unterwegs im BWM
unterwegs im BWM
Kette wechseln
Kette wechseln
Orest als Sozius
Orest als Sozius
Kutscher Sascha
Kutscher Sascha
Potemkintreppe
Potemkintreppe
Show ist alles
Show ist alles
Koffersicherung
Koffersicherung
Track o8.o6.

Wetter:

Sonne!

Unterkunft:

privat in
Odessa

Tag:

Tiger 0km

Gesamt:

4649 km

Mittwoch immer noch in Odessa

Ukraine  Heute morgen soll Thomas Kette in einem kleinen Motorradladen gewechselt werden. Er fährt mit der Big, während Orest und ich bei Valerij im BMW mitkommen. So eine Mitfahrt bei Valerij ist ein Erlebnis: langsame Passanten werden kurzerhand von der Strasse gehupt und KFZ, die zu nahe kommen, mit irgendwelchen - mir unverständlichen Beschimpfungen - inkl wildem Gestikulieren wieder verscheucht. Das ganze ist recht effektiv, würde aber in Deutschland wohl einige Probleme nach sich ziehen ;-)

Mit Thomas im Schlepp landen wir schliesslich vor dem Motorradladen, der sich in Nachbarschaft diverser Reifen- und Fahrzeughändler befindet. Der Schuppen ist relativ klein, hat aber immerhin eine Werkstatt auf dem Parkplatz vor dem Haus. "Ja! richtig!" - hier wird noch unter den Augen der Öffentlichkeit geschraubt.

Irgendwas ist bei der Datenübermittlung schiefgelaufen. Kettenräder gibts gar keine und die verbaute Kette ist nicht die, die man vorrätig hat, weil an der Suzi eine andere DIT-Grösse verbaut wurde, als in den Unterlagen steht. Ist ja kein Problem, wenn die Ritzel mitgetauscht werden, aber so stellt sich die Frage "was nun?", denn inzwischen ist die alte Kette schon durch Auftrennen demontiert worden und die Ente flügellahm.

Valerij macht sich mit seinem BMW auf den Weg irgendwo in dieser Stadt eine passende Kette zu besorgen. Nach fast 2 Stunden, die doch irgendwie recht langweilig waren, kommt er mit was passendem zurück. Die Kette wurde bei einem anderen Händler aus einer Maschine geschlachtet und wird nun mit einem Kettenschloss wieder in die Big verbaut. Wenn man sich überlegt, wie einfach man so einen kompletten Kettensatz in einer x-beliebigen deutschen Grosstadt bekommt, dann hofft man wirklich nie was komplizierteres zu benötigen. Meine Kette habe ich auch schon gute 10000km drauf, aber so ein Dreizylinder geht halt schonender mit dem Material um.

Es geht zurück und am Nachmittag führt mich Orest in ein kleines Internatcafe, das sich im Keller des Wohnblocks versteckt. Man muss wissen wo das ist, sonst ist das nicht zu finden. All die, die da im schummrigen Licht sitzen, sind wohl meist Daddeln, wenn ich mir so die Monitore ansehe. Orest besorgt 2 Terminals und ich kann nochmal E-Mail checken (über 200 Spams löschen - wenn ich so einen Spammer mal in die Finger bekomme) und nochmal kurze Grüsse in verschiedenen Foren hinterlassen, bevor es wieder zurück geht.

Sascha hat uns noch zu einer Stadtrundfahrt eingeladen und will uns seine alten Militärfahrzeuge zeigen. Viereinhalb Mann im BMW (der übrigens nur einen Sitz hat, der Rest wird mit Holzbrettern und alten Kabeltrommeln simuliert) bringen uns zu einem nahegelegenen Garagenplatz. Ein wuchtiger Bau ist unser Ziel und dort finden sich neben der schon gesehenen DR650 auch eine Suzuki Intruder und eine nette kleine Wohnung. In einer weiteren Garage stehen dann diverse Militär LKW, ein Amphibienfahrzeug und ein restaurierter Jeep Willis.

Für die Stadrundfahrt kommt der Jeep zum Einsatz. Einfach nur geil - auf den Motorrädern hat man ja schon einen guten Überblick, aber auf so einem offenen Jeep ist das ganze noch intensiver. Ein Besuch im Hafen mit Blick auf die Potemkintreppe von unten und ein Kaffee mitten in der Stadt bei einem Motorradtreffpunkt komplettieren die Tour. Am Motorradtreffpunkt ist aber nur ein Yamaha-Chopper da - da müsste man nochmal mit dem eigenen Motorrad hin, wenn mehr los ist.

Gegen abend sind wir zurück und ein schnelles Abendbrot muss reichen, denn Sascha und Valerij wollen noch meine Kofferhaltung reparieren, die inzwischen schon wieder gebrochen ist.

"Njet, Sascha! Njet, Sascha!"

"Da, Valerij, Da, Valerij"

...die beiden steigern sich da richtig rein und degradieren mich zum Zuschauen. Hinterher habe ich 2 Löcher mehr im Koffer und ein Halterung - zurechtgehämmert aus einem Stück Rohr - die wohl nie wieder aufgeht. Mein Schloss konnte ich aber noch retten, sonst wäre das wohl auch einer neu konstruierten Befestigung zum Opfer gefallen. Danke nochmal euch beiden - es hat Spass gemacht den Diskussionen zuzuhören und der Koffer hält noch heute (wird aber demnächst durch einen neuen ersetzt, denn alles Biegen und Hämmern nützte nix, der Koffer ist und bleibt undicht).

Diesmal mit ganz wenig Wodka gibts dann noch was zu Essen und unser letzter Tag in Odessa neigt sich dem Ende zu. Ein dickes Problem haben wir allerdings - für all die Gastfreundschaft, die Mühen, die sie mit uns hatten, Spritkosten usw. wollen sie nix aber auch garnix haben. Bleibt nur nochmal "Spassiba" zu sagen und ein Paket mit kleinen Geschenken zu packen - das können sie nicht ablehnen. Danke auch an Eugen und Lilia hier in Deutschland, die den Kontakt hergestellt haben. Das waren unvergessliche Tage in Odessa...

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Text&Bilder ©2oo6 - Andreas Just      Letzte Änderung: 12.o7.2oo6