Treffen
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Zeckengebiet
Zeckengebiet

Wieder in Russland

Mongolei  Recht spät kommen wir los, aber es sind ja auch nur wenige hundert Kilometer bis zur Grenze und die Strasse ist komplett asphaltiert (hoffen wir es mal). Unterwegs treffen wir die ersten deutschen Motorradfahrer seitdem Olaf zu uns gestossen ist. Sie wollen in die Südgobi und sind insgesamt für ein halbes Jahr unterwegs. Ich dachte im Vorfeld, dass wir so einige Motorradreisende treffen würden, aber wir haben noch nicht mal Touristen im Geländewagen getroffen und hier auf dem Asphalt, fast 7000km von zu Hause entfernt, trifft man nun zwei BMWs aus Niedersachen. Sie bekommen noch die Adresse vom Oasis und nach einem kleinen Smalltalk trennen sich unsere Wege wieder.

Die ersten Bäume sind zu sehen - sowas hatten wir schon lange Zeit nicht mehr. Durch Heidelandschaften, Kiefer- und Birkenwälder, die so auch in der Lüneburger Heide stehen könnten, treibt es uns weiter in Richtung Norden.

Eine Brücke mit Schrankenstation verlangt Maut, das ist zwar eigentlich für Motorräder kostenlos, aber was soll's. Thomas zahlt, ich zahle und Olaf zahlt...

"...die haben uns abgezockt!"

Thomas hat für uns alle drei bezahlt und die Typen waren dann echt so dreist und haben uns auch noch abkassiert. Naja - zurückfahren ist wegen 1 EUR nun wirklich Quatsch, aber das war auch das einzige negative Erlebnis, das wir mit Mongolen hatten, wenn es auch nicht den Weltuntergang bedeutet.

Russland  An der mongolischen Grenze werden wir zügig abgefertigt und der Hinweis, dass die russische Station in 20min schliesst, lässt uns jetzt schnell das Niemandsland durchheizen, das hier allerdings nicht ganz so breit wie im Altai ist. Und jetzt kommt etwas, das mein Feindbild Grenze vollkommen zerstören wird. Wir werden freundlich und schnell abgefertigt. Kollegen kommen zum Ausstellen der Deklarationen dazu, damit's schneller geht. Wir dürfen unsere Adressen selbst in die PCs tippern und Olafs WÜ-Kenzeichen wird kurzerhand als WU mit handgemalten Tütelchen umgesetzt, da keiner das Ü auf den kyrillischen Tastaturen gefunden hat. Und bei all dem, sind die Grenzer überaus freundlich und zuvorkommend. Alles in allem hat das ganze keine 2 Stunden gedauert ... Klasse!

Und da vorne an der Tankstelle stehen schon wieder zwei deutsche BMWs, diesmal 650er. Volker und Hans aus dem Allgäu, die auf ihrer Weltumrundung sind. Die üblichen BMW-Defekte, wie kaputtes Federbein, hatten sie auch schon zu beklagen - ich enthalte mich da besser jeden Kommentars bzgl. Moppeds aus Deutschland (und habe zwischenzeitlich auch die GS800 als Nachfolger für den Tiger ad acta gelegt - das ist mir alles viel zu unzuverlässig ;-)

An der Tankstelle hätte ich ja jetzt eigentlich tanken können, aber wir wollen noch was einkaufen und es ist schon recht spät. Ausserdem ist meine Tankanzeige mal gerade knapp unter dem roten Bereich - bis zum Anschlag sind es noch 1,5mm und das reicht massig bis zur nächsten Tanke.

Der Supermarkt schliesst gerade, als wir ankommen, aber netterweise wird noch mal aufgemacht. Während ich mal wieder auf die Motorräder aufpasse, kommen einige Jugendliche näher und bequatschen mich. Zuerst geht's um die Maschinen, dann darum, dass ich mir ihr Auto ansehen soll. Was soll ich da? Ist doch nur 'ne Dose. Nach einiger Zeit ziehen sie frustriert ab, bis meine russischsprechenden Mitfahrer wieder auftauchen, die dann verstehen worum es geht. Das Anlasserkabel des Autos ist hoffnungslos verschmort, weil ein satter Kurzschluss im Anlasser wohl etwas zuviel Saft zieht. Die Jugendlichen brauchen was zum Isolieren und das war das, was sie von mir haben wollten. Ich krame mein Tape aus den Tiefen des Alukoffer und nach 10min Klebeaktion ist zumindest das Kabel wieder isoliert und der Wagen kann jetzt angeschoben werden.

Langsam wird's dunkel, doch hier gibt es kilometerweit rechts und links nur militärisches Sperrgebiet, massenhaft Kasernen und ein paar Tankstellen, schliesslich finden wir doch einen kleinen Wald und einen Platz zum Zelten. Zecken sehe ich keine, dazu ist es wohl auch schon zu dunkel, aber die Warnschilder waren noch gut zu erkennen - egal, wird halt im Zelt noch mal alles untersucht.

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Text&Bilder ©2oo8 - Andreas Just      Letzte Änderung: o2.1o.2oo8