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Richtung Georgien
am
am Wegesrand
Kaukasus
Kaukasus
Tschetschenien
Tschetschenien
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back in Russia

Über den Kaukasus

Türkei  Die Grenze nach Georgien steht für heute auf der Route. Und die ist voll. Das sieht zwar im ersten Moment nicht so aus, aber als der Polizist uns nach links zum Anstellen schickt, sehen wir, dass da eine lange Schlange hinter einer abgegrenzten Autospur an der Mauer steht. Wir sollen ganz ans Ende, was wir dann auch etwas gefrustet machen. Aber wir haben nicht mit den Türken gerechnet. Das kommt ja gar nicht in Frage, dass wir uns hier anstellen - seht zu, dass ihr nach vorne durchfahrt, interpretiere ich mal die Aussage und wir drängeln uns vor, passieren wieder den Polizisten, der nix sagt, und quetschen uns zwischen den Autos rein in die Grenzanlage, bis es wirklich nicht mehr weiter geht. Soweit ganz gut, aber es ist heiss und ausserdem ist direkt neben uns so eine Loch schlagende Baumaschine - genannt Presslufthammer, die höllischen Lärm verursacht.
Ich liebe Grenzübergänge...

Georgien  2 Stunden später sind wir aber endlich in Georgien - Probleme gabs keine, aber es zieht sich hin, wenn Hinz und Kunz kontrolliert werden. Es wird einem dabei immer wieder bewusst, wie schön wir es doch im Schengener Raum haben (wenn man dazu gehört).

Leider ist hinter der Grenze gleich die Stadt Batumi zu meistern. Quer durch Industriegebiete führt die Route. Die Strassen sind in einem miserablen Zustand und die Verkehrsteilnehmer ... nun ja .. wenn sie hupen haben sie dich zumindest gesehen. Bin ich froh, wenn wir hier endlich wieder raus sind.

Die letzte Nacht haben wir wild gezeltet. Ein netter, kleiner Platz direkt am Fluss Rioni, nicht weit von der Strasse entfernt, aber durch ein kleines Wäldchen uneinsehbar. Thomas braucht am Morgen zwar Starthilfe von der Tiger, weil wohl das Navi über Nacht an der Batterie hing, ansonsten ist nichts besonderes zu berichten. Aber da es so schön war und die Leser meiner alten Reiseberichte sich evtl noch vage daran erinnern: Die Tiger hat der KTM Starthilfe geben müssen - nicht umgekehrt ;-)

Russland  Jetzt hoffen wir mal, dass die Grenze nach Russland offen ist, sonst müssen wir den ganzen Weg zurück. Immer weiter schraubt sich die Strasse in den Kaukasus hinauf und wird dabei schlechter und schlechter, während die Landschaft um einen herum spektakulärer wird. Schade, dass es hier soviele autonome Gebiete gibt, eine ausgeprägte Rundtour durch den Kaukasus wäre sicherlich eine Reise wert. Die Informationen stimmen - die Grenze ist seit dem 1.Mai offen und wir kommen problemlos nach Russland, um einige Kilometer im Landesinneren wieder einen wilden Zeltplatz zur Übernachtung anzufahren.

Die beiden da hinten im Auto machen irgendwas, was Frauen und Männer halt so machen, aber untermalt von wummernden Bässen. Irgendwann merken sie, dass wir in der Nähe zelten und sie ziehen ab. Die letzten Jugendlichen treffen sich noch mal kurz mit ihren Autos unter den nahen Bäumen und dann kehrt endlich Ruhe ein. Ich dachte schon die feiern die ganze Nacht und beglücken uns mit ihrer Mucke.

Grosni? Da war doch was? Eigentlich vollkommen ungeplant, aber es liegt nunmal auf der Strecke, sind wir mitten in Tschetschenien. Ganz so überraschend war es natürlich nicht, denn zum einen sind die unzähligen Militärposten und Strassensperren schon sehr auffällig und Karten können wir ja auch lesen. Die Menschen freuen sich riesig uns zu sehen - es ist fast wie im Iran und scheinbar ein Markenzeichen für Länder/Gebiete, die bei uns einen schlechten Ruf in den Medien haben. Nur wenige Fremde wagen sich wohl hierher, aber da wir am hellichten Tag durchreisen, uns aus Städten soweit wie möglich fern halten, fühlen wir uns hier auf dem Land absolut sicher. Gut! die Wege sind wirklich Müll, wenn man sich von der Hauptstrasse entfernt, aber wir fahren ja alle Reiseenduros...

Wenn auch dieser Abschnitt jetzt und bei der Hitze anfängt zu nerven. Eine letzte Strassensperre und das hier ist jetzt das echte Russland. An einem kleinen Kaffee machen wir eine Pause und merken schnell, dass die Mädels am Nachbartisch so langsam nervös werden ... ist ja auch kein Wunder, wenn 3 gestandene und gutausehende Männer hier ihren Tee schlürfen. Die erste traut sich und kommt auf uns zu und fragt... ....ob sie mal die Motorräder knipsen darf. Shit! da war das Kopfkino mal wieder weitab der Realität ;-) Zu den Frauen gesellt sich noch ein Polizist mit Kalaschnikow und allesamt dürfen mal auf einem der Motorräder sitzen und fotografieren.   

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Text&Bilder ©2o12 - Andreas Just      Letzte Änderung: 23.o9.2o12