"Man muss nicht alles wissen - man muss nur wissen wo es steht"

Ich habe einige Anfragen nach einer HowToDo Seite bekommen. Als Ergebniss behandele ich hier folgende Themen:

Makrofotografie
Fotos aufnehmen
Bildbearbeitung
Layout Hinweise




Makrofotografie







Wie ich schon auf meiner 'Über' Seite geschrieben habe, ist es wirklich nicht nötig das teuerste Equipment anzuschaffen um solche Bilder zu machen. In jedem Falle wird aber eine Spiegelreflexkamera benötigt, damit man das Motiv so sieht, wie es auf den Film gelangt. Um in den Macrobereich vorzustossen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Auf vielen Objektiven sind Zeichen wie 6:1, 4:1 ... manchmal mit MACRO eingraviert. Diese Auflösungen mögen für Blumen und Schmetterlinge ausreichend sein, für kleinere Objekte bedarf es jedoch anderer Techniken.

Vorsatzlinsen
Eine Möglichkeit sind Vergrösserungslinsen, die vor das Standardobjektiv gesetzt werden. Die billigste Alternative sind einzelne Linsen. Besser, aber auch teurer, sind speziell berechnete Linsengruppen für 50mm Objektive. Die Firma Minolta hat z.B. solche Vorsätze im Programm. Für die ersten Schritte in die Macrowelt reichen diese Vorsätze allemal.

Zwischenringe
Eine gute Lösung stellen die Zwischenringsätze dar. Sie bestehen meist aus 3 verschiedenen Grössen und vergrössern den Abstand zwischen Objektiv und Kamera. Da die Länge dieser Ringe aber nicht änderbar sind, muss man, um andere Abbildungsmasstäbe zu erreichen, die Ringe tauschen. Falls diese Lösung in die engere Wahl gezogen wird, sollte man darauf achten, dass die Blendenstellung von der Kamera sowohl erkannt als auch gesteuert wird.

Macroobjektive
Speziell für den Macrobereich berechnete Objektive sind ideal. Sie kosten zwar einiges mehr, aber mit solch einer Lösung kann man Abbildungen bis zu 1:1 (manchmal mehr) erreichen. Warum ich sowas nicht benutze ? Ganz einfach - ich möchte auch meine anderen Objektive im Macrobereich einsetzen.

Balgen
Die meines Erachtens beste Lösung für Macro sind Balgen. An einen Balgen lassen sich alle vorhandenen Objektive ansetzen und der Abbildungsmasstab ist variabel. Es gibt allerdings verschiedene Ausführungen :

Einfacher Balgen:
Man muss alles von Hand einstellen. Belichtung selbst abschätzen und die Objektivblende vor dem Schuss zumachen. Falls die Motive einem genug Zeit lassen, mag das die richtige Ausstattung sein.

Automatischer Balgen:
Hier wird die Blende durch einen Doppeldrahtauslöser kontrolliert. Die Kamera muss natürlich über einen entsprechenden Anschluss verfügen (meine z.B. nicht). Belichtung ist allerdings wieder eine Sache, die man selbst bestimmen muss. Nahezu alle Hersteller haben solch einen Balgen im Programm.

Vollautomatischer Balgen
Dieser Balgen übergibt die Stellung der Objektivblende an die Kamera und die Blendenauslösung zurück an das Objektiv. Der Balgen mit aufgesetzem Objektiv verhält sich somit wie ein normales Objektiv und die Belichtung kann von der Kamera kontrolliert werden. Soweit ich weiss gibt es aber nur einen Hersteller weltweit, der solche Balgen baut: NOVOFLEX aus Deutschland. Ich habe so ein Teil :)

NOVOFLEX hat passend zu dem Balgen zwei Objektive gebaut (55mm und 105mm). Mit dem 105er kann man vom Macrobereich bis unendlich einstellen. Es besteht also jederzeit die Möglichkeit (ohne Objektivwechsel) vorbeihuschendes Wild aufzunehmen, während man vor einer Blume hockt ;-)
Manchmal ist es schwer nahe genug an Insekten ranzukommen. In diesem Fall kommt einfach ein 200er auf den Balgen und der Abstand zum Objekt vergrössert sich. Im grunde lässt sich sogar ein 500er dransetzen und man kann dann Insekten aus einer Entrferung von 2-3m aufnehmen, aber die Ergebnisse sind nicht gerade berauschend - war halt mal ein Versuch ...
Falls eine noch grössere Auflösung benötigt wird, lassen sich auch Objektive <=50mm in Retrostellung an den Balgen klemmen. Automtisch geht da natürlich nichts mehr, aber Auflösungen bis zu 1:6 sind möglich. Für lebende Objekte ist es aber nicht mehr geeignet, der Abstand zum Objekt ist extrem klein und Insekten mögen das in keinster Weise.


