Moskau
Moskau
Ventspils
Ventspils
unser Schiff
unser Schiff
verzurrt
verzurrt
28 Stunden
28 Stunden
schon wieder alle
schon wieder alle

Moskau, Regen, Fähre

Russland  Die Motorräder wurden aus dem Wagon auf den Bahnsteig geschoben und jetzt latschen alle Passagiere daran vorbei. Da die Arbeiter mit dem Ausladen beschäftigt sind, passt auch keiner so richtig darauf auf. Wir sputen uns also, um dahin zu kommen. Beim Entfernen der Dachlatt... aehm Transportkiste bekommen wir noch Hilfe, die allerdings 2000 Rubel kostet, und dann dürfen wir die Motorräder aus dem Bahnhof schieben - ja nicht den Motor anmachen wurde uns von der Bahnpolizei eingebläut. Bis zum Vorplatz schiebe ich, dann reicht es mir und ich starte den Bock - wir sind in Moskau angekommen.

Unser Hotel ist schnell gefunden und nach einem Abendbrot im anliegenden Restaurant geht's auch schon ins Bett. Irgendwie haben die 4 Tage Zuggammeln und die Erkältung mich ganz schön geschlaucht.

Sonntagmorgen sind die Strassen schön leer und der Rote Platz wartet auf uns. Doch leider wartet der immer noch, denn er ist weiträumig wegen einer Veranstaltung abgesperrt. Zu Fuss würde es zwar gehen, aber die vollgepackten Motorräder ohne Aufsicht in einer Grosstadt stehen lassen? Besser nicht, und somit geht's sofort in Richtung Lettland.

Unterwegs fangen die Anzeigen des Tigers an zu spinnen. Die Batterie, die ich wieder von Olaf zurückgebaut habe, ist vollkommen am Ende. Der Drehzahlmesser flattert rum, die Motorkontrolleuchte spielt Discobeleuchtung und im Standgas will der Tiger ausgehen. Ich habe einen unwahrscheinlichen Frust und bin kurz davor jetzt den ADAC anzurufen, dass die mich hier abholen. Thomas kauft schliesslich ein Batterieladegerät und im Geschäft darf dann auch die Batterie für eine halbe Stunde am Netz hängen. Damit sollte ich zumindest bis zum nächsten Hotel kommen, wo wir dann die Batterie über Nacht laden.

An der Grenze der nächste Frust. Der Grenzer in seinem Häuschen signalisiert uns, dass wir schnell die Unterlagen ausfüllen sollen, was auch prima klappt, da wir die Zettel inzwischen schon auswendig können. Bei der Rückgabe schliesst der 'Penner' sein Häuschen und meint er hat jetzt Feierabend.

"Und nu?" "Zelte aufbauen?" "Die Nacht hier verbringen?"

Ein deutschsprachiger Lette klärt uns auf: Es ist Schichtwechsel... mein positiver Eindruck von der russischen Grenze zur Mongolei verflüchtet sich spontan und macht wieder dem Feindbild Grenzer Platz. Nach 20min kommt aber Ersatz (warum kommt der nicht 20min eher, um übergangslos den Schichtwechsel durchzuziehen?) und wir werden schliesslich abgefertigt.

Lettland  In Lettland stauen sich die PKW und LKW in Richtung Russland. Während ich mal wieder Starthilfe brauche, meint ein genervter Autofahrer, dass er schon 10 Stunden da steht und die LKW Schlange ist sicherlich 40km lang, denn solange fahren wir an stehenden Trucks vorbei - zum Glück in die andere Richtung. In einem Hotel, in der ältesten Stadt Lettlands(solche Sachen stehen auf den Zetteln, die so in Hotelzimmern rumfliegen), verbringen wir die Nacht und am nächsten Tag regnet es. Es regnet und regnet und giesst während wir uns Riga nähern. Wir haben entschieden mit der Fähre zurück nach Deutschland zu fahren, denn zum einen ist das Wetter echt mies und zum anderen erfüllen 3 Tage Warschauhighway (inkl A2 in Deutschland) auch nicht unbedingt den Traum vom Motorradreisen.

Trotz eingezeichneter Fährverbindungen im Garmin, als auch in der ADAC Karte: Da fährt nichts ab Riga in Richtung Deutschland. So geht's im Regen weiter bis nach Ventspils, um dort die Fähre Richtung Rostock zu nehmen. Wenn es die nicht gibt, bleibt Klaipeda übrig - ab da fährt in jedem Fall eine Fähre. Schön, wenn man genug Auswahl hat...

Aber Ventspils ist OK, abgeshen davon, dass die keine Eurocheque-Karten nehmen, Kreditkarten gehen im Moment auch nicht und so müssen wir nochmal in die Stadt und Geld besorgen. Zeit genug haben wir, denn die Fähre legt um vier Uhr morgens ab und eingecheckt wird ab Mitternacht.

Deutschland  Es sind fast nur LKWs drauf, für Motorräder findet sich aber immer ein Platz und 28 Stunden später hat Deutschland uns wieder. Dass ich dann noch mal Starthilfe brauche, dass es regnet und wir bei Hamburg im Stau stehen... nunja, wir sind zuhause.

Ich unterbreche die Heimfahrt, um noch meine Mutter zu besuchen und die Batterie noch mal nachzuladen und dann wartet mein Klo und meine Badewanne auf mich... das Motorrad lade ich erst 2 Tage später ab...

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Text&Bilder ©2oo8 - Andreas Just      Letzte Änderung: o2.1o.2oo8