Muschelstrand
Muschelstrand
Raffinerie
Raffinerie
Boote
Boote
unterwegs
unterwegs
mein Wachhund
mein Wachhund
Sonnenuntergang
Sonnenuntergang
Track 3o.o5.

Wetter:

sonnig

Camping:

N 452'20"
E 2910'48"

Tag:

137 km

Gesamt:

2564 km

Montag ins Donaudelta

Rumänien  Zum Glück hat der Regen nur ein kurzes Gastspiel gegeben und die Zelte trocknen jetzt schnell in der aufgehenden Sonne. Da heute nur wenige Kilometer vor uns liegen, lassen wir es langsam angehen. Vor Thomas' Aufstehen mache ich daher noch einen kleinen Strandspaziergang.

Eigentlich stellt man sich unter Strand doch eher Sand vor, aber hier besteht er nur aus Muschelschalen. So weit das Auge reicht, liegen abermillionen Bruchstücke rum, aber auch die vielen ganze Schalen laden nicht gerade zum Sammeln ein, denn dazu fehlt das Erfolgserlebnis des Findens. Plötzlich rennen 5 bellende Hunde auf mich zu - will ich doch mal hoffen, dass die wie alle bisherigen Hunde genug Respekt haben. Sie weichen zurück, als ich auf sie zugehe, schleichen aber den Rest der Zeit immer um mich herum. Von Hunden begleietet sehe ich mich weiter um. Am nördlichen Horizont sind Raffinerien zu sehen, die irgendwie so garnicht in die Landschaft passen wollen und im Süden liegt Contsanza. Ein paar Boote und ein alter Strandturm komplettieren das fotografische Angebot.

"Hey! Stop that!"

Der Mitarbeiter auf dem Campingplatz raunzt Thomas an. Sein brennender Benzinkocher besticht durch eine halb Meter hohe Flamme mit entsprechender Rauchentwicklung. Irgendein defektes Ventil lässt das Benzin direkt fliessen und die schöne Oberfläche der Tischplatte ziert fortan eine riesiger Brandfleck. Das Fackeln haben die Platzarbeiter zwar gesehen, den Brandfleck aber wohl nicht. Ich decke ihn dezent mit einem Stück Papier ab, als wir den Platz verlassen ;-)

Wir fahren jetzt in Richtung Norden an den Raffinerien vorbei. Ein Luft ist geschwängert von Diesel-, Benzin- und Ölgestank - dort braucht man wohl keine Tankstellen, sondern nur einen Spaten um zu tanken. Das geht aber vorbei und endlich haben wir wieder wenig befahrene gelbe Strässchen unter den Rädern.

Immer tiefer geht es in das Delta hinein und immer öfter sind Störche, Reiher und auch schon vereinzelnd Pelikane zu sehen. Im letzten Ort vor dem Campingplatz werden wir auch prompt von jemandem wegen einer Bootsfahrt angequatscht, der uns zum Platz geleitet. Wir verabreden für den Abend eine Termin, um die Modalitäten zu klären. Da wir morgen hier bleiben, werden Hütten genommen - deren Innenleben aber die besten Zeiten schon lange hinter sich haben - ich lege vorsichtshalber die Zeltunterlage aufs Bett und werde im Schlafsack schlafen.

Der Platz ist voll mit holländischen Caravans, die wohl im Konvoi durch Rumänien fahren, aber unsere Hütten liegt recht abseits direkt am Ufer des anliegenden Sees auf dem hunderte Schwäne vor sich hindümpeln. Auch hier sind sofort Hunde zugegegen, die nach etwas Zuwendung und etwas Knabbern (meine Müsliriegel) schnell zutraulich sind. Eine Schäferhundähnlicher mit aufrechten Ohren scheint sich bei mir sehr wohl zu fühlen und passt auf, dass kein anderer Hund zu nahe kommt oder sich gar am Motorrad zu schaffen macht - denn da sind die Leckerlies drinnen.

Am Abend treffen wir dann den Bootsführer und besprechen die Modalitäten für morgen. Das langsame 4PS Boot soll es sein und mit 4-5 Stunden Fahrt sind wir auch zufrieden. Ein Abendessen und das anschliessende Bier mit Blick auf den Sonnenuntergang beenden diesen Tag. Die ganze Nacht ist der Singsang der Schwäne zu hören und Frösche haben wirklich Ausdauer. Das muss ich mal mit dem MP3-Player aufnehmen - ich hoffe man kann erahnen was dort für eine Stimmung herscht.

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Text&Bilder ©2oo6 - Andreas Just      Letzte Änderung: o1.o7.2oo6