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Restaurant
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BIG-Treffen
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Abschluss
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Bürokratie

Slowakei  Endlich die Grenze zur EU - hier gibts dann hoffentlich keine korrupte Polizei mehr...

...aber dafür europäische Bürokratie. Ich hatte mir in der Ukraine eine Stange Marlboro gekauft, die auch schon angebrochen ist. 8 Schachteln sind noch drinnen. Die Frage nach Zigaretten beantworte ich demnach mit Ja. War ein Fehler, denn angeblich darf man aus der Ukraine nur 2 Schachteln pro Person mitbringen. Ist mir vollkommen neu, wäre aber ein neues Gesetz der EU (zu dem aber auch im Internet nichts zu finden ist und der Zoll in Hannover weiss davon auch nichts). OK - somit habe ich mich wohl eines Zollvergehens schuldig gemacht. 2 Schachteln gebe ich Thomas, 2 nehme ich, bleiben 4 Schachteln zuviel. Nachversteuern ist nicht und in der EU darf das Zeugs auch nicht verbleiben?

Erstmal heisst es jetzt warten bis ein Protokoll erfasst und geschrieben ist. Eine gute halbe Stunde vergeht und dann werde ich ins Gebäude gewunken. Die Zollbeamtin legt mir 3 eng beschriebene A4 Blätter in Tschechisch vor, die zu unterschreiben sind. Ich weigere mich jedoch und verlange zumindest was englischsprachiges. Die Stimmung kippt, aber ich beharre auf eine Übersetzung, schliesslich wird ein Kollege mit Englischkenntnissen von der Kontrolle draussen dazu gerufen und der erklärt mir grob was da drauf steht. Sieben Unterschriften auf drei Zetteln ist dann das Resultat.

Das Schmuggelgut in Form von 4 Schachteln Marlboro darf ich dann eigenhändig in Begleitung eines Beamten die 250m zurück bis zum ukrainischen Schlagbaum bringen und muss es dort in eine bereitgestellte Mülltonne werfen (aus der es sicherlich am Abend wieder rausgefischt wird). Falls jemand zu diesem angeblichen Gesetz einen Link hat, würde mich das freuen. Eine wirklich tolle Begrüssung in der EU, aber was soll's...

Nachtrag: Ich hab den Zettel von Jana, einer Kollegin von mir, übersetzen lassen. Ist im Grunde nur ein Protokoll meines Vergehens, aber was mich immens ärgert ist der letzte Satz, der meint, dass ich auf einen Dolmetscher verzichte und alles verstanden habe. Das grenzt meines Erachtens an Betrug.

Die Strecke in der Slowakei kennen wir schon in weiten Teilen, das Restaurant wo ich mein Portemonaie verloren habe, die tolle Strasse am Fluss entlang und andere Punkte wecken Erinnerungen. Da wir diesmal aber Richtung Bayern wollen, lassen wir den altbekannten Grenzübergang nach Tschechien rechts liegen und fahren weiter südlich. Eine Nacht im Zelt soll es noch in der Slowakei werden, bevor wir morgen über die Grenze fahren. Und plötzlich haben alle Autos nur noch tschechische Kennzeichen - auf der Suche nach einem ausgeschilderten Übernachtungsplatz haben wir irgendwo auf kleinen Strassen ohne jedwedes Schild die Grenze passiert.

Jetzt ist es schon recht spät und die Wahl fällt auf ein kleines Gasthaus mit einer überaus muffigen Bedienung. Ein Schild sagt was von Küche bis 21 Uhr - jetzt ist es 20:15, aber bestellen ist nicht mehr, denn 21 Uhr heisst wohl auch, dass alles abgewaschen sein soll. OK - dann gibts ein paar Brötchen aus der angeschlossenen Tankstelle - damit setzen wir uns dann halt ins Restaurant. Bitterböse Blicke der Bedienung begleiten uns dabei. Uns ist es egal - wir sind ja eh morgen wieder weg.

Abschluss

Tschechien  Tschechien ist schnell durchquert, da es die meiste Zeit auf Autobahnen vorwärts geht. Aufgrund einer Baustelle sind wir bei Prag zwar etwas vom Weg abgekommen, aber das wird dann auch gemeistert. Heute ist Donnerstag und die Anreise zum BIG Jahrestreffen in der Fränkischen Schweiz war für Freitag geplant.

Deutschland  Das schaffen wir aber heute auch noch und gegen 18 Uhr treffen wir auf dem Platz ein. Einmal Zelt aufbauen und 3 Tage stehen lassen, rumgammeln und mit Bekannten klönen, keine Ausfahrt mitmachen und sich geistig auf die letzte Etappe am Sonntag vorbereiten. Das Treffen war ein schöner Abschluss für die Tour, nur diese Hitze, die wir wahrscheinlich aus dem Iran die ganze Zeit hinter uns hergeschleppt haben, nervte dann doch. Dass mein Hinterrad eiert, weiss ich übrigens ;-)

Heute sind nochmal knapp 550km zu meistern, bevor meine Badewanne, mein Klo und mein Bett den krönenden Abschluss dieser Reise darstellen werden. Ich finde es übrigens wirklich nett, dass mich Autofahrer auf mein eierndes Hinterrad aufmerksam machen wollen, aber das einer versucht mich auszubremsen und auf den Seitenstreifen drängen will, ist dann doch etwas zuviel des Guten. Und dann regt er sich noch auf, als ich an ihm vorbeifahre. Das Polizeiauto hinter mir, hängt da schon einige Zeit. Bitte jetzt nicht noch kontrollieren - es sind nur noch 30km bis nach Hause.

"Bitte Folgen"

leuchtet dann am Polizeiwagen, der sich vor Thomas gesetzt hat, doch auf und wir dürfen auf die Raststätte folgen.

"Mein Hinterrad eiert schon seit 6000km..."

meine ich nur, bevor der erste Polzist überhaupt was gesagt hat. Eine kurzes Gespräch über unsere Tour und dass wir gleich zuhause sind, endet mit den Worten der Polizei.

"Sie fahren ja anständig und wissen wohl was Sie tun!"

und wir dürfen weiter fahren. Mein Vorderreifen ist inzwischen vollkommen hinüber, die Kette hat einen Durchhang von 5cm (der seitliche Schlag im Kettenblatt hat wohl alles Fett aus den O-Ringen gedrückt) und die Maschinen sehen auch nicht mehr wie ein durchschnittliches, deutsches Mopped aus. Deshalb Danke von hier - die hätten unsere Moppeds auch stillegen können.

Nach fast 18000km fahre ich endlich wieder in die eigene Garage und freue mich auf die erste Nacht zu Hause.

"Und was macht der Zeh?"

Am Montag faulenze ich noch etwas rum, am Dienstag gehe ich wegen des Zehs zu meinem Hausarzt, der schickt mich am Mittwoch zu einen Spezialisten und am Donnerstag liege ich für 4 Tage im Krankenhaus. Eine fast verschlossene Arterie hat der Entzündung Vorschub geleistet und für ein 1cm tiefes Gammelloch unter dem Nagel gesorgt, sonst wäre da wohl garnichts weiter passiert. Eine Woche später als geplant hat mich dann der Alltag wieder, während der Zeh immer noch rebelliert - das dauert wohl noch seine Zeit...

  

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Text&Bilder ©2o1o - Andreas Just      Letzte Änderung: 3o.o7.2o1o