Hitzepause
Hitzepause
Impression
Impression
Abzocker
Abzocker
Reifenmontage
Reifenmontage
Grill-Gruppenfoto
Grill-Gruppenfoto
am
am Schwarzen Meer

Ukraine

Ukraine  Statt dieser breiten und langweiligen M-Strassen im Süden, soll es diesmal quer durch die Ukraine gehen. Ein kleiner Grenzübergang Richtung Donetsk erscheint uns der richtige Einstieg. Hier wird allerdings mein Feindbild Grenzer wieder auf die Probe gestellt. Auf der russischen Seite füllt der Beamte sogar die Deklaration aus, doch die ukrainische Seite...

Am ersten Posten müssen wir einen Zettel mit Name, Motorrad und Grund des Besuchs ausfüllen. Wie üblich tragen wir Tourist ein und bekommen dann dazu noch einen Laufzettel für die Grenzanlagen. An der nächsten Station zerreist der dort sitzende Beamte meinen Zettel und schickt uns zurück, wir sollten auch den Zielort eintragen. Das hätte ich auch auf dem zerissenen Teil nachtragen können. Also zurück zum Start und nochmal den Kram ausfüllen, diesmal hilft uns der Beamte an der ersten Station, da ihm das wohl auch peinlich ist. Wieder zur 2.Station.

"Wo ist der Laufzettel"

raunzt mich der Fritze an - ich verweise auf seinen Papierkorb, denn den hat er auch durchgerissen. Zum Glück ist ein Kollege von ihm anwesend, der meint wohl, dass er halt eine neuen ausfüllen soll, während ich mich schonmal geistig warmlaufe, um ein drittes Mal zum Start zurückzukehren. Der füllt dann aber tatsächlich einen neuen Laufzettel aus und ab da gings zügig weiter. Ich liebe solche Typen...

Und schwubdiwupp sind wir schon in Odessa. Wir haben zwar eine Abzweigung verpasst, finden aber direkt zu Valerji nach Hause. Die sind sehr überrascht, denn eigentlich sollten wir zum Flughafen und dann anrufen. Aber zum Flughafen hätten wir noch weiter fahren müssen, ausserdem ist das jetzt schon unser vierter Besuch und moderne Technik erlaubt es abgespeicherte Stadtpläne aus googlemaps mit GPS Daten zu synchronisieren. War eigentlich ganz einfach hierher zu finden.

Rückblende

Fast diagonal ab Grenzübergang auf kleinen und abwechslungsreichen Strassen. Ein paar erwähnenswerte Erlebnisse hatten wir natürlich auch. Zuerst trödelte Thomas in den Städten hinter mir her und wenn ich mal über 50km/h gekommen bin, fiel er gleich zurück. In Donets'k ist dann sogar eine Zwangspause angesagt. An einer lauschigen, vielbefahrenen Kreuzung war mein Mitfahrer stinksauer und schimpfte heftig über seine KTM. Wir mussten warten, bis sich die Maschine wieder abgekühlt hat, denn bei der Hitze und dazu noch im Stadtverkehr stellt dieses Produkt österreichischer Ingenieurskunst den Betrieb einfach ein. Meinem Tiger ist ja auch öfter mal heiss und der Lüfter rennt im Dauerbetrieb, aber zumindest läuft der Motor weiter. Ich hab mich dann lieber 10m entfernt unter einen Busch in den Schatten gesetzt und sowohl Thomas, als auch die KTM in Ruhe abkühlen lassen.

