www.anju.de   Norwegen 2oo1  Gästebuch
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Hütte
(Schotter)Barstrand
Hovsund
Sundklakk
E10 - Limstrand
(Schotter)Smedvik
Kvalnes - Haukland
E10 - Leknes
Moskenes
(Fähre nach Bodö)
R17 bis Hütte
vor Saltstraumen

180km

Schotter, Matsch, Regen
44k
hier wohnt keiner mehr
46k
die fehlenden Köpfe der Stockfische
81k
Wikingermuseum
43k
tolle Hütte
53k
 

15.Juni

Warme Hände sind was Angenehmens. Regen und kühle Witterung - die Heizgriffe des Tigers machen sich bezahlt - Thomas wird sich wohl nun auch welche installieren. Die Landschaft ist auch nass einfach nur geil und der Matsch edelt die Moppeds immer mehr.

Das links liegende Wikingermuseum müssen wir dann doch anfahren - einige recht nette Ausstellungen auf einem weitläufigen Gelände und ausreichende Wärme im Haupthaus taten uns gut. Aber m.E. fällt das Museum nicht unbedingt in die "MussManGesehenHaben"-Kategorie. Dafür wurde zuwenig geboten und etwas Ähnliches findet man auch in Haitabu bei Schleswig. Also weiter im so langsam doch nervenden Nieselregen.

Ein Strassenschild mit Hinweis auf ein Fischindustriemuseum bringt wiederum Hoffnung auf etwas Aufwärmen und Abtropfenlassen der Klamotten. Aber Schwamm drüber - wir werden in einer alten Schrottfabrik von einem verschrobenen Kerl, der einen einzigen englischen Satz verständlich aussprechen kann ("Please follow me..") ständig raus in den Regen und wieder rein in stinkende, kalte Hallen geführt. Ein paar Bilder und Schaukästen waren dann auch schon alles. Beeindruckend ist nur der 70000l Fischölkessel, in dem ein Wahnsinnssound entsteht, wenn man mal in die Hände klatscht. Ich würde ja gerne mal den Tiger da drin brüllen lassen, aber dieser Museumswärter ... nee - verpissen wir uns lieber wieder.

Am Fährhafen in Moskenes haben wir noch einige Zeit bis zur Abfahrt, so dass ein Abtropfen der Klamotten im geschmackvoll tapezierten Warteraum möglich ist (leider kein Bild - das Objektiv hätte Schaden genommen - aber den Tapetendesigner hätte ich sofort gefeuert).

Auf der Fähre Richtung Bodø dann der Schock. Einige Reisebusse sind an Bord und der Dampfer proppenvoll. Thomas organisiert ein paar Plastikcampingstühle vom Oberdeck und wir verbringen eine nette, aber trockene 4-stündige Überfahrt vor der Herrentoilette.

Oui! Oui! Ouiiii! - die scheinbar typischen Lautäusserungen einer Französin, die irgendwas Ungewöhnliches gesehen hat - locken uns aufs Deck. Tümmler begleiten das Schiff für kurze Zeit, aber sonst gibt es nichts Spektakuläres zu berichten, ausser, dass es endlich aufhört zu regnen und wir trockenen Fusses in Bodø ankommen. Allerdings bekommt irgendjemand da oben mit, dass wir wieder unterwegs sind und nach Geldbeschaffung und Verabschiedung aus Bodø, fängt es wieder an zu tröpfeln. Am Besten nochmal eine Hütte suchen. Ein absoluter Glücksfall (Thomas hat das kleine Schild entdeckt) bringt uns zu einem alten Norwegerhaus südlich von Godøynes, welches komplett vermietet wird. Platz genug, allen Kram auszubreiten und trocknen zu lassen. Thomas hat sogar sein Zelt in der zweiten Etage aufgebaut.

Selbst in meinem AluTopCase steht das Wasser - ich schätze mal, dass da entweder irgendwas im Deckel eingeklemmt war oder das ständige Öffnen bei FotoStops im Regen liess zuviele Tropfen rein (der Tankrucksack ist inzwischen wasserdicht verpackt und die Kamera nach hinten gewandert). So ein Problem sollte ich später nicht mehr haben.

Das alte Doppelbett, dass ich mir ausgesucht habe, knarrt fürchterlich. Ich hätte mir wohl doch irgendwas in den anderen Schlafzimmern, eine der Couches oder mein Zelt aufbauen sollen - Auswahl genug haben wir ja. Aber gut geschlafen habe ich trotzdem - es war wirklich die beste Hütte unterwegs.

Da die Fährfahrten, die Trockenpausen und Museumsbesuche doch einiges an Zeit verschlingen, war es streckenmässig eher ruhig. 180km standen auf meinem Tacho - macht 2850km Gesamtstrecke.

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Text/Bilder © 2oo1 - Andreas Just