Kuecken
die Vordere gehört mir
Strasse
war mal 'ne Strasse
unterwegs
unterwegs
so ein Mist
so ein Mist
auf dem Pass
auf dem Pass
Ente
Ente
Siebenbuergen
Siebenbürgen
Track 11.o6.

Wetter:

gerade noch

Pension:

N 4524'44"
E 2513'37"

Tag:

347 km

Gesamt:

5761 km

Sonntag durch die Südkarpaten

Rumaenien  "Bäh" - irgendwie ist alles feucht. Das fiel mir gestern abend schon auf, aber dass es jetzt am Morgen immer noch so klamm ist. Irgendwie scheint hier zwar alles neu gemacht zu sein, aber Pfusch lässt bei Regenwetter wohl der Feuchtigkeit freien Lauf. Beim Beladen der Motorräder ziehen zwei Kücken unsere Aufmerksamkeit auf sich. Die gehören "Pleeese" (die Henne ist aber nirgendwo zu sehen, die steht wohl an irgendeinem Strassenrand und sucht verzweifelt den Nachwuchs ;-). Thomas und ich bekommen die beiden geschenkt. Danke! sehr nett, aber das gibt dann wohl doch Probleme beim Transport und an den Grenzen.

An der kleinen gelben Strasse Richtung Westen, die wir schon auf der Herfahrt fuhren, ist inzwischen die gesamte Fahrbahn weggespült worden und der damalige Umgehungsweg ist nun auch weg. Somit weichen wir auf den neuen aus, der sich als übelste Huckelpiste entpuppt. Als Ergebnis setzt der Tiger zweimal auf und dieser Scherz von Motorschutz verbiegt sich an der unteren Schraubenaufnahme. Da muss unbedingt was gemacht werden, mit diesem Teil ist auf Dauer kein Staat zu machen. Ich habe ja schon eine Lösung im Kopf, bisher aber noch keinen gefunden, der mir Stahlstangen biegen und schweissen kann (falls jemand aus dem Raum Hannover...)

Die rote Strasse entpuppt sich wieder als traumhafte Strecke, aber auch als Ausflugsgebiet - somit haben wir am Anfang einigen Stress mit diversen Wochenendausflüglern, die nicht wissen wo das Gaspedal ist und die LKWs dazwischen sind auch nicht gerade erfreulich. Der Abzweig zu unserer Wunschstrasse ist schnell gefunden und über unzählige Kurven und Serpentinen geht es weit hoch über die Schneegrenze. Leitplanken oder ähnliches sind nicht vorhanden, aber wer will schon freiwillig diese hundert, zweihundert oder gar dreihundert Meter Steilhang austesten?

Ich versuche es trotzdem mal und schmeisse den Tiger bei einem Stop auf Steinschotter (wie üblich wegrutschender Fuss auf meinem Lieblingsbelag) in 3m Entfernung vom Abgrund hin.

"Ich brauche unbedingt neue Schuhe!"

...denke ich, während Thomas das Elend am Boden fotografiert. Nachdem die Maschine vom Seitenkoffer und Tankrucksack befreit ist, steht sie auch schnell wieder. Passieren konnte mir dabei aber nix, denn generell: Im Moment des Kippens (ich schaffe sowas eh nur beim Rangieren ;-) ist mir der Tiger vollkommen egal und ich sehe immer zu so schnell wie möglich davon wegzukommen. Schäden: Keine!.

Ein paar Fotos von meiner Ente im Schnee sind noch zu machen - wir könnten jetzt sogar echte Kücken da postieren ;-) Eine Kaffepause am Hotel mit den Andenkenbuden, die Umengen chinesischem Krimskram anbieten, ist jetzt das Richtige. Ein paar Engländer mit Supersportlern sind schon da - was die dahin treibt, habe ich vergessen zu fragen, denn so richtiges Strassenmaschinengebiet ist Rumänien ja nun nicht.

Jetzt heisst das Ziel Ostkarpaten, aber

"Was ist denn das für ein Dreck?".

Über den, am Horizont sichtbaren, Bergen ist der Himmel, soweit man blicken kann, tiefschwarz, Blitze zucken darüber hinweg und die typischen Regenstreifen sind überall zu sehen.

"Da wollen wir nicht wirklich hin"

... meine ich zu Thomas und verweise auf eine kleine Strasse, die kurz vorher Richtung Norden abging. Kurzerhand wird die Tourplanung mal wieder über den Haufen geworfen und die Ostkarpaten als derzeit nicht fahrenswert eingestuft. Siebenbürgen soll ja auch ganz schön sein.

Und das ist es auch - nette kleine Strassen führen durch eine - wie soll man es sagen? - liebliche Landschaft. Sanfte Hügel bis zum Horizont und kleine Ortschaften mit wuchtigen Kirchen beherschen hier das Bild. Einige Ortsschilder sind mehrsprachig (Rumänisch, Deutsch, Tschechisch) und offizielle Sprache soll in manchen Gebieten u.a. auch Deutsch sein. Irgendwann gehen aber auch die kleinen Strässchen vorbei und eine Rote steht an. Die Heizerstrecke schlechthin. Sportmaschinen mit rumänischen Kennzeichen rasen hier mit mindestens 150 durch Ortschaften. Kurven gibt es kaum und so lautet das Motto: "schnell und laut kann jeder"...

Als Unterkunft für die Nacht wird eine kleine Pension auserkoren. Thomas wollte zwar nicht mehr schrauben, aber jetzt fängt er an die ausgefallenen Birnchen seiner Beleuchtung zu ersetzen, denn seit einigen Tagen ist er mit Funzelbeleuchtung unterwegs. Am Ende leuchtet vorne alles und hinten ist das nicht funktionierende Birnchen nun statt rechts auf der linken Seite (wenn die Ersatzbirne auch kaputt ist, ist es eher sinnlos die zu Wechseln ;-)

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Text&Bilder ©2oo6 - Andreas Just      Letzte Änderung: 12.o7.2oo6