1,2,3 Huetten
Hundehütten
Fruehstueck
Frühstück
Kuh Gassi fuehren
Gassi führen
weglaufendes Pferd
durchgegangen
alleine nach Hause
alleine nach Hause
Track 28.o5.

Wetter:

prima

Hotel:

N 4512'47"
E 2439'38"

Tag:

212 km

Gesamt:

2012 km

Sonntag

Rumänien  Die 3 unterschiedlich grossen Hunde - man kann es schön an den Hundehäuschen sehen - sind in der Nacht um die Zelte geschlichen und haben erfolgreich Wache gehalten. Jetzt ist es hier im Tal bei 13C doch recht frisch und in Kombination mit dem Zustand der sanitären Anlagen ist bei mir nur eine Katzenwäsche drin. Da Thomas noch schläft, mache ich einen kleinen Rundgang am anliegenden Fluss. Auch hier fällt massiv der Dreck auf, der an jeder Stelle, wo er hängen bleiben kann, sich ansammelt. Rumänien ist in der Beziehung sehr extrem, aber was sollen die Leute tun, denn selbst auf den modernen Tankstellen findet sich selten mal ein Papierkorb, aber generell nahezu alle Artikel in Einwegverpackungen. Uns wiederstrebt es einfach die leeren Wasserflaschen wegzuschmeissen und so fahren wir sie teilweise mehrere hundert Kilometer durch die Gegend.

Ein Frühstück vor den Zelten gibt die nötige Kraft für den neuen Tag und blauer Himmel sowie eine wunderbare Strasse, die uns am Westrand der Karpaten weiter in den Süden bringt, lässt uns früh aufbrechen. Ziel ist die überall positiv erwähnte Passtrasse 7C von Curtea de Arges Richtung Norden.

Der Weg dahin ist allerdings sehr, sehr nervig. Nachdem wir ab Tirgu Jiu auf der 67 endlich mal wieder weiter in Richtung schwarzes Meer unterwegs sind, folgen 120km Dorf an Dorf. Kaum beschleunigt man hinter einem Ort, schon ist das nächste Ortsschild in Sicht. Nur die obligatorischen Schlaglöcher reissen einen immer wieder aus der Lethargie, die sich mit der Zeit einstellt.

Es gibt aber auch was zu sehen. Menschen, die ihre einzige Kuh Gassi führen bzw. an jedem noch so kleinsten Grasfleck direkt neben der Strasse weiden lassen. Gänse, die aufgeregt in Warnstellung gehen, wenn die Motorradmotoren zu hören sind. Vor jedem 2. Haus sitzen Alt und Jung auf der hauseigenen Bank und der atemberaubende Speed der Autos und LKWs, die uns - trotz illegaler Geschwindigkeit - ständig überholen, lässt einen manchmal schaudern.

Immer häufiger sind Pferdefuhrwerke unterwegs - ob es sich um Rumänen oder Zigeuner handelt ist schnell zu unterscheiden. Die Zigeuner sind meist bunt gekleidet und die ganze Familie sitzt auf dem Wagen. Am Abend lernen wir noch, dass die "Gipsies" von den Rumänen nur ungern gesehen werden. Es wird betont, das Romas und Rumänen nichts miteinder zu tun haben. Sie stehen am untersten Ende der Gesellschaft und versuchen sich häufig durch Bettelei und wohl auch kleine Gaunereien über Wasser zu halten, was in gewissen Masse sogar verständlich ist.

Endlich ist dieser Streckenabschnitt zu Ende und wir stehen vor einer teilweise weggespülten Strasse, die nur durch einen Hilfsweg zu umfahren ist. Manche schicken ihre Ehefrauen vor, um die richtige Spur zu erkunden - andere heizen einfach drüber. Dieses Hindernis meistern die Enduros recht schnell und die Suche nach dem Campingplatz beginnt. Nix zu finden - auch mehrmaliges Rumkurven und Verfahren im Ort zeigt nix von der - im Routenplaner beschriebenen - Ausschilderung. Nehmen wir halt die Pension bei Albesti, welche wir eher durch Zufall gefunden haben.

Der junge Mann kann zwar kein Wort Englisch oder Russisch, aber wir werden uns auch so einig. Das Haus wird noch ausgebaut, ist aber ein ideal gelegener Schlafplatz. Die kleine Wiese vor dem Haus dient Gänsen, Mulis und Pferden als Weide. Einem Junge geht dann noch das Pferd durch, was ich mit griffbereiter Kamera natürlich gerne aufgenommen habe ;-) Die Esel laufen bei aufkommender Dämmerung selbst nach Hause, die sind halt schlauer als Pferde.

Ein Restaurant gibt es nicht, aber einen Balkon mit Tisch und Thomas besorgt noch etwas Brot von einem kleinen Laden in der Nähe. Das war aber nicht nötig, denn gegen abend kommen "Pleeese", seine Frau und sein Bruder und laden uns zum Essen ein. Wirklich lecker, aber auch mit Hintergedanken - zum einen will "Plieese" (ich nenne ihn so, weil das nahezu jeden seiner arg gebrochenen englischen Sätze einleitet) einen Job in Deutschland und zum anderen will seine Frau uns Massagegeräte verscherbeln. Letzteres können wir schnell abwehren - ersteres erst nach langer Diskussion bzgl Notwendigkeit grundlegender Sprachkenntnisse. Und wie Conti Hannover agiert, die trotz Gewinne deutsche Werke schliessen, um z.B. in Rumänien noch mehr absahnen zu können, versuchen wir auch noch zu erklären. "Ob er es verstanden hat?" Ich bezweifele es. Einiges ist dann noch an Wodka, Bier und einem leckeren Fruchtschnaps geflossen, so dass wir die Nacht sehr gut schlafen.

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Text&Bilder ©2oo6 - Andreas Just      Letzte Änderung: o1.o7.2oo6