Suedkarpaten
Südkarpaten
wilde Verkabelung
wilde Verkabelung
Bahnuebergang
alter Bahnübergang
kleine Brücke
kleine Brücke
Kraftwerk
Kraftwerk
neben dem Campingplatz
links neben dem Campingplatz
Track 26.o5.

Wetter:

windig

Camping:
(Tip) 

N 4554'54"
E 2316'46"

Tag:

259 km

Gesamt:

1584 km

Freitag in den Südkarpaten

Rumänien  Blauer Himmel ist heute unser Begleiter. Das erste grosse Ziel liegt vor uns: Die Südkarpaten.

Im Vorfeld habe ich einiges darüber gelesen und tolle Schluchtenstrassen, Serpentinen und grandiose Landschaften warten nur auf uns. Sogar Campingplätze soll es da geben, die ansonsten in Rumänien recht spärlich gesäht sind. Auf dem Weg dorthin häufen sich die Pferdefuhrwerke und auch freilaufende Hunde in den kleinen Ortschaften sieht man überall. Praktisch alle diese Hunde laufen mit hängenden Ohren und eingezogenem Schwanz.
Einige wenige versuchen die Motorräder lauthals zu verbellen, aber ein kurzer Gasstoss, der den Tiger zu einer kräftigeren Lautäusserung veranlasst, lässt dann doch die meisten verdutzt verstummen.

Während einer kurzen Pause in einem Strassencafe - eher ein Kiosk mit Tisch vor der Tür - fallen wir das zweite Mal auf die Besonderheiten Rumäniens rein. Es gibt neue Lei und alte Leu. Von den alten Leu muss man vier Stellen streichen, um den Lei Wert zu erhalten. Ein 500000 Leu Schein ist also nur 50 Lei wert.

"OK!" ...das versteht man ja noch, aber die Sprache leider nicht und so tippen uns die Verkäufer den Betrag in einen Taschenrechner. Nur scheint dort die Anzahl der Nullen dann mal zwei, mal drei oder auch vier zu sein. Ein System können wir während der gesamten Tour nicht erkennen.

Ergebnis: Thomas zahlt für Kaffee, Cola und Kekse fast 20 EUR, wie wir später feststellen, statt 2 EUR, weil die Kioskbesitzerin unsere Unwissenheit ausgenutzt hat. Es empfielt sich also selbst überschlägig den Betrag auszurechnen und im Zweifel weniger zu geben. Zur Rettung der Kioskverkäufer muss allerdings betontt werden, dass ich später öfter wegen eines zu grossen Scheines korrigiert wurde. Da war es wohl Pech, gerade an dieser Bude zu landen.

Abenteuerliche Verkabelungen müssen noch abgelichtet werden und dann geht es auch schon weiter. Die Karpaten sind schon am Horizont als Bergkette zu erkennen und wir wählen einen Weg Richtung Norden, weil dort ein Campingplatz in meinem Routenplaner eingezeichnet ist.

Ein Naturschutzgebiet mit gelber Anfahrtstrasse verführt zu einem Abstecher ab Sarmizegetusa. Am Anfang ist die Strasse ganz ok, doch dann ist der Belag weg und eine Mischung aus Schotter, Sand und riesigen Pfützen führt uns mitten in ein verwinkeltes kleines Dorf. Hühner, Gänse, Kühe, Pferde bevölkern die Strasse ..und ein älteres Ehepaar, welches uns - leider kaum verständlich - den richtigen Weg weist.

Ich sprach die Hilfsbreitschaft schon an und es stellt sich heraus, dass wir eine Strasse zu früh abgebogen sind. Mit ensprechender Hilfe - genauer der ungefährene Interpreation der Gesten - findet sich dann aber doch wieder Asphalt und ab dort geht eine wunderbare Strasse (die Schlaglöcher sieht man garnicht mehr) bis zu einer kleinen Brücke und ein paar Fotos. Ganz durchfahren wollen wir nicht, da es jetzt schon recht spät am nachmittag ist und der Übernachtungsplatz auch noch gesucht werden muss.

Auf dem Rückweg meiden wir natürlich das Dorf und folgen dem richtigen Weg. Ein riesiges Stahlwerk, welches wohl schon lange stillgelegt ist, lenkt unsere Aufmerksamkeit auf sich. Das müssen wir fotografieren und der beste Platz scheint am Werkstor zu sein... doch da steht ein Wächter und verbietet das Knipsen. OK, dann halt nicht, aber etwas weiter muss dann halt dazugehörige, ebenfalls verrottende, Kraftwerk aufgenommen werden.

Den gesuchten Campingplatz an der Einmündung der 66 in die 7 gibt es nicht mehr - nur noch ein relativ teures Hotel. Also weiter auf der 7, um evtl. eine Pension oder ähnliches zu finden. Thomas entdeckt dann am Strassenrand ein Hinweisschild und etwas abseits, mitten in einem kleinen Dorf landen wir auf einer kleinen Fläche für Wohnmobile, der von Holländern bevölkert und auch betrieben wird. Rechts davon wird mit einem Pferd das Feld bearbeitet und auf der anderen Seite werden die typischen Heuhügel gebaut.

Ein langer und netter Klönabend (Mischmasch aus Englisch, Deutsch und Platt) mit 2 Holländern beendet diesen Tag.

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Text&Bilder ©2oo6 - Andreas Just      Letzte Änderung: o1.o7.2oo6