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da wollen wir hin
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Draculas Fünftwohnsitz
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tolle Landschaft
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Track 1o.o6.

Wetter:

ein büschn'n Regen

Hotel:

N 4512'47"
E 2439'38"

Tag:

297 km

Gesamt:

5414 km

Samstag wieder in die Südkarpaten

Rumaenien  Der erste Blick gilt am Morgen natürlich den Motorrädern, die aber noch unberührt an ihrem Platz stehen. Für einen Kaffee reichen die letzten Münzen noch. Heute sollen zweimal die Südkarpaten überquert werden und als Ziel haben wir das uns bekannte Hotel bei Albesti, damit wir morgen die 'berühmte' Passstrasse fahren können.

Die Strassen sind soweit OK, aber eine lange, lange Baustelle mit Steinschotterhinterlassenschaft finde ich nicht ganz so prickelnd. Immerhin sind wir praktisch alleine darauf unterwegs, denn an der eigentlichen Baustelle haben LKWs, die entladen werden, die Strasse voll blockiert. Der ein Meter breite Seitenstreifen müsste aber Platz genug sein, um mit den Motorrädern vorbeizukommen. Thomas fährt, nach Erlaubnis durch den Streckenposten, vor und ich hinterh...
Stop!, der nette Bauarbeiter macht das Zigarttensymbol. Ich gebe ihm ein paar und will weiter, aber da ist schon Thomas zu Fuss zurückgekommen, der dachte, dass ich mich nicht traue diesen - zugegeben recht holprigen und schmierigen Seitenstreifen - zu fahren.

"Also ehrlich ..." ;-)

Überwiegend sind aber im weiteren Verlauf nur Schlaglöcher zu beklagen, die aber locker durch die zu durchfahrende Landschaft ausgeglichen werden. Teilweise schmiegt sich der Asphalt auf Brückenpfeilern an die Felswand um grossen Flüssen den Weg freizuhalten oder um überhaupt ein stabile Basis zu haben. Draculas Burg ist auch mehrmals zu sehen, doch welche ist die Richtige? Werbung machen sie alle mit dem Blutsauger, obwohl Transilvanien nun doch etwas weiter westlich liegen sollte.
Und dann fängt es an zu regnen...

"Mist! solange geht es gut und nun dieses Pisswetter"

Blitze zucken, sintflutartiger Regen und deprimierende Aussichten in unserer Fahrtrichtung. Ein kleines Cafe wird als trockener Unterstand genutzt, um den Getränkehaushalt auszugleichen und die Regenklamotten anzuziehen. Mein Reissverschluss an der Jacke ist übrigens inzwischen ganz kaputt, aber mit dem Klettverschluss klappt das auch. Ein letzer Abschnitt gelbe, holprige Strasse bei Nieselwetter und das Hotel liegt vor uns. Die Zimmer sind die gleichen und schnell sitzen wir wieder auf dem Balkon und der Bezinkocher erhitzt das Kaffeewasser.

"Pleeese" ist da! Irgendwie hatte er letztes Mal was davon gesagt, dass er wieder nach Hause fährt und jetzt ist er immer noch da? Er begrüsst uns freudestrahlend und will gleich ein Gespräch beginnen. Aber seine Fahne und die Aussicht auf mühselige Interpretation seiner Englischkenntnisse sowie das leichte genervt-Gefühl aufgrund der Regenfahrt ... da lassen wir ihn lieber abblitzen.

Die weitere Strecke wird geplant - erst die Passstrasse, dann Richtung Osten um die Ostkarpaten in Angriff zu nehmen. Das werden noch ein paar schöne Abschnitte. Der Wirt kommt dazu und erzählt uns, dass man diese Strasse garnicht fahren kann. Da ist ein Tunnel und der hat noch geschlossen.

"Na Toll!" :-(

Irgendwie schwärmen alle von dieser Strecke, aber keiner erzählt was davon, dass die nicht ganzjährig befahrbar ist. In 2 Wochen wird die Strecke freigegeben, in 2 Wochen sind wir aber schon wieder in Deutschland. Nun denn, dann nehmen wir morgen die letzte rote Strasse, die wir noch nicht zur Überquerung der Südkarpaten genutzt haben und fahren dort gen Norden.

Jetzt wird erstmal der Wein vernichtet, den Thomas unterwegs am Strassenrand gekauft hat, dazu seinen sauren Baumstammkäse (der ist echt nicht mein Fall) und etwas gefrustet gehts zu Bett. Allerdings stört mich der Lärm aus der Gaststube wo "Pleeese" und Verwandte und Bekannte bei lauter Fernsehtonuntermalung noch lange rumlabern. Das ist doch recht nervig und ich gehe der Sache auf den Grund: Ein Leerrohr hinterm Bett sorgt für uneingeschränkte Schallübertragung - ein reingestopftes Kissen dann für die ausreichende Nachtruhe.

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Text&Bilder ©2oo6 - Andreas Just      Letzte Änderung: 12.o7.2oo6