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zum Schluss ging er sehr leicht ab
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Fazit

Geil wars - so geil, dass ich nächstes Jahr wieder Richtung Lofoten fahren werde und einige Sachen nachholen will. Auch die ausgefallenen Fotosessions auf den Vesteralen müssen unbedingt noch durchgezogen werden. Man sollte sich aber über die Entfernungen klar sein. Auf der Tagesschauwetterkarte liegen die Lofoten optisch soweit weg wie München von Hamburg. Aber das täuscht gewaltig, unter 3 Tagen Anreise ist da kaum was zu machen, womit die Lofoten eigentlich schon zum Thema Fernreiseziel gezählt werden müssen.

Als m.E. einziges brauchbares Fortbewegungsmittel hat sich mal wieder das Motorrad herausgestellt. Man erlebt die Natur viel näher und man kann diese Strecken bewältigen. Mit dem Fahrrad ist man doch auf ein relativ kleines Gebiet beschränkt und in der Dose bzw. einem Caravan geht wohl einiges vom Reiz dieses Landes verloren. Die Kälte in den Tunnels, die Wärme der Sonne beim Rauskommen, der steife Wind an der Küste, die Gischtspritzer der Wasserfälle und auch der Regen gehören zu so einer Tour einfach dazu.

Insgesamt habe ich über 850 Dias gemacht, von denen hier naturgemäss nur eine klitzekleine Auswahl gezeigt werden kann. Im Winter werde ich daraus wohl eine Dia-Show zusammenstellen, um mich schon mal geistig auf das nächste Jahr vorzubereiten.

Schäden:
Mit irgendwelchen Schäden ist wohl auf jeder Tour zu rechnen. Ich hatte zwar keine Totalausfälle zu beklagen, aber einiges war doch recht ärgerlich.

Klamotten:
Den Daytona Modul Stiefeln fehlt definitiv eine Schlaufe zum Anziehen. Mit installiertem Schaft konnte ich locker den Haltereissverschluss zerstören - sollte auf Garantie repariert werden. Aber dicht waren sie die ganze Zeit und ich würde sie mir wohl wieder kaufen.

Bei der Polo Mohawk Hose löste sich am vorletzten Tag eine Naht auf. Betroffen war nur das Obermaterial, die Membran selbst hielt. Ich werde mir die gleiche Hose nochmal kaufen, da sie mit ihrer Leder/Textilkombination absolut bequem und darüberhinaus vollkommen wasserdicht war. Die Hose ist inzwischen von Polo auf Garantie repariert worden.

Beim dazugehörigen Hosenträger hat sich einer der hinteren Halteknöpfe verabschiedet. Ersatz habe ich bei einem anderen Händler bekommen. Ärgerlich war eher, dass der Hosenträger die einmal eingestellte Position nicht beibehält. Ein paar Ansteckpins lösten das Problem. Und dass die Halteknöpfe mit schöner Regelmässigkeit aus der Hose gerutscht sind, lässt sich durch Verkleinern der entsprechenden Knopflöcher wohl auch leicht beheben.

Die IXS Jacke war zwar absolut wasserdicht, aber das Obermaterial hat soviel Wasser aufgenommen, dass ein Fahren damit extrem unangenehm war - eine Regenjacke ist für längere Touren somit in jedem Fall empfehlenswert. Ein kaputter Knopf wurde anstandslos repariert.

Dass ich irgendwo meinen Nierengurt hab' liegen lassen, ist eigentlich weniger ein Schaden als eher Dummheit. Zum Schliessen der Kältebrücke zwischen Jacke und Hose ist er unerlässlich. Das ist aber zum Glück erst sehr spät auf der Tour passiert.

Hallo Schuberth, wie wäre es denn mal mit kratzfesten - wirklich kratzfesten - Visieren für den Concept? Und die Beschlagneigung ist irgendwie auch nicht so ganz das Wahre.

Camping:
Die beim Tatonka Alaska mitgelieferten Heringe sind ein Scherz und praktisch alle auf den unterschiedlichen Böden verbogen - für knapp 500,--DM hätte man sicherlich etwas Besseres dazupacken können. Da sollten in jedem Fall qualitativ bessere Heringe dazugekauft werden.

Die selbstaufblasbare Matraze von LOUIS mit Kopfteil, hat sinnigerweise für das Kopfteil eine nicht offene Öffnung zum Aufpusten gehabt. Was für eine Qualitätssicherung muss dahinter stecken? Ein vorsichtiges Stochern mit einem kleinen Schraubendreher brachte zumindest ein kleines Loch zustande, so dass bei entsprechendem Lungeneinsatz zumindest das Kopfteil etwas Volumen bekommt. Mal sehen was LOUIS dazu sagt: "die haben gelacht und mir eine neue Matraze mitgegeben ;-)".

Anbrennen in Stahlgeschirr ist auch irgendwie mistig - ein/zwei Akopads sollte man sich einpacken.

