www.anju.de   Norwegen 2oo1  Gästebuch
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Campingplatz
R820
E10
Melbu(Fähre)
Fiskeböl
(Schotter)Sellater
Straumnes
Sandsletta
E10
Slovär
Lyngvärs
(Campinplatz Hütte)

doch noch gefunden
(-)
Scheiss Wetter, aber geile Strassen
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Scheiss Wetter, aber geile Bushäuschen
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Scheiss Wetter, aber geile Perspektiven
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Scheiss Wetter, erwähnte ich schon die Strassen...
41k
 

14.Juni

Im strömendem Regen den weiten Weg zu den Waschräumen zurücklegen, abtrocknen, duschen, abtrocknen und wieder raus in den Regen. Bei der Rückkehr sehe ich dann den Austernfischer wie er sich - als er mich gewahr wird - plötzlich aufrichtet und mit schnellen Trippelschritten ca. 20m weiterläuft, um dann dort seine typischen lauten Warnrufe und Meckerschreie loszuwerden.
"Aber Bursche! ich habe gesehen wo Du vorher gesessen hast!"
...und siehe da, das Austernfischernest ist gerade mal 10 m von den Zelten entfernt zwischen den Steinen versteckt. Der hatte uns doch tatsächlich zwei Tage an der Nase rumgeführt und immer wieder auf die falsche Fährte gelockt. Für ein schnelles Foto reicht die Motivation im Regen gerade noch.

Frühstücken wollen wir dann doch lieber im Supermarkt in Stø - die haben aber noch zu - also weiter Richtung Süden an der tollen Wattbrücke vorbei (kein Bock auf Foto und Poserfahrt) durch Klo durch (kein Bock auf Foto) und endlich einen geöffneten Supermarkt gefunden. Mit inzwischen pitschnassen Klamotten sorgen wir bei unserem Kaffee für eine kleine Überschwemmung - sorry, liess sich nicht ändern. Neben der Kaffeemaschine liegen lecker aussehende Waffeln, die mit irgendetwas Schmelzkäseartigem belegt sind. Schmecken sehr gut und werden später zu diversen Selbstversuchen mit dem Käse auf Keksen und anderen süssen Unterlagen, wie z.B. Pfannkuchen, führen.

Nach einiger Zeit - der Regen hört eh nicht auf - brechen wir wieder auf. Wir wollen ein paar kleine Küstenstrassen fahren. Dass es sich dabei um Schotter auf Matsch handelt, konnte man der Karte natürlich nicht entnehmen. Die Strecken sind, trotz schwimmender Reifen auf diesem Untergrund, klasse. Inzwischen ist der schwarze Triumphtriple hellgrau - der Sand wird noch monatelang in den Ecken und Kanten des Tigers zu finden sein. Beide Moppeds sehen jetzt nach CrossEnduro aus - einschliesslich der Fahrer.

Irgendwann klart es aber doch auf und der Regen lässt etwas nach. Meine Klamotten hielten wie erwartet alle dicht, das hatte ich vorher bei einer Regenfahrt zu Hause getestet. Aber das Problem war das aufgesaugte Wasser in der Oberschicht der Textiljacke. Beim Fahren fängt es an zu verdunsten und der Effekt: Kühlschrank-ähnliche Temperaturen. Solange dauerte meine Probefahrt zu Hause natürlich nicht. Bleibt nichts anderes übrig, als am nächsten Bushäuschen eine Pause einzulegen. Da es inzwischen auch wieder regnet, wird der Tiger rückwärts reingeschoben und der Benzinbrenner zum Aufwärmen angeworfen. Ich werde nächstes Mal doch eine zusätzliche Regenjacke mitnehmen.

Schliesslich erreichen wir die Fähre in Richtung Lofoten (Melbu-Fiskebol) und fahren danach noch eine Küstenstrasse im Regen ab. So schlimm sich das Wetter anhoert, das Fahren macht Spass und dass nun alles richtig schön dreckig ist, gibt einem das Gefühl einer Extremexpedition.

Am Abend entscheiden wir uns für eine toll gelegene Hütte - irgendwie muss der Kram ja wieder trocken werden.

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Text/Bilder © 2oo1 - Andreas Just