Frühstück
Frühstück...
mit Hund
...mit Hund
Fähre
Fähre
Schotter
Schotter
Garagencafe
Garagencafe
Treppe dahin
Treppe dahin
Track o1.o6.

Wetter:

top

Cafe:

N 4559'13"
E 2925'41"

Tag:

347 km

Gesamt:

2911 km

Mittwoch in der Ukraine

Rumänien  Wir liegen gut im Zeitplan, ab heute gilt unser Visum für Moldawien und heute wollen wir in die Ukraine einreisen. Der Morgen empfängt uns wieder mit Topwetter - vereinzelnde Wolken versprechen etwas Schatten. Vor den Hütten haben wohl alle Hunde des Platzes genächtig und als ich zum Waschen gehe, folgt mir die Meute geschlossen hin und zurück.

Thomas hat gestern noch ein paar Eier gekauft und so gibt es zum Frühstück Rührei auf dem obligatorischen Weissbrot. Los gehts Richtung Tulcea - der Haupteinfallsstadt fürs Donaudelta. Da werden die Strassen wohl etwas besser sein - denkste! - auch hier Schlagloch an Schlagloch, aber dafür geht auch dieser Weg durch wunderbare Landschaften. Nach Galati gibt es zwei Wege, einmal über Braila - "och nöö..", denn jede Stadt die man vermeiden kann, vermeiden wir lieber und wählen den nördlichen Weg. An deren Ende plötzlich ein Stau in einer Kurve - wir schlängeln uns vorbei und landen vor einer Fähre, die irgendwie in keiner Karte so richtig zu erkennen ist. Während Thomas Tickets besorgt, passe ich auf die Motorräder auf und werde auch hier wieder geknipst und umlagert.

Wir dürfen noch mit auf die Fähre und wollen drauffahren.

"Was ist denn das?"

die Fähre ist fast 20cm höher als die Strasse und diese Stahlkante muss mit den gewichtigen Moppeds erstmal gemeistert werden. Von Rampe oder ähnlichem keine Spur - jeder auffahrende Lkw lässt die Fähre tief einsinken, bis die hinteren Räder auch drauf sind. Bei der Menge an Zuschauern ... Augen zu und drüber! Glücklich nehmen wir unser Parkposition ein. An der Reling, zwischen Fussgängern und LKWs eingequetscht, ist die Überfahrt recht unspektakulär wenn auch wir hier wieder die Exoten sind und entsprechend gemustert werden.

Auf der anderen Seite der Donau gibt es natürlich auch keine Rampe und das Schiff liegt fast einen halben Meter tiefer als das Ufer. Beim Runterfahren des ersten LKW gleicht sich das kurzfristig aus, um ins andere Extrem zu wechseln. Obwohl uns der Matrose wild gestikulierend zeigt, dass wir noch nicht fahren sollen, nutzen wir die Abfahrt des nächsten LKWs und passen den Moment des geringsten Höhenunterschieds ab. Damit ist auch dieses Hindernis erfolgreich gemeistert und weiter gehts Richtung Grenze.

"Sind wir noch richtig?"

Moldawien  Die Strasse ist eine einzige Baustelle und führt kilometerweit zwischen Industriegebiet, Bahngelände und Feldern dahin. Doch am Ende steht eine kleines Wachhäuschen... das wird die Grenze nach Moldawien sein. Mit dem Visum in der Tasche sollte das alles recht schnell gehen. 2 Stunden später, zig Kontrollstationen, bezahlen von 2x5EUR pro Person für dubiose Dienstleistungen, deren Kassierer das Geld in die eigene Tasche stecken und fast 1km Strasse in Moldawien, sind wir in der Ukraine, unserem eigentlichen Zielland dieser Tour.

Ukraine  Das erste Stück Strasse lässt übles erahnen - eine Buckelpiste, aufgelockert durch tiefe Löcher erwartet uns. Irgendwo verpassen wir die richtige Abzweigung und fahren einen Umweg um einen See. Eine lange Schotterpiste, die aber allemal besser ist, als die Buckelpiste. Nachteil, denn die Sonne strahlt immer noch mit unverminderter Kraft, sind die Staubwolken von entgegenkommenden Fahrzeugen. So kann man kaum erkennen ob ein Loch überfahrbar ist oder eine Ausweichroute angebracht wäre. Schliesslich landen wir auf der A290 und die hat durchgängig Landstrassenqualität, so dass wir zügig unserem heutigen Ziel Arciz entgegen fahren. Im Vorfeld hatte ich einen Bekannten, der urspünglich aus Odessa kommt, nach Übernachtungsmöglichkeiten gefragt und über mehrere Ecken kamen wir zu Marischka, die ein kleines Cafe in Arciz betreibt. Obwohl kein fester Termin abgemacht war, werden wir natürlich auch gleich erkannt. In diesen Ort verirren sich wohl sonst nie Reisemotorräder.

Die Motorräder entladen wir hinterm Haus und dann müssen sie über 6 Stufen in die Gaststube gehievt werden. Mir hätte im Grunde ein Platz fürs Zelt auf dem Hof schon vollkommen gereicht, aber das wird hier anders geplant. Ein gemütlicher Abend mit gutem Essen (für 5EUR) schliesst sich an und später bringt uns der Ehemann von Marischka in deren Privathaus und Thomas und ich verbringen die Nacht im Ehebett der beiden. Nachbarn und Freunde werden natürlich auch noch kurz eingeladen, um die beiden Verrückten zu präsentieren. Schliesslich kehrt Ruhe ein und wir schlafen irgendwo in einer kleinen Nebenstrasse in Arciz/Ukraine friedlich ein.

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Text&Bilder ©2oo6 - Andreas Just      Letzte Änderung: 12.o7.2oo6