www.anju.de   Norwegen 2oo1  Gästebuch
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Campingplatz
Oerebro
Borlaenge
Mora
Sveg
Oestersund
Lit (Camping)

713km


altes Wasserantriebsrad an der Strecke
48k
0,32 TONNEN
46k
zur Pause ausgepackt
81k
 

10.Juni

Der frühmorgentliche Blick aus dem Zelt fällt auf bewölkten Himmel - da wird doch wohl nichts runterkommen? Nach einem kurzen Frühstück geht es auf die zweite Etappe. Wir haben Glück und fahren immer zwischen den Regenfronten durch und bis zum Abend sollte es bis auf minimalste Feuchtigkeitsergüsse trocken bleiben - tja -wenn Engel reisen.

Eine Wolke von Federn kommt mir plötzlich entgegen - Thomas hat einen Vogel erwischt. Schade um das kleine Viech, aber warum müssen die auch Richtung Strasse fliegen. Meine Wellensittiche sind in dieser Hinsicht sicherer. Zuhause fährt kein Mopped in der Wohnung, ausser dem 1:18 Tiger Model im Blumentopf...und das hält sich an die selbstauferlegte Geschwindigkeitsbegrenzung im Wohnzimmer.

320kg zeigt die LKW-Waage als ich da den Tiger drauf stelle. Thomas liegt etwas darunter. Ein paar Kilo hätte ich also noch draufpacken können, aber dann wäre aus dem Tiger sicherlich ein Dschobbr[TM] geworden.

Weiter Richtung Norden werden die Strassenabschnitte zwischen den Ortschaften immer länger und die an uns vorbeiziehende Landschaft faszinierend karger und eintöniger. Dass Skandinavien mal von Gletschern bedeckt war, kann man sich anhand hunderter von Kilometern mit Geröll und riesigen Findlingen leicht ausmalen. Ein paar Kiefern, Fichten und Birken, machen das Ganze noch unwirklicher. Die ersten Rentiere, die unmotiviert auf die Strasse laufen, zeigen uns, dass wir immer tiefer in die nördliche Hemisphäre vordringen.
Rentiere haben wir wirklich mehr als genug gesehen, aber beim Sichten meiner Dias war das Ergebnis irgendwie mau. Entweder war der bollernde Einzylinder der Suzi oder das heisere Fauchen des Tigers die Ursache für die panikartig wegrennenden Tiere, die ja ansonsten eine stoische Ruhe an den Tag legen, wenn ein Auto vorbeikommt.

Gegen Abend wird's recht stürmisch und auf dem Zeltplatz in Lit sichere ich das Zelt doch lieber zusätzlich mit den Seilen. Etwas kalt ist es, aber man gewöhnt sich daran - man gewöhnt sich so stark daran, dass ich später zuhause die ersten paar Tage nur bei weit geöffneten Fenster mit dünner Decke schlafen kann.

Es gibt Spaghetti - davon habe ich 3 Kilo mit und dazu den ganzen Parmesanvorrat meines Supermarkts. Sehr schön ist die Campingplatz-eigene Küche nicht gerade, aber recht geräumig und warm.

Dass es heute nur 713 km waren schieben wir mal auf die Geschwindigkeitsbegrenzung. Immerhin schon 1525 km und der Tiger über der 2500er Marke.

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Text/Bilder © 2oo1 - Andreas Just