Dreirad
Dreirad
neugierige
neugierige Kontrolle
Registan
Registan
Impression
Impression
Reifenwechsel
Reifenwechsel
Teeplatz
Teeplatz

Usbekistan

Usbekistan  Die Ausreise ist nicht ganz so stempelgeschwängert wie die Einreise und nachdem sich die usbekischen Grenzer unsere kreativen Visa (inkl. aller anderen) genau angesehen und auch akzeptiert haben, sind wir jetzt fast in Usbekistan. Bei einem privaten Wechsler mutiert noch ein 20 Dollarschein in einheimische Währung und der letzte Kontrollposten ist zu absolvieren. Zwei junge Grenzbeamte sitzen da und fangen an dumm rumzufaseln. Wir wären ohne Helm gefahren und sie müssten jetzt ein Protokoll aufnehmen, dann ist angeblich Thomas Helm nicht in Usbekistan zugelassen und anderer Scheiss.

"Jungs! Wenn ihr Geld haben wollt, sagt das gleich"

Eigentlich will ich sowas aussitzen, aber wir wollen auch endlich weiter. Die angebotenen 5EUR wollen sie nicht, es müssen schon viertausend einheimische Sum sein - OK sollen sie haben. Draussen wartet der, bei dem ich kurz vorher den 20$ Schein gewechselt habe und er will einen anderen, weil der jetzige etwas eingerissen ist. So ein Quark, aber tauschen wir den halt auch noch aus. Einer der jungen Grenzbeamten fragt den Geldwechsler was 5 EUR wert sind, seine Gesichtzüge entgleisen ihm und wir sehen zu, dass wir los kommen. 5 EUR wären ca 10000Sum gewesen - selbst Schuld ihr Pfeifen ;-)

In Bukhara wird es aber mal wieder Zeit für ein Hotel. W-Lan, Dusche, Klimaanlage, Restaurant und an der Rezeption kann man Geld wechseln. Geld wechseln klingt nach ein paar Scheine hingeben und ein paar zurückbekommen, aber hier gibt es für einen 50$ Schein scheinbar gleich den Inhalt einer Altpapiertonne. Das Portemonaie ist damit überfordert und somit muss das Geld hier als Rolle in der Tasche sein kurzes Gastspiel bei uns verbringen. Es ist aber alles soweit prima, bis auf die Tatsache, dass uns erzählt wird, dass die Grenze nach Tadschikistan geschlossen ist. Irgendwas wegen Kinderlähmung. So ein Mist, dann wird das nichts mit dem Pamir, dem eigentlichen Ziel dieser Reise. Leicht gefrustet gehts ins Bett...

Uns zieht es jetzt aber trotzdem weiter auf der Seidenstrasse Richtung Samarkand und entscheiden dann, wie es weiter gehen soll. Die Fahrt dorthin gestaltet sich recht abwechslungsreich, denn Polizeikontrollen gibt es einige. Die kommen teilweise aus ihrem Gebäude rausgerannt, wenn sie die Maschinen hören, um uns dann elegant mit dem Stock den Weg an die Strassenseite zu weisen. Aber sie sind allesamt nur neugierig, denn wie wir später erfahren, sind Motorräder in Usbekistan für Einheimische verboten. Wir müssen also Motoren aufheulen lassen, Rede und Antwort stehen und wenn es geht mit Wheelie davon fahren (was mit einer vollbepackten Reiseenduro natürlich nicht gemacht wird - ausserdem kann ich das eh nicht). Zumindest mit Vollgas sollen wir dann weiterfahren - dafür wird dann auch extra der Verkehr komplett gestoppt und damit freie Bahn geschaffen. Sehr nette Begegnungen, die das unschöne Erlebnis an der Grenze schnell verblassen lassen. Ein Mittagessen in einem kleinen Strassenrestaurant, ein paar geschenkte Gurken unterwegs in einem Dorf ... der Tag ist abwechlungsreich. Das erste angefahrene Hotel in Samarkand ist ausgebucht, aber mit Hilfe von Einheimischen finden wir das kleine, nette Hotel Karina direkt in der Nähe des Registan-Platz, wenn auch etwas versteckt hinter einigen Wohnblocks.

Reifenwechsel

Morgen sollen die Reifen gewechselt werden, um endlich etwas Gewicht abzubauen und neues Profil drauf zu bekommen. Der Hotelier kümmert sich darum und sucht eine Werkstatt, während wir zum Registan-Platz gehen. Thomas zahlt, aber ich bleibe meinem Prinzip treu und meide alles wo man extra Geld fürs Fotografieren abdrücken muss. Für Handies fallen keine Zusatzkosten an, aber Fotoapparate sollen 2$ extra kosten... nicht mit mir - leider zahlen die meisten, denn sonst würde diese unsägliche Extragebühr sicherlich irgendwann mal fallen gelassen. Thomas erzählt mir dann aber, dass ich nix verpasst habe. Das Einrittsgeld war im Grunde nix anderes als ein Obolus, um den Andenkenbazar im Gebäude zu besuchen. Andenkenbuden gibts aber auch hier draussen.
Kleiner Tip - wenn die das Eintrittsgeld gleich 2$ teurer machen und dafür Fotografieren erlauben, hätte ich auch bezahlt ;-)

Am nächsten Tag klagt Thomas über heftigen Durchfall, bei mir ist aber alles OK.

In der Reifenwerkstattstrasse sind wir jetzt die Attraktion - von überall her kommen Leute und sehen uns dabei zu, wie wir bei extremer Hitze die Räder nach und nach ausbauen. Tee wird uns gereicht und schliesslich sind alle Räder umgezogen. Als ich mein Hinterrad wieder einbauen will, passt die Schraube nicht mehr in die Achse - irgendwas ist da verdengelt. In einer Nachbarwerkstatt wird das Gewinde wieder auf Vordermann gebracht und es passt wieder. Einen kostenlosen Tee und etwas Süsspeise bekommen wir auch noch in der Teestube, bevor es wieder ins Hotel geht.

"Shit! .. Jetzt habe ich auch Durchfall..."

Ich tippe darauf, dass irgendwas mit dem Essen in dem kleinen Strassenrestaurant vor Smarkand nicht in Ordnung war. Ein paar Tabletten sorgen aber für Besserung.

Wie wir erfahren, ist die Grenze nach Tadschikistan für Bewohner anderer Länder offen...oder auch nicht. Probieren wir es also einfach, denn Zeit genug haben wir ja. Wir müssen noch tanken und praktisch alle Tankstellen werben mit 92,95,98 usw. Oktan - haben tuts kaum einer. 80 Oktan oder gar 75er gibts dagegen überall, schliesslich finden wir etwas ausserhalb der Stadt 92 Oktan und die Tanks und mein Reservekanister werden befüllt. Den Reservekanister hatte ich kurz vorher auf einer anderen Tankstelle umgefüllt, denn diese 80 Oktan möchte ich, nach der Erfahrung in der Mongolei, nicht wieder tanken.

  

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Text&Bilder ©2o1o - Andreas Just      Letzte Änderung: 29.o7.2o1o