Mopped:
Dass das Blinkrelais bei einem Kurzschluss in den Blinkern kaputt geht, ist eine Fehlkonstruktion - zu Hause konnte ich es schliesslich richtig reparieren - ein Constantandraht mit 0,15Ohm gehoert da rein.

Dass der Seitenständer selbst in Asphalt einsinkt zeugt von nicht gerade ausgiebigen Gebrauchstests.

Die Metzeler Tourance haben immer noch ausreichend Profil, sind aber eckig gefahren. Ob das von den Strassen oder eventuell doch zuwenig Reifendruck kommt, mag ich nicht entscheiden. Stören tut es derzeit nicht.

Die MRA Tourenscheibe produziert praktisch genau soviele Verwirbelungen wie die Originalscheibe und ist somit vollkommen überflüssig. Wer einen Tip für eine brauchbare Scheibe auf dem Tiger hat, möge sich bei mir melden.

Gepäck:
Ein kaputter Verschliessmechanismus bei einem Alukoffer ist schon extrem ärgerlich (und wurde auf Garantie ersetzt). Ansonsten haben die Koffer sehr gut gehalten und waren selbst nach dem Umfaller noch vollkommen dicht. Leider sind im Boden des betroffenden Koffers Knicke im Alu, so dass ein Richten wahrscheinlich zu Rissen führen wird (wie dann auch geschehen). Der Koffer muss also ersetzt werden. Er passte aber nach dem Abmachen vom Träger auch wieder dran - der Reparaturversuch wäre somit überflüssig gewesen und ein verbeulter Koffer sieht ja auch so schlecht nicht aus ;-).
Was mich allerdings wirklich nervt - scheinbar haben alle Alukoffer von Hepco&Becker die identische Schluesselnummer. Dass mein Schluessel bei dem Berliner in Norwegen passte - ok, kann ja Zufall sein, dass aber inzwischen alle angesprochenen Hepco&Becker Alukofferbesitzer die identische Nummer haben, kann ja nur ein Scherz sein.

Kratzer am Lenker durch den originalen Tankrucksack sind sicherlich auch nicht geplant. Und die Regenabdeckhaube, die fest mit dem Tankrucksack verbunden ist, laesst sich nur mit viel Gewürge und abgenommener Hüfttasche drüber stülpen. Da werde ich wohl bei Gelegenheit das Gummi rausnehmen und eine stinknormale Kordel einziehen.

Positiv :
Sehr gute Erfahrungen habe ich mit folgenden Dingen gemacht:

Klamotten:
Alle oben erwähnten Klamotten waren absolut wasserdicht - abgesehen von der fehlenden Regenjacke habe ich eigentlich nichts vermisst.

Das zweite Paar Moppedstiefel von IXS ist zwar nicht wasserdicht aber absolut bequem zum Laufen und Wandern.

Der Schuberth Concept war wieder mal genial - beim Einfahren in Tunnels laesst sich die integrierte Sonnenblende ruckzuck hoch-und bei Bedarf wieder runterschieben. Der Lärm, den ich dem Helm angelastet hatte, kommt von den Verwirbelungen, wie ich beim Ausprobieren diverser Sitzpositionen wegen der vier Buchstaben feststellen konnte. Der als Zubehör erhältliche Windabweiser für die Nase passt auch und sorgt für warme Wangen anstatt sofort das Visier oder die Brille beschlagen zu lassen. Das Teil könnte man aber auch gleich mitliefern - nur durch Zufall habe ich gesehen, dass es sowas gibt.

Camping:
Das Tatonka Alaska Zelt ist klasse - kleines Packmass, schnell auf und abgebaut und immer trocken im Innenzelt. Genug Platz für alle 3 Koffer zzgl Packrolle in der Apsis, in der man sogar kochen kann.

Der MSR Benzinkocher brauchte zwar ein bischen Anlaufzeit, war aber sehr standfest und schön klein zu verpacken.

Mopped:
Tja - hätte ich mir wohl sonst nicht gekauft - immer geschnurrt wie ein Kätzchen- wenn auch etwas arg anders klingend auf 1500m Höhe. Leistung satt - teilweise etwas zuviel beim Rangieren und bis auf einen Tag (kalter Wind) immer sehr zuverlässig.

Heizgriffe sind Pflicht und werden ab sofort an alle meine zukünftigen Moppeds von vornherein montiert.

Gepäck:
Die Hepco&Becker Koffer sind brauchbar, wenn die noch anständige Innentaschen zu einem vernünftigen Preis anbieten - oder gleich dazupacken würden, wären sie kaum zu schlagen, wenn dann auch die Schluesselnummern etwas weiter gestreut wuerden.

Die billige Gepäckrolle von Louis war die Überraschung - immer wasserdicht, leicht zu bepacken und hart im Nehmen, sind die Teile für knapp 20,--DM echt empfehlenswert.

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Text/Bilder © 2oo1 - Andreas Just