Litauischer Dorfsupermarkt
Pause am litauischen Dorfsupermarkt
Berg der Kreuze
bedrohlicher Himmel am Berg der Kreuze
Berg der Kreuze
Kreuze über Kreuze über Kreuze...
Berg der Kreuze
..aus den unterschiedlichsten Materialien
purer Luxus
Luxeriös mit Wasserspülung und ohne Geruch
Track 13.6.

Wetter:

regnerisch

Tag:

394 km

Gesamt:

2011 km

Sonntag in Litauen

Litauen  Eine recht kühle und auch verregnete Nacht liegt hinter uns. Die Wolken lassen Schlimmes erahnen. Wir haben gestern noch entschieden erst einmal zum Berg der Kreuze, dem Nationalheiligtum der Litauer, zu fahren. Nachmittags soll es von dort dann wieder Richtung Küste gehen.
Es wird alles wieder verstaut, aber sicherheitshalber unter einem kleinen Holzdach, unter dem dann auch gefrühstückt wird. Schwierig ist es, den Benzinkocher vor dem nervigen Wind zu schützen, aber der Wunsch nach Kaffee findet auch für solche Probleme Lösungen.

Die Strassenbeschilderung in Litauen ist etwas arg mickrig und man muss schon manchmal Raten, wo es weiter gehen könnte, sonst landet man z.B. an der russischen Grenze oder auf irgendwelchen Hinterhöfen, obwohl es ganz woanders hingehen sollte. In Kybartei muss man z.B. in eine scheinbare Nebenstrasse fahren, um weiter gen Norden zu kommen.

Speziell beim Tanken fällt uns auf, dass hier anscheinend keiner redet – man geht in die Tankstelle, der Tankwart tippt was in die Kasse und schaut einen erwartungsvoll an. Kein Wort des Grusses, des Dankes oder ähnliches. Aber nicht nur gegenüber uns, sondern auch gegenüber Einheimischen. Auch winkende Kinder am Strassenrand gibt es nicht mehr – man wird zur Kenntnis genommen, das wars dann auch.

Insgesamt macht Litauen einen recht ärmlichen Eindruck. Das sind nicht nur die heruntergekommenen Hausfassaden, auch die zwischenmenschliche Art, wie beim Tanken, ist irgendwie deprimierend. Der leichte Nieselregen, der eingesetzt hat, trägt natürlich auch seinen Anteil dazu bei. Aber im Vergleich zu Lettland oder gar Estland liegen Welten dazwischen. Zumindest gibt es hier auch Störche „en masse“.

Der Berg der Kreuze bei Siauliai/Schaulen ist aber beeindruckend: unzählige Kreuze in allen Formen, Grössen und aus allen Materialien (inkl alter Russland Autoschilder) verteilen sich über den Hügel. Da am Horizont aber bedrohliche, dunkle Wolken aufziehen, halten wir uns nicht allzulange dort auf und treiben zügig die Maschinen über die E272 Richtung Palanga, um von dort am nächsten Tag auf die kurische Nehrung überzusetzen.

Zwei Zeltplätze gibt es nach Plan südlich von Palanga – der erste direkt am Ortsausgang ist eher eine Wiese hinter baufälligen Ruinen. Die Waschgelegenheit besteht aus 2 Wachbecken an der Aussenwand der Ruine und die Klos hat sich Thomas angesehen: die typischen Löcher, aber die Nutzer scheinen hier wohl das genaue Zielen nicht zu beherschen...

"Klasse!"
   ...und vorne steht ein Werbeschild mit Duschlogos und allem was man so erwartet, nix gegen Marketing, aber das ist Verar...

"Nee, muss echt nicht sein."

Also ein paar Kilometer weiter zum nächsten Platz. Der ist schon besser – hat immerhin Keramiklöcher mit Spülung und eine kleine Bar. Und natürlich Mücken, da sich kleine Teiche direkt an den Campingplatz schmiegen. Ein frischer Wind sorgt anfangs noch für mückenfreie Zone, aber auch für wegfliegende Zelte, wenn deren Besitzer ohne Sicherung mitten in der Aufbauphase mal zum Klo gehen. Ich konnte Franks Innenzelt nach einem kleinen Sprint gerade noch vorm Tümpel abfangen ;-)

Alle auf dem Platz warnen uns dann vor Motorraddiebstahl – die angebotene Hütte, in die wir die Maschinen schieben könnten, hat aber leider eine zu schmale Tür. Da wir die Warnungen ernst nehmen, ist das schon ein mulmiges Gefühl, aber nach 3 Bier entscheiden wir das Risiko einzugehen und die Böcke abgepackt und ungetarnt draussen stehen zu lassen. Wer sollte schon wissen, dass da Motorräder sind. Hab aber trotzdem mein Gitzo-Stativ ausgepackt und neben den Schlafsack gelegt (wer Gitzo kennt...)

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Text&Bilder ©2oo4 - Andreas Just      Letzte Änderung: 15.o5.2oo6