sehr durchwachsen
sehr durchwachsen
lieber die andere Strasse
lieber die Andere
nach dem Irrweg
nach dem Irrweg
befahrbar
befahrbare Alternative
Waldschotter
Waldschotter
tolle Strasse
tolle Strasse
Track 27.o5.

Wetter:

sonniger Regen

Camping:

N 4515'32"
E 2323'18"

Tag:

216 km

Gesamt:

1800 km

Samstag mittendrin

Rumänien  Eine Eigenart der Karpaten begrüsst uns am Morgen: Die Wolken hängen hier fest und das Wetter ist praktisch unberechenbar. So geht es also bei grauem Himmel mit wenigen blauen Flecken los zu unserer ersten Südkarpatenüberquerung.

Vorweg will ich aber mal eine Strassenklassifizierung von 1-5 einführen:

  1. quasi eine neue Strasse - etwas wellig mit ein oder zwei Schlaglöcher passt auch noch (also die typische westdeutsche Strasse)
  2. hat dann schon mehr Schlaglöcher oder evtl gar keinen Belag mehr oder glatte Schotterpisten
  3. Schotter, Sandpisten und Feldwege, die in die Jahre gekommen sind
  4. Wirtschaftswege, die mit grossen Reifen oder Treckern befahren werden und tiefe Spurrinnen aufweisen
  5. mit Reiseenduro praktisch unfahrbarer Weg
Man ahnt schon was jetzt kommt... Laut Routenplaner geht eine gelbe Strasse von Sebes nach Bengesti. Gelb ist zwar nicht Rot, aber nach bisherigen Erfahrungen durchaus gut zu befahren. Eine tolle kurvenreiche Strasse zieht sich durch die Landschaft. Auf Schlaglöcher muss man zwar aufpassen, aber wenn man eins erwischt, ist es auch nicht so schlimm. Irgendwann werden die Orte aber weniger und der Belag ändert sich langsam in einen Mischmasch aus Asphalt, Schotter, Geröll und Dreck (Kategorie 3).

Ein paar Rinnsale und Bachläufe lockern den Weg auf, da wir aber hin und wieder ein Auto oder LKW vor uns haben, sind wir wohl richtig. An einem Stausee gabelt sich der Weg - eine Richtung sieht doch arg kaputt aus, während die andere Richtung nahezu fehlerfreien Belag zeigt. Der Hinweis eines Autofahrers, dass in Richtung der ordentlichen Strecke eine sehenswerte Kirche ist, lässt uns diesen Weg wählen. Der hilfsbreite Mensch fährt aber weiter in die andere Richtung...

Die Kirche ist schnell erreicht und es beginnt zu nieseln. "Egal...wir haben ja Stollen an den Rädern". Nach einigen Kilometern und unzähligen Spitzkehren, Kurven (siehe Track), Schlaglöchern und inzwischen auf über 1700m wird es dann aber immer seltsamer. Tiefe Pfützen - schon eher Tümpel - und Bachläufe auf dem Weg, die dem Vorderrad eine Richtung aufzwingen wollen. 2 mit Holz beladene LKWs kommen uns als einzige Fahrzeuge noch entgegen. Der Platz zum Ausweichen reicht so gerade, denn links geht es steil bergab und rechts steil bergan. Zumindest wachsen hier genug Bäume, die ein unkontrolliertes Abweichen von der Piste evtl. abfangen können. Kategorie 4 ist inzwischen geschmeichelt, denn ständiger Nieselregen bei - seltsamerweise - strahlendem Sonnenschein macht die Strecke auch noch spiegelglatt und hinterlässt tiefe Schlammlöcher. Häufiges beherztes Gasgeben gibt dem Vorderrad Anweisung doch gefälligst seiner Linie treu zu bleiben. Die Schläge die von durchgefahrenen Löchern herrühren nerven aber so langsam und schliesslich nach einigen Kilometern Kategorie 5, ist das Weiterfahren unmöglich. Es reicht uns, wir drehen um und nehmen diese landschaftlich wunderbare Strecke nochmal in Angriff ... für Fotos reicht die Lust aber nicht aus...

Ein Mann am Wegesrand meint zwar, dass wir auf dem richtigen Weg sind und auch hierüber unser Ziel erreichen, aber das wollen wir echt nicht testen. Vorbei an der Kirche wird am Stausee erstmal Pause gemacht, um dann die schlechtere Alternative zu wählen, die sich aber als befahrbar erweist und ebenso grandiose Ausblicke eröffnet.

An der Kreuzung (67c und 7A) auf halber Strecke wählen wir dann - abweichend von der geplanten Route - wieder Asphalt und fahren nach rechts Richtung Petroseni. Diese Strasse entpuppt sich als wahre Perle. Durch tiefe Schluchten, an einem kleinen Bach vorbei, gesäumt von Wasserfällen, ist der Weg nahezu fehlerfrei. Fehlerfrei heisst allerdings: Den Schlaglöchern kann man gut ausweichen ;-)

Ein kleines Hotel mit angrenzender Wiese wird dann unser nächster Campingplatz. Und ein bezahlbares Abendbrot im Restaurant lässt uns dann auch diesen Tag als erfolgreich - rückblickend sogar als Highlight - verbuchen.

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Text&Bilder ©2oo6 - Andreas Just      Letzte Änderung: o1.o7.2oo6