Litauen
In Litauen haben wir sicherheitshalber alles Gepäck abgebaut
baden
Einer hat gebadet, den anderen war das zu kalt
alter Baumstamm
Alter Baumstamm bei den Sandsteinformationen
altes Gut
nochmal ein Ansicht des alte Guts
Burg
Burg in Kuresaare (Saaremaa/Estland)
Fazit
Schön war es, bis auf das Wetter, das doch ein bischen besser hätte sein können, besonders ab Schweden hat es nicht mehr so richtig Spass gemacht, ständig diese blöden Regenklamotten anzuziehen und auf rutschigen Strassen mit nun wenig Profil rumzueiern. Das Schlimmste: In Deutschland ging dieses Wetter in dieser Form noch wochenlang so weiter...

Nochmal werde ich die Tour in dieser Form wohl nicht machen, denn es war doch recht anstrengend. Kälte und Regen und knapp 7500km fordern schon ihren Tribut.
Aber es ist sicherlich interessant zu sehen, wie sich in 10 Jahren Litauen, Lettland und Estland entwickelt haben, man soll also niemals nie sagen ;-)

 

Wr haben natürlich nicht alles gesehen, aber man bildet sich doch ein paar subjektive Eindrücke:

Polen  Polen:
Die Warnungen, die man - extrem von Leuten aus den Grenzgebieten - so hört, treffen nicht zu. Nach meinem Gefühl war es die netteste und hilfsbereiteste Bevölkerung unterwegs.
Da sich speziell das wunderbare Masuren, aber auch die Ostseeküste als wirklich ideal zum Motorradfahren herausgestellt haben, steht jetzt eine Polenrundreise auf meinem Wunschprogramm.

Litauen  Litauen:
Tja - hier waren die Leute am muffigsten (wohlgemerkt subjektiver Eindruck). Das gesamte Land hinkt auch sichtbar den beiden anderen im Baltikum hinterher. Dörfer und Städte sind meist nur Grau in Grau und ein bischen Farbe würde sicherlich einiges am Gesamteindruck ändern.
Die kurische Nehrung muss man nicht unbedingt gesehen haben, aber der Berg der Kreuze war schon beeindruckend.
Der Campinplatzstandard ist bzgl. sanitärer Einrichtungen in keinster Weise mit den anderen Ländern vergleichbar - da fehlt doch noch einiges.

Lettland  Lettland:
War am Anfang ein kleiner Schock - vom Grenzübergang an der Küste bis zum Hotel war es doch arg eintönig. Das hat sich immer weiter gen Norden dann gelegt. Auf dem Land sieht man zwar auch noch, was Kolchosen so anrichten können, aber insgesamt geht es scheinbar überall bergauf.
Die langen Schotterpisten waren auch nicht zu verachten und Riga ist sicherlich alleine einen Besuch wert. Es war zumindest die hübscheste Stadt (was ich so gesehen habe) von allen grösseren Städten auf der gesamten Reise. Falls Andreji das liest - meld dich mal!

Estland  Estland:
Hier ist der Fortschritt am besten zu erkennen, abgesehen von den Industrieruinen östlich von Tallin war es überall insgesamt sehr nett anzusehen. Die Häuser glänzten meist mit einem freundlichen Anstrich, was sich irgendwie auch auf die Menschen auswirkte.
Da es fast überall Internetzugänge gibt (sogar extra mit Verkehrsschildern (wie ein P-Schild bei uns, aber mit Klammeraffe drin)), zeigt auch wohin die Reise geht: Informationsgesellschaft.
Tallin fand ich aber schrecklich - habe selten eine so, durch Neubauten, hässlich verschandelte Stadt gesehen.

Finnland  Finnland:
OK - da gibt es wenig zu sagen. Nett waren alle und die Campingplätze entsprachen den Erwartungen. Etwas überrascht war ich bezüglich der Preise. Irgendwie assoziiert man Skandinavien mit Teuer, aber soviel teuerer wie in Deustchland ist es da auch nicht und das Bier kann man trinken ;-)
Am Polarkreis war es aber erschreckend kommerzialisiert...weniger wäre evtl. mehr. Da gefiel mir der Übergang an der E6 in Norwegen doch besser.

Schweden  Schweden:
siehe Finnland - abgesehen vom Supermarktbier, das mit seinen 1,x% eher nach Pisse als nach Bier schmeckt. Allerdings fand ich Stockholm schrecklich und das Thema Campingcard ist doch eher Abzocke, als das es irgendwas bringt (man bekommt u.a. angeblich grössere Pommes, wenn man sie in einem Burgerrestaurant vorlegt). Leider mussten wir sie bezahlen, da die Suche nach Plätzen ohne diese Abzocke viel Zeit kosten würde (oder gibt es irgendwo eine Liste im Netz?).

Dänemark  Dänemark:
Regen! - wie üblich schnell hinter uns gelassen...
Dazu sag ich nix mehr ;-)

 

Stolz bin ich schon ein bischen, das ganze ohne Umfaller durchgebracht zu haben, besonders die Sandpisten und tiefen Schotterabschnitte waren doch sehr anspruchvoll. Aber es war auch recht strapaziös, besonders die kalten Regenfahrten hat man abends gespürt und zum Ende der Tour wurde die Kraft in den Fingern zum Wickeln des Schlafsacks und der Matraze immer weniger. Und nach den jeweils ersten 100 Tageskilometern merkt man den Arsch auch nicht mehr ;-)
Dass der dritte Mann sich so bescheuert abgesetzt hat, fand ich schade. Ich hätte Klartext geredet und mich dann abgesetzt, möchte aber so eine lange Tour eh nicht alleine machen..es fehlt dann einfach der Austausch der Tageserfahrungen am Abend.
Interessant war es in jedem Fall und die Tour möchte ich rückblickend nicht missen.

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Text&Bilder ©2oo4 - Andreas Just      Letzte Änderung: 25.o7.2oo4