steile Treppe
steile Treppe
Jalta
Jalta
unterwegs
unterwegs
kleine Strasse
kleine Strasse
abgewrackt
abgewrackt
Weinfelder
Weinfelder
Track o5.o6.

Wetter:

wie üblich

Hotel:

N 457'52"
E 3331'5"

Tag:

233 km

Gesamt:

4102 km

Sonntag im Westen der Krim

Ukraine  Schön kühl ist es hier unter den Bäumen, das Frühstück schmeckt und gleich werde ich die Koffer diese steile Treppe wieder runterschleppen. Mit Treppen haben die das hier im Osten irgendwie, denn unterschiedlich hohe Absätze erfordern schon ein bewusstes Gehen. Mit schweren Alukoffern ist das dann echt 'ne Herausforderung und in der Sonne wirds zur Qual. Apropo Sonne: Die scheint schon wieder mit aller Macht und so gehts auch schon weiter Richtung Jalta. Leider verpassen wir irgendwie das Schwalbennest, aber davon gibt es ja genug Fotos im Netz und an der Küste finden sich noch so einige andere sehenswerte Bauwerke.

Und nun stehen wir mal wieder im Stau. Wir haben eine Küstenstrasse gesucht und sind in eine Sackgasse geraten - dort will mein Tiger nicht mehr anspringen. Die Batterie bringt bei Hitze keine Leistung und so müssen wir eine kurze Zwangspause einlegen und abwarten, dass die Maschine wieder fahrbreit wird. Hilft aber nix und schamvolle Saftübertragung von der Big verhilft dem Tiger wieder zu mehr Lebensfreude. Der Ursache muss ich nach der Tour auf den Grund gehen und fortan erstmal das Ausmachen vermeiden, wenn es mir ratsam erscheint.

Der Stau zieht sich hin und so werde ich auch Jalta, wie soviele andere Städte, in Erinnerung behalten. Kurz vorm Verkehrskollaps und bullenheiss. Endlich erreichen wir wieder die Küstenstrasse und fahren weiter gen Westen. Bevor die Strasse den Bogen nach Norden macht, liegt am Strassenrand ein kleines Lokal, welches für unser Mittagessen sorgt und natürlich auch den Wasserhaushalt wieder in Ordnung bringt. Wenige Kilometer davor war eine Kirche an einem Berg zu sehen - nach Wälzen der Karten, entscheiden wir umzudrehen und einen eingezeichneten Weg zu suchen. Der bringt uns dann weg von der A294 auf eine gelbe Strasse, die etwas höher parallel, aber alles andere als gerade verläuft. Laut Karte geht diese Strasse ab Jalta los, schade, dass wir sie nicht schon vorher bemerkt haben.

Über unzählige Kurven führt diese Strecke Richtung Sevastopol. Überall finden sich Hinweise auf die Schwarzmeerflotte, die hier stationiert ist. Kasernen säumen den Weg und Soldaten sind allerorten zu sehen. Militäranlagen fotografiert man aber nicht, zumindest ein Schiffwrack am Wegesrand dient dann doch noch als maritimes Motiv.

Inzwischen liegt auch das Gebirge weit hinter uns und riesige Weinanbauflächen bestimmen das Bild. Kurven muss man hier - wie in der norddeutschen Tiefebene - wieder suchen und die einzige Abwechslung sind wieder die kleine Dörfer. Ein eingezeichneter Campingplatz bei Saki ist unser heutiges Ziel. Den finden wir natürlich nicht, aber dafür das Hotel Tanger, dessen Besitzer Deutsch spricht und uns je eine kleine Ferienwohnung für 25EUR inkl Vollpension anbietet. Das nehmen wir natürlich gerne an und planen für morgen einen Austag.

Hier schmeisse ich dann auch endlich mal wieder meinen Tiger hin. Beim Rangieren auf dem Steinschotter rutscht mein rechter Fuss weg (neue Stiefel sind eh schon lange angesagt, denn das Profil ist nach mehr als 7oooo km nun doch langsam nur noch zu erahnen) und mit einem lauten "Scheisse!" lege ich den Bock auf die rechte Seite. Einige Urlauber bekommen das mit und in lupenreinen schwäbisch wird mein herzhafter Wutausbruch mit "desch isch aber bleed!" kommentiert. Mit gemeinsamer Hilfe steht der Tiger aber schnell wieder auf eigenen Füssen .. danke nochmal.

Am Abend kann ich endlich mal in Ruhe Klamotten waschen, denn ein Tag Auszeit sollte zum Trocknen reichen. Das im Preis eingschlossene Abendbrot ist reichlich und am nächsten Tag werden wir mal die naheligende Stadt Jevpatorija erkunden.

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Text&Bilder ©2oo6 - Andreas Just      Letzte Änderung: 12.o7.2oo6