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Angara-Angler
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finde ich klasse..
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Chinamarkt
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Irkutsk

Russland  Das Tourist Hotel in Irkutsk ist klasse und irgendwie wie Urlaub. Leckeres Restaurant, Internetzugang, Billiardcenter und dazu noch recht zentral am gelegen. Hier bekommen wir auch endlich den Registrierungsstempel für Russland und unsere Motorräder stehen sicher verschlossen in einer Garage auf dem Hof. Thomas erforscht per pedes die Stadt, während ich meist den Fuss kuriere oder mir am Angara die Sonne auf den Pelz brennen lasse. Jetzt geht's aber in Richtung Zentralmarkt, denn ein Netzteil muss her, damit ich in der TransSib zumindest mein Handy laden kann, für das bisher nur einen 12V Lader vorhanden ist.

An wunderhübschen kleinen Holzhäusern, an Denkmälern und grossen Geschäftsgebäuden geht es vorbei. Die Holzhäuser könnten zwar teilweise etwas Farbe vertragen, aber die Schnitzereien und Verzierungen, die sich vom Boden bis zum Dach erstrecken, lassen einen darüber hinwegsehen. Der Verkehr ist auch nicht so extrem wie z.B. in Wolgograd oder Samera, auch wenn Hupen hier ebenfalls zum Statussymbol gehören. Insgesamt macht Irkutsk einen recht aufgeräumten Eindruck. Es wird nicht umsonst das Paris Sibiriens genannt und alles in allem gefällt mir diese Stadt

Während Thomas noch einen kulturellen Zwischenstop an einer Kirche eingelegt hat, habe ich mich zum Markt geschleppt. Dieser Marsch war aber nicht gut für meinen Knöchel, der sich bei längeren Strecken immer wieder mit Schmerzen und Volumenzunahme meldet. So setze ich mich erstmal zu den Mamuschkas auf die Bank und beobachte das Gewusel um mich herum. Viele kleine Anbieter säumen die Bänke und auch die Tresen, deren Waren offensichtlich aus dem eigenen Garten stammen und hier ein Zubrot einbringen sollen. Die üblichen Teigtaschen gibt es ebenfalls in grosser Zahl und Getränkestände führen unzählige verschiedene Saftsorten, von denen ich einen geniesse. Eine Polizeikontrolle muss ich nun noch über mich ergehen lassen. Die suchen wohl illegale Einwanderer und mein Pass mit dem Visum liegt im Hotel... Aber der Führerschein und der Hinweis auf "Tourist" und "Hotel" reicht dann problemlos.

In der ersten Markthalle gibt es Backwaren, Alkoholika, Salate und Torten in allen möglichen Formen und Geschmacksnuancen. Man ist fast geblendet von dem Farbspektakel, das sich am Tortenstand über die Vorbeieilenden ergiesst. Netzteile gibt's aber nicht - auch nicht in der nächsten Halle, wo offene Fleischtheken zum Begrabbeln einladen, Fischstände ihr Aroma verteilen und Käseanbieter mit Probierplatten um die Gunst der Kunden buhlen. Das ist hier schon alles recht extrem ausgeprägt und wenn ich jetzt noch verstehen könnte, was die Verkaufsdamen mir an Komplimenten zuteil werden lassen...

Ein Netzteil muss aber wohl im anderen Gebäude gesucht werden. Hier empfängt mich ein Handyladen neben dem anderen. Die Schaufenster quellen über von Telefonen und Zubehör, aber ein 12V Netzteil? Fehlanzeige! Eine Etage höher gibt es nur Klamotten und Koffer und Taschen und andere textile Waren. Durch Zufall sehe ich da vorne eine kleine Treppe ins Kellergeschoss, das sich als ebensogrosses Verkaufsparadies wie oben entpuppt. Rasenmäheranbieter neben Küchenausstatter, Heimwerkerzubehör neben Tierhandlung - hier ist es etwas abwechslungsreicher als oben und endlich ein Elektronikladen. Da gibt es neben Röhren, Halbleitern und anderen elektronischen Firlefanz auch mein neues Netzteil.

Jetzt ist der Fuss aber an seiner Belastungsgrenze - den Chinesenmarkt sehe ich zwar noch von weitem, aber hinlaufen ist nicht mehr drin. Ein Taxi bringt mich zurück zum Hotel... Thomas hat Fotos vom Chinesenmarkt gemacht und da scheint es wohl alles zu geben was in China produziert wird - schade, hätte ich gerne gesehen.

Die Abende verbringen wir mit Poolbillard, denn beim Pool fallen zumindest auch mal Kugeln in die Löcher. Russisches Billard ist da doch um einiges deprimierender und wenn man die Regeln nicht kennt, auch recht seltsam. Ein Gewitter in der Nacht lässt sich im Hotelzimmer ja ganz gut aushalten, wenn da nur nicht die Autos mit Alarmanlagen wären, die nach jedem Donner in ein einminütiges Hupkonzert verfallen und woraufhin scheinbar alle Hunde in Irkutsk diese Huperei mit missfälligen Bellen kommentieren müssen.

Morgen geht's auf die Transsib und somit Richtung Europa und wieder nach Hause

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Text&Bilder ©2oo8 - Andreas Just      Letzte Änderung: o2.1o.2oo8