und werden gleich von einem Wachposten aufgehalten. Ein kurzer Smalltalk zwischen ihm und Thomas und wir dürfen da unter Bewachung zelten. Am morgen kommen dann all die Bauarbeiter zu Besuch, die ihre Maschinen hier parken und unter Geklöne packen wir die Maschinen.

Die Strasse wird einfach nicht besser, wieder und wieder wechseln Umgehungspisten mit neuen Asphaltstrassen, bis 100km vor Shymkent geht das noch so, dann hat der kasachische Strassenbauminister ein Einsehen mit uns und es geht gut voran. Nach den Tagen in der Steppe, ist der Stadtverkehr hier wirklich nervig, aber wir finden das Hotel von vor 2 Jahren recht schnell wieder, quartieren uns ein, geniessen die Dusche, etwas Klamottenwäsche ist auch angesagt und wo es was zu essen gibt, wissen wir ja auch noch.

Nix geht mehr...

Im Gegensatz zur ersten Pamirtour verlassen wir die Stadt diesmal auch auf eigenen Rädern und nicht im LKW, aber ...

...jetzt stehen wir hier an der Umgehungsstrasse bei Taraz. 150km sind wir weit gekommen, bis ich in einer Kurve einem LKW ausweichen musste, der mir auf meiner Spur entgegen kam. Die Ausweichlinie führte dann durch ein heftiges Schlagloch und die Tiger ging aus. "So ein Scheiss!!" dachte ich mir nach dem wiederholten Drücken auf den Starterknopf. Da wird sich wohl durch den Schlag irgendein Stecker gelockert haben und während ich noch eine Sichtkontrolle machte, kam Thomas auch schon wieder zurück. Zu allem Überfluss ist es hier auch noch richtig schön heiss und kein erreichbarer Schatten in Sicht. Da die Sichtkontrolle ergebnislos verlief und auch alle Sicherungen in Ordnung sind, muss irgendwas an den Motorsteckern nicht korrekt sein.

Also wird alles abgerödelt und das erste Mal der Tank abgebaut. Die Plastikteile können einen wirklich nerven, wenn ein Sturzbügel montiert ist, aber unter Biegen und Gewürge gehen die dann auch ab. Die ersten Zuschauer finden sich ein, Kinder sind auf uns aufmerksam geworden und während wir noch Fehlersuche machen, kommen immer mehr dazu und jeder gibt uns Tips was zu machen ist. Es nervt so langsam, auf dem Notebook ist hier in der Sonne nichts zu sehen und somit das Werkstatthandbuch nicht nutzbar. Ein Anruf bei meinem Händler bringt auch nur die Erkenntnis, dass der Bordcomputer entscheidet, ob gestartet wird oder nicht. Inzwischen klackt noch nichtmal mehr das Anlasserrelais - vorhin ging das noch...

Ich würde mal sagen, dass ich mit der derzeitigen Gesamtsituation nicht so ganz zufrieden bin und es wird Zeit für eine uns bekannte Transportmöglichkeit nach Almaty auf der uns bekannten LKW-Strecke in die uns bekannte Werkstatt. Einen hilfsbereiten Autoelektriker, der aussieht, als wenn er bei ZZ-Top bartmässig in die Lehre ging, müssen wir noch erklären, dass er mit der 12V Prüflampe hier nicht weit kommt, da "Kompuuter, Kompuuter, njet Brumm!" die Ursache ist. "Oooh! Kompuuter" resigniert er und zieht frustriert von dannen.   

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Text&Bilder ©2o12 - Andreas Just      Letzte Änderung: 23.o9.2o12