Die Zeltplatzsuche gestaltete sich auch schwieriger als gedacht. Irgendwie kam ein Ort nach dem anderen und wenn man mal etwas unbebaute Strecke dazwischen war, war da nichts, was zum Zelten einladen würde. Die Sonne war schon weg, Hotels waren auch Mangelware als wir über eine kleinen Fluss fuhren und ein Feldweg, der über eine grosse Weidefläche zum Wasser führte, uns dann zum Abbiegen nötigte. Am Ende der Weide gabs dann Platz für die Zelte, die fast im Dunkeln aufegbaut wurden. Das war mal wieder knapp und irgendwann übernachten wir wohl auch mal in einer Bushaltestelle ;-)

Einige sehr heftige Regengüsse machten uns auch zu schaffen und in diesen Städten bekommen die das einfach nicht in den Griff. Riesige Pfützen zeugen von schlechter Kanalisation und Autos, die mit Fullspeed durch diese Pfützen fahren, sorgen schon dafür, dass man da nicht Trocken durchkommt.

Ach ja - Polizeikontakt gab es auch. Durchgezogene Linie überfahren war mein Verbrechen...und diesmal habe ich bezahlt, wir wollten einfach nur weiter...

Unsere Vorderreifen sind inzwischen auch nicht mehr StVO-konform, wobei Thomas seiner sich langsam dem Slickprofil nähert. Und abgefahrene Stollenreifen auf nassen Strassen... das macht wirklich keinen Spass. Ich werde es mit dem TKC wohl noch bis nach Hause schaffen, der Dessert auf der KTM ist aber wirklich hinüber. Dafür müssen wir hier in Odessa noch eine Ersatzpelle organisieren.

Odessa

Wir beziehen wieder Orests Zimmer, bekommen den üblichen Begrüssungswodka, was zu Essen und Sascha kommt auch noch rum. Ist ja schon fast wie zuhause und wir wollen einfach 2 Tage ausspannen. Am Samstag morgen: der 2 Moppedladen hat sogar den richtigen Reifen, Preis ist soweit auch OK und die 2. angefahrene Reifenwerkstatt montiert ihn auch gleich. Damit wären die technischen Probleme schon erledigt. Mein Hinterrad hätte man vielleicht irgendwo neu einspeichen lassen können, eine neuer Kettensatz wäre evtl auch drin gewesen, aber jetzt sind es nur noch 2200km bis nach Hause - das schaffe ich auch noch und mein Schrauber will ja auch was zu tun haben ;-).

Samstag nachmittag gehts zum Picknick an den See, an dem wir schon vor 2 Jahren in den Untergrund von Odessa gestiegen sind. Valerjis ganze Familie, Sascha mit Frau und der Freund der Tochter sind allesamt dabei und ein netter geselliger Nachmittag nimmt seinen Lauf. Dass mir alles abgenommen wird, und man mich beim Hügel erklimmen stützt, ist schon etwas peinlich - Gut! der Zeh motzt rum und die wollen mir nur helfen, aber noch würde ich das alles alleine schaffen ;-)

Am Abend wollen wir dann den russisch vertonten Mongoleifilm sehen, aber leider sind die DVDs kaputtgescheuert.. Diese 16000km im Alukoffer auf miesesten Pisten, hat den Scheiben dermassen zugesetzt, dass nichts mehr geht. Ärgerlich, aber nicht zu ändern - muss ich halt später von zuhause nochmal was losschicken und für die nächste Tour weiss ich, dass man sowas richtig gut verpacken sollte.

Der Gammelsonntag wird westlich von Odessa am Schwarze Meer verbracht. Eine schöne Steilküste mit Sandstrand lockt nur Einheimische an, denn man muss schon wissen wo man abbiegen muss. Diesmal bin ich so schlau und nehme meinen Campingstuhl mit, den ich selbst trage, was aber nur unter energischen Widerstand möglich ist. Alle Baden, nur ich traue mich nicht mit der Entzündung ins Wasser zu gehen, so nicke ich irgendwann auf meinem Stuhl ein und erfreue mich später einer schlaflosen Nacht. Es ist brütendheiss am Strand, kein Schatten, keine Wolken und nur schwacher Wind sorgt dafür, dass wir uns alle einen mehr oder weniger heftigen Sonnenbrand zuziehen. Und diese blöde Sonnenmilch ist im Alukoffer in der Garage...

  

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Text&Bilder ©2o1o - Andreas Just      Letzte Änderung: 3o.o7.2o1o