Mausefalle
Mausefalle
Hinterhofschweine
Hinterhofschweine
richtige Garage
richtige Garage
unsere Gastgeber
unsere Gastgeber
Orest
Orest
Abendbrot
Abendbrot
Track o2.o6.

Wetter:

top

Unterkunft:

privat in
Odessa

Tag:

173 km

Gesamt:

3084 km

Donnerstag in Odessa

Ukraine  Am nächsten Morgen bin ich wieder früh wach und entdecke eine Maus in der Badewanne, die dort in der Falle sitzt. Der Ehemann hat sie später getötet und Nachbars Katze zugeworfen...
"sic! ... die hätte ich dann wohl doch selber befreien sollen".
Marischka zeigt mir noch die Ställe im Hof - das glaubt man nicht, dass hier noch massenhaft Tiere sind. Schweine, Ziegen und Hühner bevölkern diverse kleine Räume und Verschläge, alles ist sehr eng und ob die Tiere jemals rauskommen...

Zurück gehts zum Restaurant - abgemacht waren 25EUR für die Übernachtung inkl Frühstück - ist zwar auch etwas viel für die Ukraine, aber was solls. Bevor die Motorräder wieder die Treppe runterbugsiert werden, machen wir noch einen kleinen Abstecher auf den sich gerade öffnenden Markt - meine vergessenen Badelatschen werden hier nachgekauft und ein bischen Budenbummel zeigt, dass man auf diesen Märkten wohl alles bekommt.

Das Frühstück wartet und das soll nun auch noch 5 EUR/Person zusätzlich kosten (dafür gibt es normalerweise in der Ukraine ein vollwertiges Mittagessen). Thomas drückt ihr 3 Dollar in die Hand und wir sehen zu, hier wegzukommen. Irgendwie drängt sich der Eindruck auf, dass sie in uns ein goldenes Kalb sehen, das ausgenommen werden muss. Schade, dass sich das erste positive Bild so ins negative geändert hat.

Unterwegs rufe ich Eugen an und erzähle seiner Frau Lilia von dem Erlebnis und dass wir die zweite Privatadresse in Odessa wohl besser auslassen wollen. Lilia überzeugt mich dann davon, dass es dort vollkommen anders sein wird. Die Leute kennt sie persönlich und sie freuen sich schon lange auf unseren Besuch.

"OK! versuchen wir es, zur Not können wir ja immer noch abbrechen.." Diese Entscheidung entpuppt sich als Glücksfall!

Wir haben zwar eine Adresse, aber keinen Stadtplan und sowas gibt es auch nicht an Tankstellen. Der Flughafen ist aber ausgeschildert und dort machen wir telefonisch einen Treffpunkt mit unseren Gastgebern aus. Sengende Sonne, flimmernde Luft und keinerlei Schatten lässt uns unter die nahen Bäume flüchten. Thomas geht nochmal ins Flughafengebäude um evtl Kartenmaterial zu bekommen, aber sowas gibt es in der Ukraine wohl wirklich nur in Buchläden. Während er weg ist, taucht eine DR650 vor dem Flughafen auf. Der Fahrer entdeckt uns und kommt heran. Irgendwas Russisches wird mir um die Ohren gehauen, zumindest Andre's und Valerij verstehe ich. Das ist unser Mann, aber Sorry, den Rest versteh ich echt nicht. Warten wir also auf Thomas, der knapp 10 min später wieder auftaucht.

Der Fahrer heisst Sascha, ist ein Freund von Valerij und lotst uns dann durch die Vororte von Odessa, um schliesslich in eine Wohnsiedlung einzubiegen. "Das hätten wir auch mit Plan niemals gefunden"
In einer der unzähligen Garagen auf dem Hof finden Tiger und Big einen Stellplatz neben einem amerikanischen Strassenkreuzer, der auf seine Restaurierung wartet. Die Frau von Valerij und sein Sohn Orest (er kann englisch ;-) erwarten uns schon. Valerij selbst ist bei Filmaufnahmen in Odessa unterwegs - zumindest verstehen wir das so.

Das haben wir dann nicht erwartet: Die Familie hat zwei Zimmer für uns geräumt, so dass Thomas und ich je eins bekommen. Ist uns ja etwas peinlich (ich hätte auch neben den Moppeds geschlafen ;-). Nach einem Kaffee wird uns eine Stadtbesichtigung vorgeschlagen - und ich habe nur Badelatschen oder Motorradstiefel dabei - die Garage ist schon wieder abgeschlossen und Sascha schon weg. Egal - das muss halt auch gehen. Mit einem der unzähligen kleinen Busse fahren wir in Odessas Innenstadt und bekommen vieles gezeigt und erklärt. Die Potemkintreppe ist allerdings von oben gesehen bei weitem nicht so mächtig, wie sie in dem berühmten Film dargestellt wird.

Valerij selbst treffen wir dann mit seiner historischen Zündapp inkl Beiwagen bei den Filmaufnahmen. Eine Strasse ist komplett gesperrt und viele historisch gekleidete Passanten, Soldaten und alte Fahrzeuge vermitteln eine seltsame Atmosphäre .. und meine Kameras liegen in der Wohnung, weil wir sie besser nicht mitnehmen wollten :-(
Valerij hat noch einen Kollegen dabei, der sehr gut englisch spricht und so können wir unsere Pläne für die nächsten Tage erläutern (Orest fehlt noch etwas der Wortschatz, aber ohne ihn wäre ich vollkommen sprachlos geblieben).

Mit einem der kleinen Busse und brennenden Füssen geht es zurück und am Abend tauchen dann auch der Hausherr und wieder Sascha auf. Und wie ich es schon von meinem Bekannten in Deutschland kenne: Unmengen an Essen, einer Flasche Wodka und viel Geklöne, Lachen und Spass beenden den Tag. Das war ein echtes Highlight, dabei habe ich im Vorfeld nur ein günstiges Hotel oder Campingplatz gesucht.

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Text&Bilder ©2oo6 - Andreas Just      Letzte Änderung: 12.o7.2oo6