Hohe Tatra
Hohe Tatra
Niedere Tatra
Niedere Tatra
noch sauber
noch sauber
es wird dunkel
es wird dunkel

Anfahrt Odessa

"Na toll!"

Ukraine  ... irgendwie sind wir hier vollkommen falsch... obwohl... das sieht hier alles recht bekannt aus - die Kurve da oben, der unbefestigte Weg, die Sackgasse und die Schlaglöcher machen einen doch sehr vertrauten Eindruck: Genau! - hier haben wir uns vor 2 Jahren schon mal verfahren, nur dass es damals hell war und jetzt ist es dunkel - was sag ich - stockdunkel ist es hier.

Eine Funzel, die die Eigenschaft Strassenlaterne schon vor Jahren abgelegt hat, sorgt für schummriges Licht, ein Hund bellt in der Ferne und ich steh hier alleine mitten auf der Kreuzung, während Thomas jemanden sucht, der uns den Weg zeigen könnte...

Deutschland  Dabei begann die Tour vor 2 Tagen doch recht prima - lassen wir mal das gebrochene Kofferschloss (lies sich aber schnell flicken), die leere Batterie (ich hoffe doch, dass das eine Ausnahme war) den Umfaller direkt vor Thomas Haus (man sollte bei eingeklappten Seitenständer einfach nicht versuchen ein Motorrad auf denselbigen stellen zu wollen), den vergessenen Wasserkanister (noch mal zurück in die heimische Garage) und all die anderen kleinen Unannehmlichkeiten, die einem beim Start zu so einer Reise immer wieder auflauern, aussen vor.
Wir wollten innerhalb von 3 Tagen nach Odessa, um dort wieder unsere Bekannte von der Krimtour zu besuchen und den ersten Austag einlegen.

Tschechien  Die Fahrt nach Prag war wenig spektakulär und der Autoreisezug, der uns über Nacht nach Proprad* in der Slowakei bringen sollte, war dank GPS auch schnell gefunden. Nach einer kurzen Wartezeit und ein wenig Bürokratie wurde die Auffahrrampe freigegeben. Der Wagon ist aber so niedrig, dass ich meinen Tankrucksack runterschmeissen musste, weil ich den behelmten Kopf nicht tief genug bekam. Nach dem Festzurren dann die freudige Überraschung, dass wir Einzelkabinen bekommen, obwohl eine Doppelkabine gebucht war. Ein - wenn auch lauwarmes - Bier gab's dann noch beim Schaffner und so nahm der Zug, mit uns an Bord, die nächsten 600km in Angriff.

Slowakei  Sonntagmorgen waren wir somit noch keine 24 Stunden unterwegs, wurden aber beim morgendlichen Blick aus dem Abteilfenster schon von den schneebedeckten Gebirgszügen der Hohen Tatra begrüsst. Da es aber weiter in Richtung Süden gehen soll, empfing uns die Niedere Tatra mit einer wunderbaren Strecke und um diese Uhrzeit auf fast leeren Strassen. Langweilige Autobahnkilometer in Ungarn schlossen sich an, bis in Rumänien heftiger Sonntagsausflugs- und LKW-Verkehr, sowie Regen und Gewitter in Fahrtrichtung, unseren Ehrgeiz auf ein Minimum zusammenschrumpfen liess und ein kleines Hotel 200km vor Ende der geplanten Tagesetappe als Übernachtungsplatz gesucht/gefunden/bezogen wurde.

Rumaenien  200km zu wenig, heisst natürlich auch 200km mehr am nächsten Tag, da wir unbedingt am Montag Odessa erreichen wollten - zumindest haben wir uns für den Tag angekündigt. Um 7:oo Uhr ging es los, dann sollte das doch locker zu schaffen sein. Diese langgezogenen Orte in Rumänien halten aber auf, die Grenze Rumänien -> Moldawien -> Ukraine kostete ebenfalls etwas Zeit (und Nerven) und die miese Strasse, die sich in der Ukraine anschloss, war auch nicht unbedingt dazu geeignet schnell voran zu kommen.

Ukraine  Aber im Grossen und Ganzen sah es gut aus, bis es dunkel wurde...

"NIEMALS im Osten im Dunkeln fahren!" sagt jeder...

...aber wir kennen die Strecke ja und das sollte kein Problem sein. Wir kennen die Strecke sogar so gut, dass wir uns nun wieder exakt an der gleichen Stelle in Belgorod verfahren haben.

Thomas kommt mit einem - schon leicht angesäuselten - Nachtwächter zurück, den er irgendwo aufgegabelt hat. Ich rufe unterdessen in Odessa an und sage, dass wir in jedem Fall noch kommen werden, uns aber verfahren haben und es noch etwas dauern kann. Der Hund bellt immer noch, verstummt auch nicht, als der Tiger mal wieder schamvoll Strom von der KTM bekommen muss, um die Batterie wieder zur Zusammenarbeit zu bewegen.

Jetzt sind wir wieder unterwegs und dank der Beschreibung des netten Nachtwächters scheint es diesmal zu stimmen. Plötzlich stoppt Thomas: er hat den schwarz/gelben BMW von Valerij bemerkt, der uns entgegenkam. Valerij, Orest und Sascha haben sich kurzerhand in den Wagen gesetzt und sind auf der Suche nach uns - danke dafür, auch wenn wir ab hier zumindest problemlos Odessa finden würden... Gegen 2:00 Uhr Dienstagmorgen (war nun doch nix mit Montag) treffen wir am Ziel ein - ein wenig Abendbro..oder Frühstü... oder... naja - zumindest was zu essen und einen kleinen Wodka gibt's noch, bevor es jetzt ins Bett geht... Heute können wir uns ja erholen...

  

* Der Zug ist eher ein Geheimtip, denn er ist leider nur in den grossen Bahnhöfen direkt in Tschechien minimal 40 Tage vorher buchbar. Aus dem Ausland geht es gar nicht. Für uns hat es meine Kollegin Jana vor Ort gemanaged - Danke dafür! Bei der Buchung werden die KFZ Unterlagen, Kopie eines Ausweises, Höhe und Gewicht der Maschine benötigt und zum Transport muss man selbst Spanngurte mitbringen.

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Text&Bilder ©2oo8 - Andreas Just      Letzte Änderung: 29.o9.2oo8