nochmal
nochmal zahlen
Stop
Stop in Kroatien
Serbien
Serbien
Bikerhotel
Bikerhotel
drinnen
drinnen

Los gehts...

Deutschland  ...diesmal aber über Österreich, Slowenien, Kroatien u.w. Bei Regensburg sammeln wir auf einem Autobahnparkplatz Olaf ein, um - für ihn - wenige hundert Kilometer später schon wieder einen Campinplatz anzufahren. Der Platz kurz vor Passau ist riesig und recht voll belegt. Olaf hat die Rezeption rechtzeitig gesehen und parkt an der Strasse, während unsere Kisten um die Ecke stehen. Wir latschen zum Eingang und zu dritt gehts dann in die Rezeption. Ein kleines Mädchen sieht uns drei, die eine BMW und meint logisch schlussfolgernd zu ihrer Freundin: "Guck mal 3 Männer auf einem Motorrad!" Dann könnte man sich ja prima die Spritkosten teilen, denke ich mir und muss etwas schmunzeln.

Der uns zugewiesene Zeltplatz ist schon von einem riesigen und mehreren kleinen Zelten einer grosse Gruppe Jugendlicher belegt und irgendwelcher Rap-Kauderwelsch kreischt verzerrt aus dem Gettoblaster. Das ist ja echt nix für uns alte Männer - wenns zumindest anständiger Rock oder Heavy-Metal gewesen wäre, aber Rap... Also suchen wir uns einen Wohnmobilstellplatz, der gross genug ist, um 3 Zelte aufzunehmen - wir sind ja nur eine Nacht da und es wird schon keiner meckern.

Österreich  Slowenien  Kroatien  Mautplakette gekauft und rein nach Österreich. Schnell gehts über die Autobahn gen Süden, aber was mich dann doch etwas stört: Da habe ich nun eine Plakette an der Scheibe hängen, darf aber noch mal - sogar mehr als die einfache Plakette kostet - für ein paar Tunnel abdrücken. Slowenien kassiert dann auch etwas und in Kroatien suchen wir uns an einem Feldweg etwas abseits der Strasse einen Platz zum Übernachten.

Serbien  Auf der E75 wird die Fahrerei langsam langweilig und all die von der Strasse abgekommenen LKws zeigen auch, dass es anderen ähnlich geht. Plötzlich stockt und staut sich der Verkehr. Wir schlängeln uns durch um dann von einer quer über die Strasse liegenden Mitteleitplanke aufgehalten zu werden. Davor noch einige dutzend Schaulustiger und dahinter ein LKW mit massenhaft Kloschüsseln, die auf der Strasse liegen. Polizei ist noch nicht vor Ort, aber das hier entspricht trotzdem einer Vollsperrung.

Nach kurzer Sondierung der Lage meinen Thomas und Olaf, dass wir über die Leitplanke fahren, irgendwie am LKW vorbeikommen und dann weiter, denn das kann hier alles noch einige Zeit dauern. Mit etwas mulmigen Gefühl fahre ich über diese wackelnde und schwingende Metallschlange.

"Nur nicht hinlegen - hier gibt's zuviele Zuschauer"

male ich mir ein Scheitern aus. Klappt aber alles problemlos und am LKW Heck kommen wir auch eingermassen durch den Kloschüsselschrott um dann vor der zweiten Mitteleitplanke zu stehen - die quert ebenfalls komplett beide Fahrbahnen und den Standstreifen. Aber ich habe sowas ja gerade eben erfolgreich geschafft und lasse nun auch dieses Hinderniss problemlos hinter mir. Respekt an den LKW-Fahrer - eine solch vollendete Vollsperrung habe ich bisher noch nicht gesehen ;-)

Dafür ist die Bahn jetzt wunderbar frei und wir kommen gut voran, bis es wieder auf Landstrassen geht. Thomas fährt in einen Ort ein, am Strassenrand tummeln sich ein paar Hunde von denen einer plötzlich vor die KTM schlendert. Schlendern ist das richtige Wort - der war irgendwie vollkommen unaufmerksam. Thomas erwischt ihn jedenfalls mit dem Vorderrad mittig, der Hund fliegt zur Seite und rutscht noch ein gutes Stück auf der Strasse parallel zu mir, "Was 'ne Scheisse" denke ich nur, aber der war sicherlich sofort tot. Wir passen immer höllisch auf, wenn Tiere am Strassenrand sind und haben auch schon oft gefährliche Situationen erleben dürfen, aber irgendwann passiert es halt mal. Schade um den Hund und danke, dass Thomas nicht gestürzt ist.

Bulgarien  Nach einer Adrenalinabbaupause geht es jetzt zügig gen Bulgarien, um irgendwo bei Sofia eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Die bietet sich dann in Form einer Bikerkneipe, vor der schon einige Motorräder stehen. Ein nett hergemachtes Lokal mit einigen Wohnwagen und ein paar kleinen Hütten, die man zur Übernachtung mieten kann. Aber auch eine klitzekleine Rasenfläche hinterm Haus, auf der wir umsonst zelten dürfen. Richtige Klos und Waschgelegenheiten runden das Angebot ab. Ist nicht schlecht hier und der Besitzer mit Herzblut bei der Sache. Allerdings sind die meisten Motorräder vor der Tür Dummies - sprich keine Gäste, sondern irgendwelche Schrottfahrzeuge - aber uns hat es immerhin angezogen und ein netter Abend im Lokal beendet den Tag.

Die massiven soziale Unterschiede sind in Sofia sichtbar. Ein wilder Slum am Flussufer und 100m weiter Hochglanzeinkaufspassagen, aber nichts hält uns auf, denn Städte sind wirklich nicht unser Ding und mit etwas Glück schaffen wir heute auch noch Istanbul.   

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Text&Bilder ©2o12 - Andreas Just      Letzte Änderung: 23.o9.2o12