vorm Haus warten
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der BMW 321
der BMW 321
abgewickelt
abgewickelt
weites Land
weites Land
Kaffeebude
Kaffeebude
geschraubt wird überall
geschraubt wird überall
Track o3.o6.

Wetter:

top

Hotel:

N 4559'13"
E 2925'41"

Tag:

437 km

Gesamt:

3521 km

Freitag auf die Krim

Ukraine  Heute haben wir einen langen Abschnitt vor uns, deswegen soll es auch recht früh los gehen, denn solange wie im Norden ist hier die Sonne abends nicht zu sehen und in der Dunkelheit sind diese Strassen wahrlich nicht zu empfehlen. Zuerst gibt es aber ein ausgiebiges Frühstück und dann kommt Sascha, um uns zu verabschieden. Da er und Valerij aber nunmal ausgemachte Schrauber sind, müssen noch Ketten und Flüssigkeiten kontrolliert werden. Thomas Big ist seit einiger Zeit am Ölfilterdeckel nass. Tja! und mit dem Ölstand lassen uns die beiden nicht fahren. Also fahren Thomas und Valerij in seinem alten BMW 321 (mit Wolgamotor ;-) los, um Öl zu besorgen. Ich warte in der Zwischenzeit vor dem Haus und passe auf die Motorräder auf.

Natürlich bin ich nicht lange alleine. Zwei junge Männer fangen das Gespräch an(klingt natürlich hochtrabend - es ist doch eher ein wildes Gestikulieren und Ziffern in den Dreck des Moppeds zu malen ;-), 2 Rollerfahrer kommen dazu und so sammelt sich mit der Zeit ein kleiner Menschenauflauf an. Roller gegen Motorrad tauschen schlage ich natürlich aus, dafür verteile ich ein paar Werbekärtchen meiner Homepage und Gummibärchen an die Kinder. Einer bittet mich noch zu warten und kommt ein paar Minuten mit der ganzen Familie und Kamera zurück. Die Kids dürfen natürlich alle mal aufs Motorrad, um für Fotos zu posieren. Als Dank erhalte ich ein paar Münzen. Russen scheinen gerne Geschenke zu machen - von Marischka habe ich schon einen Weihnachtsmann, von Orest habe ich einen krimschen Totschläger als Schlüsselanhänger und nun noch Münzen .. mal sehen was es noch so gibt.

Endlich kann es losgehen - Valerij fährt mit seinem BMW voraus und bringt uns sicher und zielstrebig auf die andere Seite von Odessa. Das muss schon ein seltsamer Anblick sein - ein alter gelb-schwarzer BMW wird von 2 vollbepackten Reisemotorrädern verfolgt - entsprechend begutachtet uns jeder Passant und Autofahrer. Nach ca 1 Stunde Fahrt durch relativ starken Verkehr verabschieden wir uns von Valerij und Orest und stimmen ab, dass wir bei unserer Rückkehr hier wieder stoppen, um auf unsere Lotsen zu warten.

Nun liegen über 400km vor uns, um die Krim zu erreichen. Zum Glück geht es fast Verkehrs- und Schlaglochlos auf einer breiten bundesstrassenähnlichen Strasse (die M23) voran. Wenn es nur nicht sooooo warm wäre. Schon lange ist die Jacke im Gepäck verschwunden und wir fahren in Shirts (natürlich mit Protektorenhemd darunter), aber unser Wasserverbrauch steigt immens und ein Blick bei einer Pause ins Garmin-Testmenu sagt es was von 44C im Schatten.

Selbst stehend Fahren bei 100km/h bringt keinerlei Abkühlung und das Passieren von LKWs erhöht diese unangenehme Temperatur immer mal wieder. Am späten Nachmittag erreichen wir die Krim - es ist zwar jetzt nicht mehr ganz soooo heiss, aber heiss genug, um einfach ohne Gedanken an der Kontrollstation vorbeizufahren.

Im Rückspiegel sehe ich Thomas bei dem Polizisten stehen und stoppe. Thomas wurde zurückgepfiffen und ich denke er will sich da 'nen Stempel holen, aber er muss Maut für die Insel bezahlen. Davon hat mir noch nie einer was erzählt und in Reiseführern steht auch nix. Da es nur ein geringer Betrag ist und eine korrekte Quittung ausgestellt wird, ist das wohl in Ordnung. An uralten und verfallenen Kolchosen vorbei, geht es auf einer Strasse, die bis zum Horizont schnurgerade ist, weiter in Richtung Osten.

Campinplätze oder ähnliche Unterkünfte haben wir nicht als Zielpunkt, so ist das Prinzip Hoffnung eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden, unsere treibende Kraft. Wenn man ausserhalb eines Campinplatz zelten will, so sollte es an einer LKW-Station sein oder an einer 24Std Tankstelle (soll angeblich auch klappen).

Wir finden aber an dem LKW Parkplatz in Dzankoj ein kleines und nettes Hotel. Nur die Motorräder stehen direkt vor der Tür. Da die Geschäfte an diesen Stationen 24 Stunden geöffnet sind, erklärt sich der Angestellte vom Nachbarshop bereit, die ganze Nacht auf die Motorräder aufzupassen. Dafür bekommt er ein paar Dollar und beginnt eifrig die bettelnden Kids zu verscheuchen. Jetzt muss ich aber erstmal Duschen und danach wollen Thomas und ich noch irgendwo was essen. Kleine Geschäfte säumen die Strasse, neben Unmengen MP3 CDs, Reifenshops und Ersatzteillager für LKWs, wo allerdings eher Wühlkisten mit verrosteten Schrauben und wahrscheinlich Teile vom Schrottplatz angeboten werden, sind auch viele Imbisse zu finden. Hier grillen die Chefs noch selbst auf der Strasse und räuchern die Umgebung gleichmässig ein. Das Schaschlick und das Bier sind aber allemal geniesbar...

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Text&Bilder ©2oo6 - Andreas Just      Letzte Änderung: 12.o7.2oo6