Lobby
Big-Lobby
toller Wisch
toller Wisch
Schlagloch
Schlagloch
Stop in Ukraine
Stop in Ukraine
Reifen flicken
Reifen flicken
Track 13.o6.

Wetter:

angenehm

Camping:

N 4900'08"
E 2106'02"

Tag:

330 km

Gesamt:

6410 km

Montag an der Grenze

Rumaenien  Am Morgen begrüsst uns wieder Sonnenschein. Das Restaurant hat zu, die Bar offen, jedoch steht der Kaffetisch mitten auf dem Parkplatz - da suchen wir doch lieber was besseres. Bis zur Grenze sind es noch fast 50km. Der rumänische Zöllner will in die Aluboxen sehen. Ich öffne den Koffer mit dem Krimskrams - Elektroniksachen, Werkzeug, Knieschützer und anderes Zeugs quillt hervor. Das reicht ihm dann schon und wir dürfen ausreisen.

Die ukrainische Grenze sollte schnell gehen, denn wir waren ja erst vor kurzem schonmal im Land und da lief auch alles problemlos. Pässe abgeben, an den Rand fahren und es dauert...

Schliesslich bekommen wir die Pässe zurück, aber ein selbstgefälliger Zöllner winkt uns 20m weiter und kassiert nur Thomas' Pass. Einige Zeit später kommt ein anderer Beamter und will Thomas Papiere - die hat aber doch schon der Kollege, somit sind jetzt meine Unterlagen dran und verschwinden mit dem Mann im Haus. Inzwischen ist gut eine dreiviertel Stunde rum und nix, aber auch garnix passiert.

Kein Aas stellt Fragen, keiner will was sehen, aber die Papiere sind weg. Endlich kommt jemand aus dem Gebäude, bittet uns hinein und dort sollen wir zwischen einem uralten Gepäckröntgengerät, Tafeln voller kyrilischer Dokumente und einem Telefon auf einer ollen Bank warten.

Und wir warten .. und warten .. und warten .. und blicken fragend zum Glasschiebefenster, hinter dem der Zöllner im 1 Fingersuchsystem mit einer Anschlagrate von 1 Taste/Minute irgendwas in ein Terminal tippt. Öffnen des Glasfenster und Fragen nach Namen und Kosten der Maschinen beleben die Wartezeit. Nach 1,5 Stunden wird uns das zu bunt - ich stelle mich demonstrativ vor das Fenster und schaue denen (inzwischen sind 2 Mann mit unseren Papieren beschäftigt) auf die Finger. Jetzt klopfe ich und frage:

"Where's the problem?"   "Njet problem!"

"Why takes it so much time?"   "Njet problem!"

"If there's a problem, we can travel through Hungaria instead of Ukraine"

Erstauntes - ja sogar fast entäuschtes - Aufblicken und:

    "Njet problem!"

und das Fenster wird wieder zugeschoben. So langsam lassen sich unsere Geduldsfäden nicht mehr verknoten und wir versuchen die deutsche Botschaft in Kiew oder die ukrainische in Deutschland zu erreichen. Entweder nimmt keiner ab oder die Nummern sind falsch.

"Was geht hier bloss ab?"

Wollen die jetzt noch richtig Kohle haben - haben wir nicht rechtzeitg geschmiert (eigentlich wird das doch schon irgendwie signalisiert)...

Schliesslich bekommen wir je eine Deklarationsbescheingung für die Motorräder. 5 Stempel ziert diese Dokument, eine Zöllnerunterschrift und je 2 Unterschriften von uns. Dieser Wisch war, abgesehen von fast 3 Stunden unsere Lebenszeit, immerhin umsonst. Fotos habe ich mich nicht getraut zu machen - für sowas sollte ich mir nochmal was unscheinbares zulegen ;-)

Ukraine  In der Ukraine schafft Thomas es dann, am ungarischen Grenzübergang an einem dubiosen PKW, konspirativ seine ukrainischen Rubel (ich kann mir diesen Namen einfach nicht merken) loszuwerden und der Rest geht drauf für eine hervorragende 2 Personen Grillplatte in einem kleinen Restaurant, welches wir im weiteren Verlauf der Strecke anfahren. An der slowakischen Grenze zeigt der ukrainischen Zöllner auf die Deklaration und fragt:

"How long?"   Ich antworte: "3 hours!"

und der tippt sich nur an die Stirn und lacht mit seinem Kollegen. Irgendwie fühlt man sich echt etwas veräppelt ;-)

Slowakei  Ein Kulturschock erwartet uns bei den Slowaken: Es geht ruckzuck und wir werden sogar an der Autoschlange vorbeigewunken. Die EU hat uns wieder.

Der Campingplatz ist wegen Umbau geschlossen. Der Pförtner geht wortlos weg und wir bleiben ratlos zurück. Ein französischer Caravan kommt und der Fahrer erzählt uns von einem Platz in 35km Entfernung - den werden wir wohl anfahren müssen. Nachdem der Franzose weiter gefahren ist, kommt der Pförtner zurück und wir dürfen nun doch mit unseren Zelten auf den Platz. Als Thomas los will, stoppt ein platter Hinterreifen, seinen Vorwärtsdrang.

Passt doch und wirklich prima, dass wir hierbleiben dürfen, so verbringt Thomas mit Reifenflicken die Zeit und ich organisiere ein paar Flaschen Bier und etwas zu Essen in der nächsten Stadt.

Das war mal wieder einer dieser Tage...

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Text&Bilder ©2oo6 - Andreas Just      Letzte Änderung: 12.o7.2oo6