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Fotos aufnehmen







Als wichtigster Punkt in der Macrofotografie gilt: Nur mit Stativ. Der NOVOFLEX Balgen bietet zwar die Möglichkeit freihand zu arbeiten, aber mit Stativ ist man immer auf der sicheren, scharfen Seite.

Ich empfehle auch einen Blitz zu benutzen. Heutzutage hat fast jede SLR automatische Blitzsteuerung. Man kann sich für sein System einen SCA300 Adapter besorgen um kleine SCA Blitze anzuschliessen.
Ich benutze immer einen Hauptblitz auf der Kamera und zwei kleine (kleiner als eine Zigarettenschachtel) rechts und links neben dem Objektiv. Die kleinen Blitze werden über eine Tochterblitzelektronik ausgelöst und dienen dazu Licht in die, vom grossen Blitz nicht erreichbaren, Bereiche zu bringen. Um Überbelichtungen zu vermeiden bekommen die Miniblitze einen kleinen selbstgenähten Überzug aus weissen Stoff. Ideal wäre es, wenn ich die kleinen Blitze mit an die SCA300 Technik anklemmen könnte - falls jemand weiss wo ich Schaltbilder dafür bekomme würde ich mich über eine kleine E-Mail extrem freuen.

Das grösste Problem im Macrobereich ist die fehlende Tiefenschärfe. Bei einer Auflösung von 1:2 beträgt sie z.B. nur noch 2-4mm (abhanegig von der Brennweite und der Blende). Das naheliegende Abblenden bringt nichts mehr. Im Gegenteil: die Gefahr, dass das Licht an der Blende gebrochen wird, steigt.
Aus diesem Grunde sollte man immer auf die Augen scharfstellen - das ist der Punkt im Bild wo die meisten Menschen zuerst hinschauen.

Niemals am Film sparen. Ich mache von jedem Motiv 3 Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtungszeit (+-1 Blendenstufe). So ist man sicher zumindest ein Bild mit idealer Belichtung zu erhalten.

Man sollte sich angewöhnen das Sucherbild vor dem Auslösen zu 'scannen'. Das heisst vorher Zeile für Zeile das Bild durchgehen ob nicht irgendwas verdeckt oder etwas Störendes im Bild zu sehen ist. Mit ein bischen šbung geht das schnell und der Ausstoss an guten Bildern steigt.

So nah ran wie es geht. Man sollte immer die gesamte Filmfläche nutzen um sein Motiv abzulichten.

Zum Schluss noch ein Hinweis für m.E. bessere Bilder. Häufig sehe ich Aufnahmen von Sonnenaufgängen bei denen der Horizont exakt in der Bildmitte liegt. Das sieht langweilig aus. Wenn man den Schwerpunkt ein bischen verlagert (goldener Schnitt) wirkt das Bild gleich ganz anders. Die folgenden drei Bildchen sollen das verdeutlichen:

Das erste Bild ist das klassisch langweilige. Im zweiten habe ich den Schwerpunkt auf das Wasser gelegt und im dritten auf den Himmel. Ich glaube, dass die beiden letzten dramatischer aussehen ...
OK dramatisch ist vielleicht das falsche Wort, aber was will man von 2 Minuten Grafiken erwarten ;-)
Das funktioniert natürlich auch mit allen anderen Motiven.


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Bildbearbeitung







Ich bekam viele Anfragen wie ich meine Bilder so klein bekommen habe. (22k für ein 800x600x24 Bild ist nicht so schlecht ;-).
Eigentlich ist es ganz einfach - einfach den JPEG Qualitätsfaktor so lange verkleinern bis das Bild unansehnlich wird. Und dann eine Stufe zurück.
Bei den meisten Grafikprogrammen muss man das Bild neu laden um das Ergebnis zu sehen !

Das ist alles ...

Naja - nun doch nicht alles ...
Das Originalbild sollte immer als TrueColor gespeichert werden und das JPEG komprimierte unter einem anderen Namen. Niemals das JPEG Bild wieder und wieder speichern, weil jedesmal die Komprimierungsroutine zuschlägt und mehr Informationen aus dem Bild entfernt.

Noch ein paar andere grundlegende Sachen:
Bilder mit extrem viel Informationswechseln können nicht gut komprimiert werden.
Das heisst niemals dithern und dann als JPEG speichern. Das schreiben zwar ein paar Leute in Ihren HTML Guides, aber dieses Vorgehen ist absoluter Quatsch. Wenn das Bild besser komprimiert werden soll, dann hilft manchmal ein Unschärfefilter (oder die enstprechende Einstellung im JPEG Optionendialog - einige Programme bieten es aber nicht an). Auch die sogenannten Entrauscher können manchmal noch einiges bewirken.

