Seltún
Seltún
Mineralien
Mineralien
auf
auf der 427
am
am Seltjörn
Angelstunde
Angelstunde
frische
frische Forelle
Katzen
Katzen

Fische und Blaues Wasser

Heute ist das Forumstreffen, aber erst ab 16:00 Uhr - genug Zeit für uns noch etwas in Reykjavik rumzufahren. Die Kirche Hallgrímskirkja ist eine der Sehenswürdigkeiten, die Susanne besuchen möchte - nach etwas Kurven finden wir sie auch. Von oben hat man einen schönen Überblick über die City, wie ich mich anhand der Fotos von Sanne vergewissern kann, denn ich warte mal wieder lieber bei den Motorrädern. Danach zieht es uns aber auch schon wieder raus aus dem Häusermeer, das zusammen halt einfach eine Stadt wie jede andere ist und mit recht vielen Autos, Ampeln, Einbahnstraßen und anderen Unannehmlichkeiten aufwartet. Städtetouren sollte man besser mit dem Flugzeug machen, anstatt mit Motorrad und Schutzkleidung...

Richtung Süden biegen wir kurz hinter der Stadtgrenze auf die 42 ab, die nach wenigen Kilometern zur Schotterpiste wird und uns wieder mit dem Sinn und Zweck einer Motorradreise verwöhnt. An einem großen See führt der Weg vorbei und kurz bevor es auf die Küstenstrasse 427 geht findet sich eine recht weitläufige Fläche, namens Seltún, mit heißen Quellen. Hier explodieren zwar keine Geysire, aber dafür gibt es Wege die mitten hinein führen und man könnte theoretisch die Temperaturen, der unzähligen Blubberlöcher, mit dem Finger testen. Nachdem mir zwei amerikanische Studentinnen, die hier Messungen vornehmen, erklärt haben, daß neben der Hitze auch diverse Chemikalien aus dem Boden sprudeln, lasse ich diese Mutprobe besser sein.

" Puh! - nochmal Glück gehabt..."

Die folgende 427 ist teilweise eine echte Traumpiste - es sind zwar nur knapp 10km, die aber über weite Lavafelder führen, hoch und runter gehen und fast immer mit Blick aufs Meer. Wunderbare Landschaft und wunderbares Fahren, was dann aber im nächsten Ort Grindavik schnell wieder vorbei ist. Die kurvenreiche Route Richtung Blaue Lagune zieht uns an, aber dieser Parkplatz lässt uns schnell durchstarten - an eine Landung ist hier nicht zu denken, so viele Reisebusse gab's bisher noch nie. Versuchen wir das besser morgen ganz früh, um mal einen Blick hinein zu werfen.

Das war wohl nix

Am Seltjörn, wo das Treffen sattfinden soll, sind bereits die beiden DR650 Fahrer und 2 Frauen aus Berlin, die aber noch in die Blaue Lagune zum Baden wollen, weil in der Nacht der Flieger nach Hause geht. Oli, der den See gepachtet hat, meinte, dass wohl auch nicht sehr viel mehr kommen werden, was sich auch als Tatsache herausstellt. Selbst der Admin, der sich um alles kümmern wollte und seit Wochen auf der Insel rumkurvt, lässt sich nicht blicken. Ich liebe so ein Verhalten wirklich und werde dazu nach der Tour noch etwas ins Forum schreiben.

Da das nun alles andere als ein Forumtreffen ist, machen wir das Beste draus. Getränke hat sich sowieso jeder selbst besorgt, für die Zelte finden wir auch Plätze zwischen all den Felsen und hier unten am See ist es relativ windgeschützt. Susanne und Daniel lernen ein bisschen Angeln und der Rest klönt und spielt mit den 4 Katzen, die Oli gehören. Diese Katzen sind schon seltsam - springen freiwillig von Stein zu Stein übers Wasser und sind mehr als fasziniert von kleinen Steinchen, die wir ihnen vor der Nase in den See werfen. Unsere beiden Angler sind allerdings nicht gerade sehr erfolgreich, wenn auch bei Sanne kurz was angebissen hatte, sich aber auch wieder befreien konnte. So holt Oli selbst innerhalb kürzester Zeit eine Forelle aus dem Wasser, zeigt uns wie sie ausgenommen wird und grillt sie dann auch noch. Wirklich lecker!

Alles in allem war es doch ein ganz netter Abend und wir verkriechen uns zufrieden in die Zelte, um dann noch vom angrenzenden Modelflugplatz genervt zu werden - einer der kleingeistigen Idioten scheint Spaß daran zu finden, seinen Benzinflieger direkt über unsere Zelte zu jagen, aber Ohrstöpsel helfen...

Nach Abbau der Zelte und einem kleinen Frühstück sind wir auch schon wieder gen Süden unterwegs. Sannes Wunschmann soll da baden - zumindest ist der Bursche auf jeder zweiten Werbung der Blauen Lagune abgebildet und sie macht mich immer wieder auf ihn aufmerksam - ich werde mir doch noch 'nen Playboy zulegen, um was dagegen halten zu können. Jetzt sehen wir mal ob der Junge hier ist... Wir finden ihn natürlich nicht - kann wohl nicht schwimmen und ist wasserscheu - kennt man ja von solch Schönlingen. Aber auch die Frau, die als Werbeikone im Prospektwasser plantscht, ist nicht da, dafür schon um diese Uhrzeit massenhaft Touristen, die sich in der piwarmen Brühe im gefliesten Becken vergnügen. Stell ich mir wie im Freibad vor, wenn man durch eine gerade gesetzte Reviermarkierung schwimmt- die ist ja auch warm ;-)

Das warme Wasser ist übrigens das Abwasser des Geothermie-Kraftwerks in der Nähe und wird per Pipeline hierher geführt, denn direkt vor Ort gibt es keine heiße Quelle. Uns zieht es jetzt eher zu den Außenanlagen. Das Wasser ist wirklich tiefblau, an den Rändern und an den kleinen Felsinseln grenzen weiße Kanten aus Kieselschlamm, das dunkle Material von der Flüssigkeit ab. Ist schon recht beeindruckend und hat etwas surreales, wenn da nicht dieses Sanatorium im Hintergrund wäre, das eher nach Fabrik als nach Wellness aussieht. Uns reicht das auch schon und auf der kleinen Küstenstrasse von gestern geht's weiter. Die heißen Quellen sind noch da, der See auch und da vorne geht ein Schotterweg rechts ab - den wählen wir mal, um nicht wieder direkt nach Reykjavik zu kommen.

  

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Text&Bilder ©2o11 - Andreas Just      Letzte Änderung: 16.o9.2o11