Hinterhof mit Kirche
Hinterhof mit Kirche
Wallacheiparkplatz
Wallacheiparkplatz
Constanza
Constanza
Constanza
Constanza
Tigertreffen
Tigertreffen
Track 29.o5.

Wetter:

prima

Camping:

N 4416'32"
E 2837'07"

Tag:

415 km

Gesamt:

2427 km

Sonntag am Schwarzen Meer

Rumänien  "So ein Mist!" ...über den Bergen hängt eine Regenfront. Nach den Erfahrungen von gestern schenken wir uns die Passstrasse und planen für den Rückweg von der Krim hier nochmal einen Stop einzulegen. Dann doch lieber direkt bis zum schwarzen Meer, genauer bis nach Constanza. Eine Autobahn ab Bukarest sollte so einiges an Kilometern ermöglichen. Wir verabschieden uns von "Pleeese" und Anhang, lassen die Südkarpaten hinter uns und sind wieder unterwegs.

Zwischenstops zum Fotografieren und die Suche nach einem Bankomat in Pitesti lockern die Fahrt auf, bis wir die Autobahn erreichen. Auch hier gibt es natürlich die obligatorischen Schlaglöcher, aber bei 100 und mehr Stundenkilometer gibt es halt nur einen leichten Schlag, der Rest geht in der Flugphase unter.

Kurz vor Bukarest, bei Tempo 120 ist Thomas nicht mehr hinter mir. Ich stoppe am Standstreifen und warte einen Moment. Nix zu sehen, also absteigen:

"Ooops!"

... irgendwie sieht mein Heck verändert aus - da fehlt das Topcase!

"Das darf doch nicht wahr sein!"

denke ich und fahre mit Gedanken an einen Thomas, der den Kleinkram von der Strasse sammelt, entgegengesetzt zur Fahrtrichtung bis zur letzten Ausfahrt, um dort dann auf die andere Spur zu wechseln.
Oben auf der Brücke sehe ich Thomas schon kommen. Meine Koffer ist arg verbeult, aber zu geblieben, nur der Kanister ist abgeflogen und undicht. Das Benzin wird in meinen Tank gefüllt und der Koffer irgendwie mit Riemen befestigt. Meine schönen Kunststoffboxen sind allesamt zerbrochen und die Margarine hat sich gleichmässig verteilt. Eine kurze Säuberung muss also noch sein, bevor es weiter geht.

Ursache für den Verlust: Eines der letzten Schlaglöcher hat der hinteren Kunststoffführung des Topcase den Rest gegeben und die ist dann nach oben weggebrochen - dadurch war der Koffer quasi nur noch am Schloss fest und das ist weniger zum Halten als eher zum Verklemmen gedacht. Ein echter Schwachpunkt ... mal sehen was Hepco&Becker dazu zu sagen hat, denn dieses Wegbrechen wird wohl über kurz oder lang bei allen Topcases passieren, wenn man eine Reiseenduro artgerecht bewegt. (Hepco&Becker hat die Halterungen verstärkt und die gibt es auch als Ersatzteil - da sie mir Rabatt angeboten haben, werde ich wohl ein neues Topcase kaufen - schade um die Aufkleber)

Bukarest liegt vor uns - den Mammutbau von Ceausescus wollen wir sehen. Doch uns erwartet ein Stadtverkehr, der übler nicht sein kann und mich zu mindestens einer Vollbremsung mit quietschenden Reifen zwingt. Dazu brennende Sonne, Smog und auch noch eine - wie üblich - miserable Beschilderung... das ist nix und wir sehen zu, dass wir die andere Seite der Stadt erreichen, ohne hier einen auf Sightseeing zu machen.

Auf der Autobahn sehnt sich alles nach Schatten, aber ähnlich wie in Ungarn gibt es kilometerweit nur plattes Land und die wenigen Parkplätze haben ausser Klohäuschen auch nix zu bieten. Das ist also die sogenannte Walachei - verständlich warum der Name etwas negativ belegt ist. Nach endlosen Kilometern überqueren wir einen Donauzubringerkanal, verlassen bei Medgidia die nun wieder einspurige Autobahn und suchen erstmal einen Supermarkt. Ich warte draussen und darf mich diverser bettelnder Kinder erwehren, schliesslich bekommt der Hartnäckigste die paar Münzen, die ich habe. Und was macht der Trottel: Er rennt zu seinen Kumpels und prompt betteln wieder alle. Das wird dann sogar dem Wachmann des Supermarkts zuviel und er verscheucht die Kinder.

Inzwischen ist die halbe Supermarktbelegschaft vor der Tür und wie so oft werden die Motorräder und die Verrückten mit Handies fotografiert oder gefilmt. Die Standardfragen: Preis, Anzahl Zylinder, Leistung und Höchstgeschwindigkeit kann ich schon souverän vermitteln ;-)

Am Ortseingang von Constanza begrüsst uns ein Schiff - davon scheint es an allen grösseren Einfallstrassen eins zu geben - morgen wird auch eines den Weg säumen. Ein Campinplatz ist dann schnell gefunden und da stehen schon eine deutsche GS und ein Tiger. Ein deutsches Tigertreffen am Schwarzen Meer - wer hätte das gedacht ;-)

Während Thomas zum Baden am eigenen Campinplatzstrand unterwegs ist, räume ich das Topcase auf und drehe die Kunstoffhalterung um. Das wird jetzt wieder halten, ohne dass ich Riemen um den gesamten Koffer legen muss. Nudeln gibts zum Abendbrot - die Tüten sind beim Crash alle aufgegangen und müssen weg .. noch ein paar Bier und etwas für die bettelnden Hunde. Das war mal wieder einer dieser Tage...und in der Nacht regnet es dann auch noch...

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Text&Bilder ©2oo6 - Andreas Just      Letzte Änderung: 12.o7.2oo6