JPEG kann nur TrueColor oder Graustufenbilder verarbeiten. Wenn man ein 256 Farben Bild mit JPEG abspeichert wird es intern auf 24 bit hochgerechnet. Um Graustufen zu speichern muss meist der entsprechende Schalter gesetzt werden, sonst werden auch sie auf 24bit hochgerechnet. Das hängt allerdings vom Grafikprogramm ab. Einige schalten automatisch um.

Wenn nur 256 Farbenbilder vorliegen ist es naheliegend sie im Graphics Interchange Format zu speichern (man sollte aber trotz des oben gesagten auch mal JPEG testen). Sobald Animationen oder transparente Flächen ins Spiel kommen, bleibt derzeit nur GIF übrig.
GIF komprimiert zwar nicht schlecht, aber seine Bilder noch weiter 'abzuspecken' ist eigentlich nie falsch. Dies lässt sich durch Farbreduzierung erreichen. Als Beispiel können meine Buttons herhalten. Gerendert wurden sie mit 24bit, dann habe ich den Text hinzugefügt auf 5bit (32 verschiedene Farben) gedithert und schliesslich abgespeichert. Dithern hat aber den Nachteil, dass wieder mehr Informationswechsel im Bild auftreten, das sogenannte Colormapping ist da besser. Allerdings wirkt Colormapping bei natürlichen Materialien (wie die Holztextur) nicht so gut.

Noch ein Wort zu meinem Hintergrund. Er besteht aus 3 verschiedenen Bildern. Der Himmel ist in SanFranzisko aufgenommen, das Grass wächst in der Lüneburger Heide und die Wasserlinie kommt aus dem Yellowstone Nationalpark.
Alle drei Ausschnitte wurden in einem Grafikprogramm in der Grösse angepasst und zusammengefügt. Damit die Ränder zusammenpassen, habe ich den einen Rand kopiert, gespiegelt und an den anderen Rand angefügt. Ein bischen an der entstandenen Schnittkante gearbeitet und das gleiche mit dem oberen und unteren Rand getan. Das ganze nun abgedunkelt und mit bestmöglicher Kompressionrate als JPEG gespeichert.


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Layout Hinweise







Alle nachfolgenden Punkte sind meine persönliche Meinung, es gibt viele grossartige Seiten im Netz, die eventuell nicht diesen Punkten entsprechen. Falls jemandem eine Seite gefällt, sollte er dies dem Autor schreiben, falls er Sachen findet, die ihm weniger gefallen wäre eine Anregung an den Autor auch nicht schlecht. Fast alle Autoren reagieren positiv auf Kritik (auf Lob sowieso ;-). Ich habe für meine Seite auch positives und negatives Feedback erhalten. Diese HowTo Seite ist das Ergebnis einiger Anregungen die ich aus E-Mails gezogen habe.

Das Allerwichtigste : 'Weniger ist Mehr'. Deshalb sollten auch alle folgenden Punkte einfach als Extrembeispiele angesehen werden ...

Es gibt viele Seiten im Netz, die einen immensen Vorrat an GIFs, Knöpfen, Animationen und Hintergründen bevorraten. Am besten ist es alle auf die eigene Seite zu packen. Ein Besucher kann sich ja anpassen und sich ein neues Modem, ISDN und/oder einen neuen Provider suchen.

Alle schönen Bilder rauf auf die Seite - egal ob sie zum Thema passen oder nicht.

Bilder nach Möglichkeit nur einmal benutzen - der Cache des Browsers wird eh nur für den Backbutton gebraucht.

Das Leben ist in ständiger Bewegung dann sollte es auch die eigene Seite sein. Je mehr Animationen umso besser - das lenkt vom Text ab.

Die Besucher mögen sicherlich Rätsel - also am besten den Hintergrund und die Textfarben soweit aufeinander abzustimmen, dass man gerade noch den Inhalt entziffern kann.

Da liegt nun das neue CorelDraw - und wieder tausend Fonts mehr - die müssen doch auf einer Seite unterzubringen sein.


Bei manchen Seite denke ich wirklich, dass dies die Richtlinie des Autors ist....


... aber ich bin der Meinung es geht auch anders:

Die Bilder sollten thematisch zusammenpassen. Ein Raumschiff aus StarWars und die Enterprise passen gut zusammen, aber ein Raumschiff und ein Fischkutter haben nun nicht gerade viele Gemeinsamkeiten, ausser wenn das Hauptthema der Seite Schiffe im Allgemeinen sind.

