es
es wird gebirgiger
bunt
bunt
Passstrasse
Passstrasse
Tunnel
Tunnel
hoch
hoch hinaus
Tanken
Tanken

Tadschikistan

Tadschikistan  Der Grenzübergang ist klein, sehr klein - 2 Container und ein Beamter sind wohl die einzige offizielle Grundaustattung. Eine Frau, die mal Deutsch studiert hat und deren Funktion mir nicht ganz so klar ist, aber die recht gut unsere Sprache spricht, füllt für uns die Papiere aus. Im stickig, heissen Container wartet der Beamte auf die Unterlagen, während im Hintegrund der obligatorische Fernseher vor sich hindudelt. Mit den auf Anhieb korrekt ausgefüllten Deklarationen sind wir dann auch schon ruckzuck im nächsten Land.

Schneebedeckte Gipfel sind am Horizont zu sehen.

"Ist das schon der Pamir?"

Nein, es handelt sich um die westlichen Ausläufer unseres Zieles, die mit bis zu knapp 5500m allerdings auch schon zu den mächtigeren Gebirgen gehören und da geht es jetzt mitten rein. Der Asphalt ist so gut wie weg, dafür erfordern aber Schlaglöcher, Bodenwellen, Schotterabschnitte und andere Unschönheiten unsere volle Aufmerksamkeit. Es macht aber nach all den asphaltierten Kilometern richtig Spass hier zu fahren... wenn es nur nicht so heiss wäre...

In Ayni treffen wir auf die M34, die bis Dushanbe komplett asphaltiert sein soll. Am Anfang und am Ende ist sie es auch - dazwischen wird allerdings von den Chinesen, die hier nahezu alle neuen Strassen bauen, der ehemals 3000m Pass durch einem langen, unbeleuchteten Tunnel ersetzt. Die Strasse schwenkt plötzlich direkt in ein Baustellengelände ab. Wo gehts nun weiter? Rechts und links Baumaschinen, geradaus Betonmischer und irgendwelche grosse Anlagen, Hütten und um die Ecke ein Fluss. Durch den müssen wir wohl, wenn man den Zeichen der Bauarbeiter trauen darf. 10m breit, 20cm tief und heftige Strömung sind aber schnell gemeistert und direkt dahinter beginnt der Tunnel, der sich 8km durch stockdunklen Fels zieht.

Die im Schein der Motorradlampen glitzerenden, mit Wasser gefüllten, Schlaglöchern kann man rechtzeitig ausweichen. Auch die Baumaschinen, die mit roten Tüchern markiert sind und bis weit in die Mitte des Tunnels ragen, lassen sich so ca 10m vorher erahnen. Trockene Schlaglöcher, sowie verschlammte Abschnitte sind jedoch nicht erkennbar und bei Gegenverkehr sieht man garnix mehr. Ein paar Alibilampen - alle ein bis zwei Kilometer - zeigen zumindest, dass es hier unten keine Kurven gibt. Eine wirklich miese Baustelle ist das und dass dazu die Luft nicht gerade frisch ist...

Luxus

Kurz vor Dushanbe scheint Urlaubsgebiet zu sein, aber alles was nach Hotel aussieht, ist keins und so fahren wir doch in die Hauptstadt und landen schliesslich im Hyatt, einem luxeriösen und nicht billigen 4-5 Sterne Hotel. Hier können wir zumindest Geld per Automat bekommen, richtig Waschen, deutsches Fernsehen sehen und im Restaurant ist die Auswahl riesig. Ist schon ganz nett und so ein bischen Luxus kann ja mal nicht schaden, den wir auf 2 Tage ausdehnen, da Thomas gesundheitlichen Probleme nicht besser werden. Am nächsten Tag besucht er deshalb einen Arzt (kommt aus Hannover), dessen Kontaktdaten uns die deutsche Botschaft gegeben hat.

Ursache für den Durchfall wird wohl billiges Baumwollöl sein, dass hier teilweise zur Speisenzubreitung genutzt wird. Das Zeugs hat für Europäer fast immer solche Folgen. Ich habe den Strassenimbiss kurz vor Samarkand im Verdacht, das würde zeitlich passen. Bei mir halten sich die Probleme aber soweit in Grenzen, die Tabletten helfen und diese Luxusunterkunft hat auch Luxusklos.

Aber es gibt neue Hiobsbotschaften. Die Grenzen nach Kirgisien sind definitiv dicht, somit ist unsere geplante Route nicht fahrbar und die Entscheidung unsere Usbekistan Visa nachträglich zu ändern, ist jetzt Gold wert. Dazu kommt noch, dass es die letzten Tage heftige Unwetter gab und der Strassenzustand im Pamir eher unbekannt ist. Versuchen wir also soweit zu fahren wie es geht, denn heute scheint die Sonne und evtl ist es ja doch möglich bis zur Hälfte des Highways zu kommen und dann umzudrehen.

An den Tankstellen bekommt man hier wohl alles, ausser Zapfsäulen. Die Frage nach 95 Oktan wird bejaht und das Zeugs dann aus einem riesigen Tank in Eimer umgefüllt und per Trichter den Motorrädern eingeflöst. Da aber maximal 2 Tanks zu sehen sind und einer wohl Diesel enthält, wird die Frage nach 92er oder 98er oder 80er sicherlich auch bejaht. Gefühlsmässig habe ich aber 92er getankt - zumindest qualmt es nicht beim Gas geben.

  

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Text&Bilder ©2o1o - Andreas Just      Letzte Änderung: 28.o7.2o1o