Sobald Bilder veröffentlicht werden, sollte darauf geachtet werden, dass nur das notwendigste dargestellt wird. Ich schaue mir gerne Fotos an, wenn aber auf einem Foto (nennen wir es mal 'Meine Katze: Tiger'), die Katze zwischen all den abgelichteten Möbeln gesucht werden muss, ärge ich mich über die unnötige Downloadzeit. Einfach das Bild mit einer höhreren Auflösung scannen - das notwendige mit einem Grafikprogramm ausschneiden und abspeichern.
Einige meiner Bilder sind so bearbeitet worden, zum einen um unnötigen Kram zu entfernen und zum anderen um das Objekt besser im Bild zu plazieren.

Übersichtbilder sind in jedem Fall besser als den Besucher gleich mit der vollen Ladung Imagebytes zu beglücken. Allerdings sollten diese Übersichtsbilder eigenständige Dateien sein und nicht mit HTML Tags verkleinerte Originalgrössen.

Nett ist es auch den Bildern einen Namen zu geben (ALT='LinkToXYZ'). Das erspart das Rätselraten wenn mal jemand den Download abbricht.

Nicht zuviele Frames einsetzen. Ich bin der Meinung bis zu drei ist 'ne nette Sache - ohne ist natürlich ideal, aber manchmal ..)

Und bitte - erst die Seite uploaden wenn sie fertig ist. Nichts ist schlimmer als hinter jedem Link ein 'Under Construction' oder noch schlimmer gar kein Inhalt.

Alle Links auf der Seite sollten funktionieren. Falls irgendwas noch in Arbiet ist, aber der Link schon eingebaut wurde, ist ein kleiner HTML Text wie 'Sorry, daran arbeite ich noch' allemal besser, als eine Fehlermeldung vom Provider oder vom Browser.
Was übrigens zu hause unter OS/2 oder WIN95 klappt, mag auf dem Zielrechner nicht mehr funktionieren. Die meisten Provider arbeiten mit *IX und dort wird zwischen Gross- und Kleinschreibung unterschieden.

Ein kleiner Kommentar zu Links, die die Seite verlassen ist auch keine schlechte Idee. Man sollte diese 'externen' Links auch ab und zu mal überprufen. Nicht mehr funktionsfähige updaten oder löschen.

Falls zu einer Suchmaschine gelinkt wird, dann nur mit einem zum Thema passenden Suchbegriff. Die Standardlinks yahoo und altavista und hotbot und ... hat wohl jeder in seiner Bookmarkliste - wenn nicht, na denn wird's höchste Zeit, sie sich von hier zu holen...
Neue Anmerkung: An GOOGLE kommt keiner mehr vorbei;-)

Prima, wenn das Tool mit dem man die Seiten erstellt hat einem richtig gefällt. Kein Problem zum Anbieter zu linken. Aber muss bei der Gelegenheit gleich zu allen anderen Tools ebenfalls linken. Diese Seite wurde übrigens mit StarOffice und EPM erstellt, oder war es doch COPY CON und EDLIN ?)

Die neusten Features des eigenen Browsers muss man nun nicht unbedingt nutzen - ausser man behandelt das Thema auf seiner Seite. Ich zum Beispiel schalte JAVA nur ein, wenn wirklich was interessantes zu erwarten ist. Für einen poppeligen Lauftext ist mir der Aufwand schon zu gross. Und für Active-X ist absolut kein Bedarf im Netz. Kann eh nur von WIN-95 Nutzer gesehen werden und die richtigen Betriebssysteme wie Mac, Linux und OS/2 können damit überhaupt nichts anfangen. Ist genauso, als wenn AltaVista zum Suchen nur noch mit StarBasic Clients arbeiten würde - dann geht's halt nur mit StarOffice ...

Die fertige Seite sollte darauf untersucht werden wie sie sich ändert, wenn das Browserfenster grösser oder kleiner gemacht wird.

Ein Test auf anderen, als dem bevorzugten, Browser ist auch nicht zu verachten. Es sieht meist vollkommen anders aus und einige Sachen lassen sich noch soweit anpassen, dass Nutzer des anderen Browsers auch verstehen was gemeint ist.
Vorauszusetzen, dass der künftige Besucher der Seite die gleiche Auflösung und Farbtiefe nutzt ist sehr naiv gedacht (Umschalten tut eh keiner).
Und solche Sätze wie 'Am besten mit 16bit bei 800x600 anzusehen' sind wohl ein Scherz, soll ich jetzt meinen PC zurückrüsten und Besitzer älterer Notebooks sich was neues kaufen ?

Ich schätze mal das reicht fürs erste ... Es haben soviele Leute was zu diesen Themen geschrieben. Eine grosse Auswahl an Links hierzu gibts unter WEBREFERENCE.


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text, bilder und design © 1997 andreas just